„Ein schöner Fehler“ – Fehlerkultur in der Schule?

Wenn ich im Unterricht gelegentlich zu einem Schülerbeitrag „ein schöner Fehler“ gesagt habe, haben die Schüler meistens gelacht, weil sie das als ironischen Kommentar verstanden haben. Es war aber immer ernst gemeint: Ein schöner Fehler ist ein Fehler, bei dem der Lehrer sieht, dass ein Schüler nachgedacht, aber an einer Stelle einen falschen Weg eingeschlagen hat, woran man der Klasse erklären oder mit der Klasse erarbeiten kann, wieso dieser Weg nicht zu einer richtigen Lösung führt. Ein schöner Fehler ist also ein Beitrag zum Verständnis eines Problems, ein wichtiger Beitrag zum Unterricht, weshalb ich einen schönen Fehler oft mit einer 2 benotet habe (es wäre sogar die 1 zu erwägen) – dabei habe ich selten einzelne Beiträge mit einer Note in meinem Büchlein bewertet (in jedem Fall die, in denen mich ein Schüler korrigieren konnte).

Allgemeiner gesprochen: 1. In der Schule muss eine Fehlerkultur eingerichtet werden – die Schüler müssen ermutigt werden, auf eigenen Wegen die Lösung der Probleme zu versuchen, auch wenn dabei „Fehler“ auftreten. 2. Es muss deutlich unterschieden werden zwischen einer Phase, in der man Fehler machen darf, und der Phase (speziell in Klassenarbeit oder Klausur), in der die Fehler tunlichst zu vermeiden sind. 3. Den Schülern muss der Unterschied dieser beiden Phasen und ihre Dauer resp. ihr Beginn deutlich gemacht werden – deutlicher jedenfalls, als ich das getan habe (andernfalls hätten Schüler nicht über meine Bemerkung „ein schöner Fehler“ gelacht). 4. In diesem Zusammenhang ist natürlich klar, dass ein Lehrer Schülerbeiträge nicht (nur) nach richtig und falsch sortieren darf, sondern dass er vor allem „geratene“ Lösungen von gedachten unterscheidet, also versucht zu verstehen, auf welchen Wegen Schülerbeiträge zustande gekommen sind. 5. Damit ist jede Rechthaberei – sowohl der Schüler wie des Lehrers – aus der Schule zu verbannen; jeder kann Fehler machen, und was ein Fehler ist, wird nicht durch „meine Meinung“, sondern allein durch sachliche Argumente entschieden.

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Bespitzelung von Lehrern

Eine der entscheidenden Grundlagen für einen guten, lebendigen Unterricht ist bekanntlich eine charismatisch auftretende Lehrerpersönlichkeit. Eine solche Persönlichkeit muss für die Schüler menschlich erfahrbar sein. Dazu gehört selbstverständlich, dass er seine eigenen Überzeugungen und Werte vertritt und mit den Schülern darüber in ein anregendes Gespräch kommt.

Ein verstockter Geschichts- oder Deutschlehrer, eine Person ohne Eigenschaften, die nur nichts falsch machen will, ist da wenig hilfreich. Ein guter Lehrer und eine gute Schule können in wichtigen Fragen nicht neutral sein – und schon gar nicht, wenn es darum geht, sich für Menschenrechte, Demokratie und Teilhabe einzusetzen. Genau diese selbstbewusste, bestenfalls vorbildliche Lehrerpersönlichkeit stellt das AfD-Portal unterschwellig in Frage.

(Martin Klesmann: Ein perfider Schrei nach Aufmerksamkeit. Kommentar zum AfD-Lehrer-Meldeportal. Berliner Zeitung 17. 10. 2018, online https://www.berliner-zeitung.de/politik/meinung/kommentar-zum-afd-lehrer-meldeportal-ein-perfider-schrei-nach-aufmerksamkeit-31450648)

Ein ausgezeichneter Kommentar von Martin Klesmann, der mich an die Zeit erinnert, als ich 1982 in Giesenkirchen am FMG anfing und einige Eltern einen direkten Draht zum Schulleiter hatten (Herr F., Herr M., Frau Sch.) – einzig zum Zweck, ihr verkorkstes Weltbild zu retten (die Herren) und sich selbst in Szene zu setzen (Frau Sch. – Frau K. nicht zu vergessen, die Probleme mit dem Thema „Liebe“ hatte und später mit einem jungen Kerl durchbrannte), und die dabei auf sehr offene Ohren trafen. Es war für mich in dieser Hinsicht eine schreckliche Zeit.

Schreiben lernen – Fibelmethode

Wie lernt man am besten schreiben?

Es gibt eine neue Untersuchung, wonach die alte „Fibelmethode“ die beste ist und die Kinder zu einer recht sicheren Rechtschreibung anleitet. Darüber berichten

https://www.deutschlandfunk.de/lesen-und-schreiben-lernen-streit-um-die-richtige-methode.1148.de.html?dram:article_id=295898 (ausführlich)

https://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/studie-fibel-methode-am-besten-fuer-rechtschreibung-100.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schreiben-nach-gehoer-immer-mehr-bundeslaender-kehren-ab-15138342.html

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/rechtschreibung-kinder-lernen-rechtschreibung-am-besten-mit-der-fibel-a-1228351.html

und so ähnlich:

https://www.news4teachers.de/2018/08/die-verbundene-schrift-erschwert-das-schreibenlernen-warum-wird-sie-grundschuelern-immer-noch-vermittelt/

Zur Sache siehe

http://www.ksl.salzburg.at/symposium10/Methoden_des_Erstleseunterrichts_punz_KsL_symp10.pdf

https://www.urbia.de/magazin/schulkind/schule-und-lernen/wie-lernt-ein-kind-am-besten-lesen

http://www.alpha-fundsachen.de/tag/methoden/

Gedichte zu bestimmten Themen

Die Deutsche Gedichtebibliothek“ (https://gedichte.xbib.de/) will ein Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Gedichte sein; die Sammlung ist insofern interessant, als sie verschiedene Suchfunktionen anbietet, u.a. nach bestimmten Stichworten im Titel der Gedichte.

Außerdem gibt es eine Fortsetzungsseite: „Kürzlich hinzugefügte Gedichte“: https://gedichte.xbib.de/liste_neue_gedichte_1.html

Zentralabitur – derzeit ein großer Murks

Hans Peter Klein („Auf den Spuren des Streifenhörnchens“, SZ 2. 7. 2018) hat die Abituraufgaben in Biologie aus fünf Bundesländern seit 2005 untersucht und dabei herausgefunden, wie unterschiedlich die Anforderungen sind: In Schleswig-Holstein und NRW bekommt man das Abitur beinahe nachgeschmissen, in Meck-Pomm sind die Anforderungen wesentlich höher. Die Abiturientenquote betrug dementsprechend in SH im Jahr 2016 62,7% des Jahrgangs, in Bayern 31,1%.

Es dürfte einleuchten, dass bei einer Quote von 62,7% viele nicht einmal einen IQ von 100 haben und damit dümmer als der Durchschnitt sind, dass also das SH-Abitur so etwas wie ein Hauptschulabschluss ist. Das ist das Ergebnis einmal des politischen Willens von SPD und Bertelsmann-Stiftung, die dauernd vorgurren, wie benachteiligt die Arbeiterkinder sind, und die dementsprechend die Anforderungen ans Abi senken; und zum zweiten die dem korrespondierende didaktische Mode der Kompetenzorientierung: Man muss nicht mehr viel wissen, man nur etwas „können“ (= Kompetenzen haben); was man nicht weiß, kriegt man dann im Begleitmaterial zur Aufgabe mitgeliefert, daraus muss man es dann abschreiben (es natürlich vorher finden – eine große Leistung).

Ich erinnere mich an einen Schüler, dem ich vor ein paar Jahren vor seinem Abitur Nachhilfe in Deutsch gegeben habe. Den Artikel „Neue Sachlichkeit“ in einem Lexikon nachzulesen war ihm zu viel Arbeit. Wörtlich sagte er: „Ich brauche fünf Schlagwörter, die ich immer reinhauen kann.“ Wir haben dann fünf Schlagwörter notiert, und auf dieser Wissensbasis hat er seine Arbeit im Grundkurs Deutsch (NRW) 3- geschrieben; von der Neuen Sachlichkeit verstand er natürlich nichts.

Chancen des Lehrerberufs

Ich möchte nicht zu den Chancen der Verbeamtung oder Anstellung in einem Bundesland etwas sagen, sondern zur Chance, im Lehrerberuf menschlich zu reifen.

Von den vielen Aspekten, wie man als Lehrer menschlich reifen kann, möchte ich nur hier eine betrachten. Sie hängt mit der spezifischen Sichtweise des guten Lehrers zusammen, die nicht erst seit Klafkis didaktischer Analyse des Unterrichtsstoffs bekannt ist. Ein Lehrer muss nämlich nach der Sachanalyse fragen, wie der Unterrichtsstoff in der Sicht „des Kindes“ (ganz allgemein, also auch der Jugendlichen usw.) aussieht: was er dem Kind bedeutet, welchen Zugang das Kind dazu hat (und welchen nicht), wie es ihn sich aneignen kann. Das gilt bis hin zu den „Fehlern“, die das Kind macht; auch diese muss man nicht primär vom Stoff her denken, sondern vom Kind: Wie kommt es gerade zu diesem Fehler, zu diesem Un- oder Missverständnis?

Am Beispiel des schönen Fehlers kann man meine Idee noch einmal verdeutlichen: Ich habe Schüler für schöne Fehler gelobt (was diese normalerweise für Ironie hielten, weil ihnen meine Sicht offensichtlich fremd war) und dafür sogar eine 2 angeschrieben: Schöne Fehler sind Fehler, an denen man zeigen kann, wo und warum der Denkweg des Schülers in die Irre führt – das ist lehrreich für die ganze Klasse und verdient deshalb eine 2.

Vom Kind her denken, das ist nur ein Sonderfall der menschlichen Praxis, alle Dinge nicht nur egozentrisch, also vom eigenen Standpunkt aus zu denken, sondern auch vom Standpunkt des anderen: des Gesprächspartners, des Lebenspartners, der Geschäftspartner, der Gegner im politischen Konflikt oder Zusammenspiel. Erst wenn man die Sicht, die Anliegen oder die Interessen beider Seiten kennt und versteht, kann man zu sachlicher Diskussion und zu vernünftigen Lösungen „im Gespräch“ (im weitesten Sinn) kommen.

Insofern ist der Lehrerberuf eine große Chance, den Perspektivenwechsel einzuüben und täglich zu praktizieren, auf dass er sich zu einem Habitus verfestige, und so menschlich zu reifen.

Überprüfen und überarbeiten – Bedeutung

Wie man beim Überarbeiten zu neuen Einsichten kommen kann, möchte ich am Beispiel meiner Analyse von Rilkes Gedicht „Archaischer Torso Apolls“ zeigen (https://norberto42.wordpress.com/2014/08/09/rilke-archaischer-torso-apollos-interpretation/). Bei meiner Interpretation von 2014 habe ich mich auf die Ausführungen Aleida Assmanns und Michael Stahls (s. dort) verlassen. Heute habe ich nun die Ausführungen Stahls anhand verschiedener alter Wörterbücher und des Großen Meyers von 1905 (bei zeno.org) überprüft und für einseitig bzw. falsch befunden. Aufgrund dieser Überprüfung bin ich zu einem einfachen Verständnis des Gedichtes gekommen – hier ist die Passage, die heute neben kleineren Korrekturen neu hinzugekommen ist:

Was Michael Stahl sagt, stimmt nur zum Teil: Nicht „archaisch“ hatte um 1900 einen negativen Beigeschmack, sondern „archaistisch“ als „veraltet, altväterisch“ oder „Nachahmung von etwas Altertümlichem“, wogegen „archaisch“ das echt Altertümliche bezeichnete (Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905). Auch „Torso“ war nur in der gängigen metaphorischen Bedeutung negativ; „in der Kunstsprache der Rumpf einer Bildsäule, der Kopf, Arme und Beine fehlen“ (Meyers 1905). Am wichtigsten ist allerdings, zu wissen, wofür Apollo(n) steht: „in der griech. Mythologie Sohn des Zeus und der Leto, die ihn nebst seiner Zwillingsschwester Artemis nach der verbreitetsten Sage auf der Insel Delos gebar. Seinem ursprünglichen Wesen nach erscheint A. als ein Gott des Lichtes in seiner heilsamen wie verderblichen Wirkung; zum eigentlichen Sonnengott an Stelle des Helios ist er erst im Laufe der Zeit geworden. Als den »Lichten«, »Leuchtenden« bezeichnet ihn sein Beiname Phöbos, zugleich als den »Reinen«, »Heiligen«; denn als Gott des reinen Lichtes ist er Feind aller Finsternis und alles ihr verwandten Unreinen, Unholden und Frevelhaften.“ (Meyers, 1905) Es kommt sehr wohl darauf an, dass Rilke vor einem Torso Apollos gestanden hat bzw. dass er den Torso für einen solchen des Gottes Apollon gehalten hat. – Mit diesem Wissen kann man den Gedankengang des Gedichts verstehen:

  • Apollos Torso hat keinen Kopf und keine Augen.
  • Aber er strahlt Licht aus und sieht dich an.
  • Deshalb musst du dein Leben ändern.

Dass der Torso Licht aussendet, ist mehrfach gesagt (glüht, V. 3; glänzt, V. 5; flimmert, V. 11; bricht aus wie ein Stern, V. 12 f.); dieses Glänzen wird als verhaltenes Schauen erkannt (V. 4 f.). Da nun Apollo der Gott des reinen Lichtes ist, fordert sein Blick dich dazu auf, selber rein zu werden, also dein Leben zu ändern. Diese Aufforderung entspricht dem späteren Aufruf Jesu zur Umkehr (Mk 1,15); während Jesus sich dafür jedoch auf die Nähe der Gottesherrschaft berief, ist Apollos Aufruf archaisch: Allein das strahlende Licht ist in sich der Appell, allem Dunklen zu entsagen und selber rein und klar zu werden. – In diesen Gedankengang muss man alle Beobachtungen zur Sprache des Gedichtes einordnen.

Wenn man prüft, was diese Ergänzung im Kontext der alten Analyse bedeutet, sieht man: Damit ist eigentlich erst das (einfache!) Verständnis des Gedichts erreicht. Wie wichtig diese Ergänzung ist, sieht man zum Beispiel in einem Vergleich mit der Seite https://www.mein-lernen.at/deutsch/rilke-archaischer-torso-apollos-interpretation: Dort sind mancherlei Beobachtungen zur sprachlichen Form genannt – und unabhängig davon, ob sie alle richtig sind, ist das Gedicht nicht verstanden, wie man am letzten Satz auf besagter Seite sieht; der Zusammenhang zwischen den Lichtphänomenen, der Gestalt Apollo und der Aufforderung, sein Leben zu ändern, wird nicht erkannt. Auch ich habe ihn erst gesehen, als ich Michael Stahls Ausführungen überprüft und die Änderungen reflektiert habe.

Eine solche Form des Überarbeitens ist natürlich etwas anderes, als wenn man bloß Rechtschreibung und Syntax einer eigenen Arbeit noch einmal kurz überfliegt…

Denkerziehung am Gymnasium?

Durch Denken lernt man reden, wissenschaftlich reden. Dies ist ein Vermögen, welches jede Wissenschaft braucht, und hieraus begreift sich der allgemeine und praktische Nutzen der Logik. Und auf der anderen Seite lernt man denken am besten durch das Studium vortrefflicher Schriftsteller. Man lese in logischer Absicht z.B. platonische Gespräche, lessingsche Schriften wie den Laokoon, zergliedere die Rede, mache sich den Gedankenbau bis ins einzelne klar, merke auf jede logische Verknüpfung: das ist die fruchtbarste Art der logischen Erziehung. Nicht anders sollte die Logik auf den höheren Schulen gelehrt werden.“

(Kuno Fischer: System der Logik und Metaphysik oder Wissenschaftslehre. Dritte Auflage Heidelberg 1909, S. 14 )

https://archive.org/stream/systemderlogiku03fiscgoog#page/n37/mode/2up)

Zeugnis gegen den Genderwahn

Gerade lese ich den Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Karl Jaspers (hrsg. von Lotte Köhler und Hans Saner, Piper 1985). Dabei fiel mir auf, dass Hannah Arendt ganz selbstverständlich von sich in der Form „ich als Jude“ spricht (Brief vom 29. Januar 1946) und dass Karl Jaspers genauso selbstverständlich sagt, „daß Sie von vornherein als Jude sprechen“ (Brief vom 12. 3. 1946, Teil vom 17/3 46).

Was lernen wir daraus? Hannah Arendt war doch sicher eine selbstbewusste Frau und Jaspers ein ihr geneigter Gesprächspartner. Wenn beide ganz unbefangen die unmarkierte Form „Jude“ statt der markierten Form „Jüdin“ zur Bezeichnung der Frau Arendt wählen, heißt das doch, dass in der unmarkierten Form eindeutig jüdische Männer und Frauen gemeint sind, dass also die Frauen dadurch nicht ausgeschlossen werden.

Das wiederum heißt, dass der Genderwahn mit der These vom vermeintlichen Ausschluss der Frauen durch unmarkierte Sprachformen eine schlichte Erfindung verrückter Feministen ist. Seitdem die sprachwissenschaftlich unhaltbare These jedoch in der Welt ist, finden sich viele Frauen tatsächlich durch die unmarkierte Form „ausgeschlossen“. Das ist ein Wahnsinn, den man nicht auch noch durch Verordnungen, Leipziger „Professorin“-Anrede etc. befeuern muss.

Über das Korrigieren

Im Schuljahr 2016/17 konnte ich bei einem Nachhilfeschüler erleben, wie eine Korrektur ausfällt, welche eine Kollegin anhand vorgegebener Lösungserwartung (Schönigh) bei einmaliger Lektüre der Schülerarbeit vorgenommen hat: gruselig.

In einem Brief Karl Jaspers‘ an Hannah Arendt (4. Aug. 1929) steht Folgendes: „Die Korrekturen [beim Druck ihrer Dissertation, N.T.] müssen Sie langsam und immer zwei Mal lesen: einmal auf den Sinn und einmal optisch auf Fehler im Druck von Buchstaben und Silben. Das Korrekturlesen ist sehr anstrengend und muß gründlich geschehen.“

Das Bewerten der Leistung ist noch einmal ein gesonderter Arbeitsgang und kann erst in Teilschritten erfolgen, wenn man die ganze Schülerarbeit vor Augen hat – ganz sicher aber nicht bei der ersten Lektüre.

Wenn man alle Schülerarbeiten eines Kurses gelesen und verstanden hat, kann man eventuell sogar genötigt sein, die Lösungserwartung (sowohl eigene wie fremde) zu korrigieren und erst dann alle Arbeiten (neu) zu bewerten. Ich habe einmal meine eigene Lösungserwartung zur Analyse einer politischen Rede Brandts derart umgestoßen.

Fazit: Misstrauen Sie allen, die Ihnen weismachen wollen, sie hätten ein Patentverfahren entdeckt, bei dem man mit einmaliger Lektüre bei der Korrektur auskommt!