Die indirekte Rede

Die indirekte Rede

Überall, wo etwas berichtet wird (Zeitung usw.), wird die indirekte Rede gebraucht. Wenn man die Äußerung eines anderen Menschen (A) wiedergibt, kann man das (als Sprecher S) wörtlich oder eben indirekt tun. Der Unterschied ist folgender:

  • Wenn man die Äußerung des A wörtlich (also buchstäblich genau, mit Anführungs- und Schlusszeichen) wiedergibt, ist man für deren Wahrheit nicht verantwortlich:

    (1) Hans sagte vorgestern: „Ich fahre heute noch nach Berlin.“

  • Wenn man die Äußerung des A indirekt, also ohne Anführungszeichen wiedergibt, distanziert man sich davon im Konjunktiv I, und man bezieht den Inhalt der Äußerung perspektivisch auf den eigenen Standpunkt:

    (1)‘ Hans sagte vorgestern, er fahre noch am gleichen Tag nach Berlin.

  • Das gilt nicht nur für Personen und Zeit, sondern auch für den Ort:

    (2) Hans sagte gestern bei seiner Oma: „Hier bin ich richtig zu Hause.“

    (2)‘ Hans sagte gestern bei seiner Oma, dort sei er richtig zu Hause.

  • Frage- und Befehlssätze werden bei der Wiedergabe umgeformt:

    (3) Anna sagte: „Gebt Tanja bitte Bescheid!“

    (3)‘ Anna sagte, sie sollten Tanja [bitte] Bescheid geben.

    (4) Ben fragte: „Kommt Tanja auch mit?“

    (4)‘ Ben fragte, ob Tanja auch mitkomme.

Aus dem Ich-Hier-Jetzt des A wird bei der indirekten Rede des S also Er-Dort-Damals; wie man das jeweils sprachlich ausdrücken kann, muss man im Einzelfall prüfen.

S verändert die Äußerung des A, wenn er sie indirekt wiedergibt; das muss er fairerweise kenntlich machen, indem er die Äußerung A.s in den Konjunktiv setzt. (Wenn aber im Bericht des S nach einem Verb des Sagens klar ist, dass es sich um eine Äußerung A.s handelt, kann S auch auf den Konjunktiv verzichten; der Übung halber soll das jetzt nicht geschehen.) Wenn eindeutige Formen des Konjunktivs I zur Verfügung stehen, sind diese vorzuziehen; andernfalls weicht man auf den Konjunktiv II aus.

Für die indirekte Wiedergabe einer Äußerung A.s kann S auch einen dass-Satz nehmen:

(2)‘‘ Hans sagte gestern bei seiner Oma, dass er dort richtig zu Hause sei.

(3)‘‘ Anna sagte, dass sie Tanja Bescheid geben sollten.

Fragesätze kann man nicht in dass-Sätze umwandeln.

Wie die Konjunktivformen gebildet werden: http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/deutsch/sprache/grammatik/konjunktiv/konjunktivbildung_neu.pdf

Behaghel: Die deutsche Sprache

Ich möchte auf ein Buch hinweisen, das den Reichtum der deutschen Sprache geschichtlich erschließt, von den Dialekten bis zur Wortbildung, von der Betonung über die Flexion (Deklination, Konjugation) bis zum Satzbau. Es stammt von Otto Behaghel: Die deutsche Sprache, 7. Aufl. 1923; der Autor war Professor in Gießen und ein anerkannter Fachmann, von dem man auch heute noch sehr viel lernen kann (auch wenn Einzelnes sicher wissenschaftlich überholt ist) – fast zu viel, wenn man das Buch in einem Streifen liest; dann könnte man leicht von der Fülle der Einzelheiten verwirrt werden.

Ich verlinke das Inhaltsverzeichnis, damit man sich einen Eindruck von dem machen kann, was einen bei der Lektüre erwartet – oder damit man weiß, was man wo nachschlagen kann. Dem dient dann auch das Wort- und Sachverzeichnis. Blättern kann man, indem man auf eine Seite klickt (links: zurück, rechts: vor), oder unten rechts mittels der Pfeile (Dreiecke). Mit dem dunklen Punkt unten kann man über viele Seiten hinweg springen.

https://archive.org/stream/diedeutschespr00behauoft#page/400/mode/2up (Inhalt)

https://archive.org/stream/diedeutschespr00behauoft#page/378/mode/2up (Wort- und Sachverzeichnis)

Relativsätze, Relativpronomen, relative Adverbien

  1. Beispiele für Relativsätze

(1) Der Mann, der am Fenster sitzt, kommt aus Hamburg.

(2) Ich erinnere mich noch genau [daran], worüber wir gestern gesprochen haben.

(3) Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.

(4) Du musst das Rad prüfen, welches Luft verliert.

  1. Theorie der Relativsätze
  • Sie werden durch ein Relativpronomen oder Relativadverb eingeleitet.
  • Sie sind Nebensätze, die sich auf ein Bezugswort im Hauptsatz beziehen.
  • Dieses Bezugswort muss man sich manchmal hinzudenken, siehe (2).
  • Meistens sind sie Attribute; sie können aber auch Subjekt oder Objekt sein.
  • Sie stehen in der Nähe des Bezugswortes.
  • Relativsätze sind restriktiv oder nicht-restriktiv; restriktiv sind sie, wenn sie das Bezugswort näher bestimmen (und so seine Bedeutung einschränken): (5) der Mast, der an unserer Garage steht. Nicht-restriktive Relativsätze fügen dem Bezugswort lediglich ein Merkmal hinzu: (6) unser Auto, das [bekanntlich] braun ist.
  • Relativsätze können Ergänzungen oder Angaben sein: Ergänzungen sind spezifische (notwendige) Satelliten des Nomens, sie vertreten oft den Genitivus subjectivus: (7) der Fehltritt, den der Großvater beging [= der Fehltritt des Großvaters]; Angaben sind unspezifische (beiläufige) Satelliten, sie können der gesamten Wortklasse zugeordnet werden.
  • Es gibt weiterführende Relativsätze, die sich auf den ganzen Satz beziehen: (8) Die Raupe hat stachelige Haare, was sie vor Feinden schützt.
  • Sie werden durch Komma(s) vom Hauptsatz abgetrennt.
  1. Die Relativpronomen
  • sind „der, die, das“ (aus dem Demonstrativpronomen entstanden), „welcher, welche, welches“ (eher im Schriftdeutschen), „wer, was“ („wer“ → Personen, „was“ → Sachen – beide verallgemeinernd);
  • stellen die Beziehung zu einem Nomen oder Pronomen im übergeordneten Satz her, vgl. (1): „der“ → „Der Mann“;
  • richten sich in Geschlecht und Zahl nach dem Bezugswort, vgl. (1): „der“ ist Maskulinum, Singular, wie „Der Mann“,
  • während der Fall sich nach der Funktion im Relativsatz richtet, vgl. (1): „der“ ist Subjekt im Relativsatz, steht also im Nominativ.
  1. Relative Adverbien
  • Sie können ebenfalls Relativsätze einleiten, siehe (2).
  • Sie bestehen aus den beiden Teilen „wo[r]“ + Präposition, also „woher, wofür, worüber, worauf“ usw.
  • Die Genitivverbindungen „weshalb, weswegen“ behalten ihre Form.
  • Nach Orts- und Zeitangaben kann ein relatives „wo“ stehen: (9) Es kam die Morgenstunde, wo die Entscheidung nahte.
  • Ein modaler Attributsatz kann mit relativem „wie“ angeschlossen werden: (10) Die Art, wie [= in welcher] er erzählt, gefällt mir.

Quellen: Schülerduden Grammatik (7. Aufl.); Jung/Starke: Deutsche Grammatik (1990); Ulrich Engel: Deutsche Grammatik (1988/2009). Vgl. auch http://www.zas.gwz-berlin.de/fileadmin/mitarbeiter/schwabe/teaching/4.2_Attributsaetze.pdf

Die Unterscheidungen restriktiv/nicht-restriktiv und Ergänzung/Angabe braucht man natürlich in der Sekundarstufe I nicht einzuführen; sie sind vielleicht bei stilistischen Untersuchungen in der Sekundarstufe II (für den Lehrer) hilfreich. Vgl. auch http://www.zas.gwz-berlin.de/fileadmin/mitarbeiter/schwabe/teaching/8_Nicht-restr._Relativsaetze.pdf

  1. Übungen

5.1 Die meisten Übungen bestehen aus einem Haupt- und einem Relativsatz, in dem das Relativpronomen fehlt. Hier muss man erkennen, welche Funktion das Pronomen im Relativsatz hat sowie Geschlecht und Zahl des Bezugswortes beachten: (11) In jeder Klasse gibt es einen Schüler, ______ man immer helfen muss.

5.2 Etwas schwieriger ist die Übung, in der man aus zwei Sätzen einen Haupt- und einen Relativsatz bilden soll. Hier kommt die Entscheidung für den Hauptsatz hinzu, wobei man manchmal noch das Tempus im Relativsatz verändern muss: (12) Das Mädchen lief bei Rot über die Straße. Das Mädchen wurde verletzt. → Das Mädchen, das bei Rot über die Straße lief, wurde verletzt. [Oder: Das Mädchen, das verletzt wurde, war bei Rot über die Straße gelaufen.]

5.3 Noch schwieriger ist die Übung, wenn das Bezugswort nicht wörtlich, sondern nur sinngleich im zweiten Satz repräsentiert ist: (13) Sie haben mir im Katalog einen Laserstrahldrucker für 120 Euro gezeigt. Wann ist das Gerät lieferbar? → Wann ist der Laserstrahldrucker für 120 Euro, den Sie mir im Katalog gezeigt haben, lieferbar?

5.4 Vielleicht noch schwieriger ist eine Übung, in der ein Modalverb im Relativsatz entfallen kann/muss: (14) Wo finde ich hier Steckdosen? Sie sollen eine Kindersicherung besitzen. → Wo finde ich hier Steckdosen, die eine Kindersicherung besitzen?

http://www.deutschegrammatik20.de/attribute/relativsatz/grammatikubungen-relativsaetze/

https://deutsch.lingolia.com/de/grammatik/satzbau/nebensaetze/relativsaetze

http://suz.digitaleschulebayern.de/deutsch/dunterlagen/relativsaetze.pdf

http://www.wirtschaftsdeutsch.de/lehrmaterialien/ueberblick-gra1.php#REL

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Attribut/Relativ/index.html mit weiterführenden Links

(oder in der Suchmaschine „Relativsätze Übungen deutsch“ eingeben!)

 

 

Verform „worden“

Nach 40 Jahren als Deutschlehrer habe ich heute erstmals über die Verbform „worden“ nachgedacht: ‚Ich bin von einem Hind gebissen worden.‘

Klar, „worden“ kommt von „werden“, aber Partizip II zu „werden“ ist „geworden“ – oder!? Nach einigem Forschen bin ich dann dahintergekommen, dass „geworden“ das Partizip des normalen Verbs „werden“ ist, „worden“ dagegen das Partizip II des Hilfsverbs „werden“. Aber wieso die Formen sich unterscheiden, ist mir nirgendwo erklärt worden.

P.S. In Weigand, Deutsches Wörterbuch II 2, 1871, findet sich unter „werden“ folgender Hinweis: „Das Part. des Prät. lautet eigentlich worden, aber schon früh-nhd. drang geworden ein. (…) Später schieden sich worden und geworden so, daß dieses concret und jenes abstract genommen, also als Participium des Hilfsverbs steht…“ Dem widersprechen noch Campe: Wörterbuch der deutschen Sprache, 1811, und Adelung, 2. Auflage: „wenn das Participium von werden das Hülfswort ist, so ist es alle Mahl mit einem andern Participio Präteriti verbunden, welches bereits sein Augment hat, daher geworden das seinige, um des Wohlklanges Willen, verlieret; ich bin geliebt worden, für geliebt geworden.“

Sanders: Wörterbuch der Deutschen Sprache, II 2, 1876, stimmt wieder mit Weigand überein: „Doch findet sich in der älteren Sprache gewöhnlich worden für das heutige geworden und so z.B. noch a) bei Eigenschaftswörtern und Adverbien: bin worden alt und grau (Chamisso)… b) mit prädikativem Hauptwort…“

Genderdeutsch

Genderdeutsch

Dies ist ein ganz böses Kapitel sprachlicher Verunstaltung. Die vermeintliche Gleichbehandlung von Männern und Frauen oder die sogenannten „geschlechterneutralen“ Formulierungen sind völlig unnütz, niemand braucht sie, und außer durch Politiker, die sie massiv vorantreiben und sogar „Rechtsvorschriften“ dazu initiieren, was immer das sein mag, werden sie von den deutschsprechenden Völkern im wesentlichen ignoriert. Das ist sicher der gesündeste Part in diesem Prozeß. Frauen mit Bildung und Intelligenz begrüßen das Genderdeutsch auch nicht. Auch die orthographischen Auswüchse wie Schrägstrich-innen oder ein großes I inmitten eines Wortes (Mitarbeiter/innen, MitarbeiterInnen) werden in den deutschsprechenden Völkern mehrheitlich abgelehnt.

Hier einige Tendenzen und Beispiele, die den ganzen Unsinn zeigen.

  • Die in allen Lebensbereichen erhobene Forderung nach ständiger Doppelnennung der Geschlechter gilt merkwürdigerweise nicht ohne Einschränkung. Zum Beispiel wird
    • Täterinnen und Täter,
    • Verbrecherinnen und Verbrecher,
    • Diebinnen und Diebe oder auch
    • Betrügerinnen und Betrüger

nicht gefordert. Warum eigentlich nicht? In allen anderen Fällen wird ja die sogenannte „Gleichbehandlung“ von Männern und Frauen kategorisch verlangt. Möglicherweise soll mit dem Fehlen weiblicher Benennungen weibliche Kriminalität geleugnet werden. Das widerspricht aber den Tatsachen der gegenwärtigen Entwicklung.

Der wahre Grund ist jedoch woanders zu finden. Das Genderdeutsch wurde forciert inszeniert, als sich die Frauen im Jahre 1918 in Deutschland endlich das Wahlrecht erkämpft hatten. In dieser Errungenschaft haben Politiker das große Potential erkannt, welches die Frauen als Wähler darstellen, und so begann man, um diese Wählerstimmen zu buhlen, mit allen Mitteln, auch mit sprachlichen. Dafür sind natürlich Negativbegriffe wie oben ungeeignet. Der Prozeß verlief im Einklang mit militanten Feministen (das sind Männer und Frauen! Man muß das heute schon explizit sagen), die mit großer Intensität begannen, glaubhaft machen zu wollen, das grammatische Genus eines Begriffes sei mit dem biologischen Geschlecht des Begriffsträgers gleichzusetzen und folglich seien mit dem maskulinen grammatischen Genus Frauen aus der Nennung ausgeschlossen. Die Sprachwissenschaft versucht geradezu mit Engelzungen, diesen Irrtum aufzuklären. Bedauerlicherweise sind aber Politiker und Feministen stärker und setzen mit grobem Machtgehabe ihre beschränkten Sprachkenntnisse durch.

  • Die Begriffskombination Mitglieder und Mitgliederinnen, die ich in einer Gewerkschaftszeitung aufgefunden habe, ist vermutlich von einem Politiker: Weiblich um jeden Preis, auch wenn es grammatisch völlig unmöglich ist. Es ist zwar falsch, aber es klingt gut, und das ist wichtiger.
  • Brautpaar. Warum eigentlich nicht Braut/Bräutigampaar? Eine Braut allein ist schließlich noch kein Paar. Der Begriff Brautpaar ist ja nun doch sehr weiblich besetzt, so daß kaum die Gefahr der Realisierung meiner Idee besteht, Männer kommen seltener auf solche ulkigen Vorschläge.
  • Der Mensch – grammatisch maskulin, eine feminine Form gibt es nicht. Nach dem irrigen Sprachverständnis derer, die das grammatische Genus und das biologische Geschlecht immer noch als dasselbe ansehen, so daß also grammatisch maskulin biologisch männlich bedeute, können demnach nur Männer Menschen sein, weil Frauen, wie jeder weiß, nicht männlich sind.
  • Die Persönlichkeit – grammatisch feminin, eine maskuline Form existiert nicht. Nach der politisch suggerierten Sprachfehlleistung, grammatisch feminin sei biologisch weiblich, könnten deshalb nur Frauen Persönlichkeiten sein, denn Männer sind nicht weiblich.
  • Der Junge ist grammatisch maskulin. Heißt das, daß er männlich ist? Wie sollen wir dann das Mädchen verstehen? Es ist nicht feminin, es ist ein Neutrum. Also, nicht weiblich? Wie nun? Hier muß man tatsächlich das biologische Geschlecht betrachten: Ehe der Junge ein Mann wird, vergehen 16 bis 18 Jahre, und dann ist er kein Junge mehr. Der Junge ist also nicht männlich, sondern grammatisch maskulin. Bei dem Mädchen dauert es auch etwa so lange, ehe es eine Frau wird. Aber das Mädchen ist ja ohnehin nicht weiblich, pardon, nicht feminin.
  • Ich will einmal als Beispiel mit dem Genderdeutsch ein Problem der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland behandeln. Ich treffe die Feststellung Angela Merkel ist der achte Bundeskanzler der Bundesrepublik. Sofort werde ich attackiert: Angela Merkel sei nicht Bundeskanzler, sondern Bundeskanzlerin. Ich korrigiere also: Angela Merkel ist die achte Bundeskanzlerin der Bundesrepublik. Nun aber ist die Aussage falsch, denn die anderen waren alle sieben Männer. Um die Aussage richtigzustellen, korrigiere ich wieder: Angela Merkel ist die erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik. Das ist zwar richtig, aber darum ging es gar nicht. Die Aussage, die ich vornehmen will, kann man mit dem Genderdeutsch gar nicht mehr ausdrücken, ohne auf die orthographischen Mißgestaltungen mit dem Schrägstrich oder großem I zurückzugreifen.
  • All diese Wirrnisse entstehen nur durch das Genderdeutsch. Es taugt zu nichts, außer zu großem Unsinn. Hier aber hätte es wirklich Sinn, sich einmal am Englischen zu orientieren. Dort gibt es solche Probleme nicht, obwohl es auch im Englischen feminine Formen gibt. Zum Beispiel authorness – die Autorin. Aber sie werden nicht verwendet. Die englischsprechenden Völker wollen sie nicht haben.
  • Dieses ganze Prozedere führt dann zu abartigen Auswüchsen, wie einerseits zu den absurden Darstellungen im Entwurf einer Verordnung über das Fleischhygienerecht aus der Feder Herrn lic. iur. Urs-Peter Müllers vom Bundesamt für Veterinärwesen der Schweiz oder andererseits zu der völlig konfusen Formulierung in einer Dissertation, beides gefunden durch den Schweizer Sprachwissenschaftler Dr. Arthur Brühlmeier, nachlesbar unter http://www.unipohl.de/Appell.htm, dort Abschnitt 2., Staatsfeminismus.
  • Welch unglaubliche Blüten der militante Feminismus in Verbindung mit politischem Machtgetöse in seiner Endphase austreiben kann, erfährt man an der Universität Leipzig, an der – angeregt durch die Rektorin Professor Doktor Beate Schücking – grammatisch maskuline Benennungen per Senatsbeschluß abgeschafft werden sollen und den abstrusen Benennungen wie zum Beispiel Herr Professorin, Herr Doktorin oder Herr Dozentin zu weichen haben. Andere Universitäten sollen folgen. Ausführlicher beleuchtet habe ich dies unter http://www.unipohl.de/Femininmaenner.htm.

(Quelle: http://hauptplatz.unipohl.de/Muttersprachprobleme.htm)

vgl. https://merton-magazin.de/hier-endet-das-gendern

http://de.wikimannia.org/Gendersprech

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtergerechte_Sprache

http://www.linguistik-online.com/39_09/elmiger.html

P.S. Aufgrund des Kommentars von Herrn Rau stelle ich meine Position dar

1.0 Eine der wichtigsten Forderungen an den, der spricht, lautet: „Rede kurz!“ So lautet zum Beispiel die erste Regel in „Goldene Regeln der Rhetorik“ von Marcus Knill (http://rhetorik.ch/Goldeneregeln/Goldeneregeln.html; vgl. „In der Kürze liegt die Würze.“). Otto Behaghel spricht ausdrücklich von der Sparsamkeit der mündlichen Rede (Die Deutsche Sprache, 7. Aufl. 1923, S. 50). Alle sprechen von einem Kilo, nicht von einem Kilogramm, und man bestellt ein Soda, nicht ein Sodawasser. Diese Tendenz zur Kürze ist so stark, dass heute bereits Verben ausgelassen werden: „Schulz kann Wahlkampf.“ oder „Hecking kann Abstiegskampf.“

2.1 „Ein generisches Maskulinum ist die Verwendung eines maskulinen Substantivs oder Pronomens, wenn das Geschlecht der bezeichneten Personen unbekannt oder nicht relevant ist oder wenn männliche wie weibliche Personen gemeint sind. Beispiel: Das Wort „Studenten“ in der Verwendung als generisches Maskulinum bezieht sich auf eine Gruppe von Studierenden unbekannten Geschlechts oder eine gemischtgeschlechtliche Gruppe. Generische Maskulina gibt es in vielen Sprachen.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Generisches_Maskulinum) Wenn ich einen Arzttermin habe, stelle ich mir doch keine Verabredung mit einem Mann vor, und die Arztpraxis ist die Praxis eines Arztes oder einer Ärztin – das Wort „Arztpraxis“ sagt darüber nichts und regt auch nicht die Vorstellung eines Mannes an.

2.2 Das generische Maskulinum erfüllt das Gebot der Kürze (s. 1.).

2.3 Das generische Maskulinum diskriminiert Frauen nicht, setzt sie nicht herab und behandelt sie nicht als unwichtig oder zweitrangig.

3.1 Deshalb besteht kein Grund dafür, eine sogenannte geschlechtergerechte Sprache einzuführen, in der es von Wiederholungen wimmelt, die also gegen das Gebot der Kürze vestößt. (Dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtergerechte_Sprache)

3.2 Vor allem ändert eine „geschlechtergerechte Sprache“ nichts an realen Verhältnissen, in denen Frauen ungerecht behandelt werden. – Ich schließe mich der Forderung an, Frauen und Männer gleichberechtigt zu behandeln, also z.B. gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu zahlen.

3.3 Gut scheint mir die Stellungnahme Peter Müllers von der SOK zu sein:

„Rein sprachlich gesehen, ist die permanente Nennung der weiblichen Formen unnötig. In den Formen Verkäufer usw. kann man ein sogenanntes generisches Maskulinum sehen, das mit dem biologischen Geschlecht nichts zu tun hat. Ein Indiz dafür ist, dass es auch generische Feminina und Neutra gibt: die Wache, die Gans, die Geisel, die Waise, das Opfer, das Kind, die Person. Alle Diminutive sind generische Neutra: das Mädchen, das Schneiderlein (siehe auch „Generisches Maskulinum“ auf Wikipedia).

Die systematische Nennung der weiblichen Schreibweisen führt zu schweren Beeinträchtigungen der Lesbarkeit. Sie kann auch gar nicht vollständig durchgehalten werden, z. B. in Zusammensetzungen: Bürgervertreter müsste in Bürger- und Bürgerinnenvertreter und -vertreterinnen umgesetzt werden.

Die aus politischer Korrektheit vor allem von feministischer und linker Seite geforderte zunehmende Verwendung von weiblichen Schreibweisen führt dazu, dass unter dem neutralen generischen Maskulinum schliesslich wirklich nur noch Männer verstanden werden, fälschlicherweise auch in denjenigen Fällen, in denen beide biologischen Geschlechter gemeint sind: da, wo auch Verfechter der feministischen Schreibweisen ihr System nicht durchhalten können (s. o.), oder in der Normalschreibweise, in der der Schreiber das generische Maskulinum meint. Dem Anliegen der Gleichstellung wird damit eher geschadet als genutzt.

Inzwischen kommt niemand mehr um die Berücksichtigung dieser Entwicklung herum. Dabei ist eine moderate Anwendung der weiblichen Formen zu empfehlen. Mehrere Institutionen wie der Duden, in der Schweiz die Bundeskanzlei, haben dazu Richtlinien herausgegeben. Doppelnennungen werden vor allem in (feierlichen) Ansprachen empfohlen. In Stelleninseraten sind sie teils sogar vorgeschrieben. In vielen Fällen werden Ersatzformulierungen wie Studierende (statt Studenten und Studentinnen) empfohlen. Das sogenannte Binnen-I hingegen widerspricht den (herkömmlichen und reformierten) Rechtschreibregeln und ist damit rechtschreiblich gesehen falsch.

In längeren Dokumenten kann auch der Hinweis angebracht werden, dass im Text das generische Genus verwendet wird (nicht dass Frauen „mitgemeint“ seien), z. B. aus einem Dokument der SDA: Hinweis: In diesem Dokument wird aus sprachlichen Gründen (Lesbarkeit, Ästhetik) das generische Genus (in der Regel das generische Maskulinum) angewendet. Das generische Maskulinum (z. B. der Mitarbeiter, der Vorgesetzte) bezeichnet das biologische Genus genauso wenig wie das generische Femininum (z. B. die Waise, die Geisel) oder das generische Neutrum (z. B. das Männchen, das Mädchen). Wo nicht ausdrücklich unterschieden wird, sind immer beide biologischen Genera gemeint.“

Peter Müller, SOK (http://sok.ch/2007/11/weibliche-formen/)

3.4 Im Duden-Newsletter findet sich folgende Erklärung – leider wird nur auf das Regelwerk geschaut und nicht gefragt, ob die Doppelnennung sinnvoll ist:

„Die höflichste und eindeutigste Variante der sprachlichen Gleichstellung ist die Doppelnennung. Besonders in der persönlichen Anrede können die Doppelformen Leserinnen und Leser, Schülerinnen und Schüler verwendet werden. Die konsequente Doppelnennung im weiteren Text macht diesen aber schwerfällig und schlecht lesbar. Zur verkürzten Darstellung von Doppelformen bietet sich der Schrägstrich an: Mitarbeiter/-innen; die Schreibung ohne den Auslassungsstrich ist nicht korrekt.
Allerdings kann mithilfe des Schrägstrichs nur verkürzt geschrieben werden, wenn sich die Wörter ausschließlich in der Endung unterscheiden (also z. B. nicht bei Arzt/Ärztin). Ähnlich dem Schrägstrich können Doppelnennungen auch durch Klammern verkürzt werden, z. B. Mitarbeiter(in), Kolleg(inn)en.
Die Verwendung des großen I im Wortinnern (Binnen-I) entspricht nicht den Rechtschreibregeln.“ (http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/Duden-Newsletter-070111)

3.5 Ich empfehle, in der persönlichen Anrede die Doppelnennung zu verwenden, die verkürzte Darstellung von Doppelformen aber nur, wo es entweder vorgeschrieben ist oder es zu Missverständnissen kommen kann, falls sie nicht verwendet werden.

P.S.

In seinem Aufsatz „Das missbrauchte Geschlecht“ (SZ 3. März 2017, S. 14; vgl. das Interview http://www.deutschlandfunk.de/linguist-kritisiert-geschlechtergerechte-sprache-ein.691.de.html?dram:article_id=380828) zeigt Peter Eisenberg, wie sprachlich unbedarft die GenderInnen und GenderAußen sind: „Das Genus in den indoeuropäischen Sprachen ist entstanden durch Zweiteilung in Bezeichnungen für Belebtes (später Maskulinum) und Unbelebtes (später Neutrum). Das Femininum kam als drittes Geschlecht hinzu und spezialisierte sich auf Kollektiva und Abstrakta. Mit dem natürlichen Geschlecht weiblich hatte es nichts zu tun, und dabei ist es bis heute im Wesentlichen geblieben.“ – Eisenberg verweist noch auf Roman Jakobsons Entdeckung, dass in allen grammatischen Kategorien jeweils eine als unmarkierte (mit unspezifischer Bedeutung, Hintergrund), eine als markierte (mit spezieller Bedeutung und aufwendigerer Form) fungiert (z.B. Aktiv-Passiv), mit entsprechenden Konsequenzen für das Genussystem. Zur Markierungstheorie:

https://de.wikipedia.org/wiki/Markiertheit (kurz)

http://www.personal.uni-jena.de/~x1gape/Wort/Wort_Unterspez.pdf (ausführlicher)

http://www.christianlehmann.eu/ling/ling_theo/markiertheit.php (ausführlich)

http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gruwi.ansicht?v_id=4057 (speziell: Flexionsmorphologie)

https://de.wikipedia.org/wiki/Roman_Ossipowitsch_Jakobson (über Roman Jakobson)

Fazit: Gendern erhöht zwar das Selbstgefühl der Feministen (unmarkierte Form), verschangeliert aber auf unverantwortliche Weise die deutsche Sprache. Angesichts der realen Probleme unserer Welt mutet der Kampf für Genderdeutsch wie ein Akt feministischer Selbstbefriedigung an.

Indirekte Rede

Wer ist „ich“, wann ist „jetzt“ und wo ist „hier“?

Das richtet sich einzig und allein nach dem jeweiligen Sprecher: Für jeden Sprecher ist in jedem Moment: Ich – Hier – Jetzt; für einen anderen ist an seiner Stelle ebenfalls Ich – Hier – Jetzt. Man spricht hier von Deixis und Ich-Origo:

http://www.christianlehmann.eu/ling/elements/deixis.html

https://www.mediensprache.net/de/basix/lexikon/index.aspx?qu=Deixis

https://de.wikipedia.org/wiki/Deixis

http://www-01.sil.org/linguistics/GlossaryOfLinguisticTerms/WhatIsDeixis.htm (englisch)

Was unterscheidet die direkte Rede von der indirekten Rede?

a) direkte Rede:

[Sprecher:] Karl sagte am Montag: „Ich bin heute krank.“

Der Sprecher hat Karl im Blick und berichtet wörtlich, was Karl am Montag sagte; Karls Äußerung ist deshalb an Karls Sicht gebunden (ich – heute).

b) indirekte (berichte) Rede (englisch: reported speech):

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, er sei an diesem Tag krank.

Der Sprecher hat Karl im Blick und berichtet aus seinem Ich – Hier – Jetzt, was Karl am Montag sagte. Er ändert in der Äußerung deshalb „ich“ -> er, „heute“ -> an diesem Tag; er tilgt Karls Sicht in dessen Äußerung und benennt Personen, Ort und Zeit aus seiner eigenen Sicht.

Außerdem entfallen die Anführungszeichen der wörtlichen Rede, und der Modus des Verbs ändert sich (Indikativ -> Konjunktiv: Zeichen, dass die Äußerung eines anderen berichtet wird).

c) indirekte Rede als dass-Satz:

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, dass er an diesem Tag krank sei.

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, dass er an diesem Tag krank ist. (Mittlerweile ist im dass-Satz auch der Indikativ möglich, weil durch das Verb „sagte“ hinreichend klar ist, dass es sich um die Äußerung eines anderen handelt.)

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, dass er an diesem Tag krank wäre. (Durch den Gebrauch des Konjunktivs II zeigt der Sprecher an, dass er selber meint, Karl habe vielleicht gelogen. – Das kann man natürlich auch ohne dass-Satz sagen:

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, er wäre an diesem Tag krank.)

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Damit ist das Wesentliche zur indirekten Rede gesagt. Jetzt kann man noch erarbeiten,

  • Wie die Konjunktivformen der einzelnen Verben lauten
  • Wann man Konjunktiv I und wann Konjunktiv II gebraucht
  • Wie man Wünsche, Pläne, Befehle und Fragen in der indirekten Rede ausdrückt

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Auf vielen Seiten, die man im Netz findet, gibt es Fehler oder Ungenauigkeiten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Indirekte_Rede (richtig, aber kompliziert)

https://deutsch.lingolia.com/de/grammatik/satzbau/indirekte-rede (einfacher)

http://www.dsporto.de/ubungen/indirektregeln.htm (umfangreich, richtig, komplex – mit vielen Übungen, die man online machen und überprüfen kann)

http://www.online-lernen.levrai.de/deutsch-uebungen/grammatik_5_7/30_indirekte_rede/01_regeln_indirekte_rede.htm (fast ganz richtig-praktisch, mit Tabelle Konjunktiv I)

http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/deutsch/sprache/grammatik/redewiedergabe/verbzweitsatz.html (viele Materialien, etwas unübersichtlich)

http://www.beste-tipps-zum-deutsch-lernen.com/indirekte-rede/ (einfach)

http://www.deutschseite.de/grammatik/indirekte_rede/indirekte_rede.html (für Englischsprecher, nicht ganz korrekt)

http://www.grammatiktraining.de/indirekterede/grammatikuebersicht-indirekte-rede.html (einfach, evtl. korrigieren)

http://www.suz.deutschdigital.de/deutsch/grammatik/indirekterede1.htm (AB, einfach)

http://schubert-verlag.de/aufgaben/xo/xo06_01.htm (AB einfach, Fehler im Muster)

http://www.schubert-verlag.de/aufgaben/uebungen_c1/c1_indirekte-rede1.htm (schwieriger)

http://www.udoklinger.de/Deutsch/Grammatik/IndirRede.htm (einfach, teils problematisch)

http://www.deutschegrammatik20.de/konjunktiv/umformung-direkte-indirekte-rede/ (einfach, falsch bei Ort; Zeit fehlt)

Ich empfehle, den Schülerduden Grammatik zu benutzen (7. Auflage, Nr. 94 ff. bzw. Nr. 99 ff.); da wird alles anhand von Beispielen erklärt.

Sprachwandel bei starken deutschen Verben

Listen der starken deutschen Verben:

http://www.dietz-und-daf.de/GD_DkfA/Gramminfo/txt_MI1/AS1-starke%20Verben%20(Alpha).pdf (alphabetisch geordnet, nicht ganz vollständig)

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_starker_Verben_(deutsche_Sprache) (systematisch geordnet)

http://www.duden.de/sites/default/files/downloads/Duden_Die_Grammatik_Starke_und_unregelmaessige_Verben.pdf (Duden-Grammatik, dort ab Nr. 704: alphabetisch geordnet, vollständig)

Am Beispiel der starken Verben kann man erkennen, wie sich ein Sprachwandel vollzieht: Die starken Verben können mit der Zeit zu schwachen Verben werden. Das lässt sich in verschiedenen Stufen beobachten (ich orientiere mich bei den Beispielen an der Einschätzung des Schülerdudens Grammatik, 7. Auflage, Nr. 147):

1. Neben der starken Form des Präteritums gibt es bereits öfter die schwache Form, z. B. schmelzen – er schmolz (schmelzte) – geschmolzen.

2. Neben der starken Form des Präteritums gibt es gleichberechtigt die schwache Form, z.B. wenden – er wandte/wendete – gewandt/gewendet.

3. Neben der schwachen Form gibt es gelegentlich noch die starke Form des Präteritums, z.B. schinden – er schindete (schund) – geschunden (geschindet).

4. Das Präteritum wird regelmäßig in der schwachen Form gebildet, aber das Partizip II wird noch stark gebildet, z.B. salzen – er salzte – gesalzen (bereits auch „gesalzt“); oder spalten – er spaltete – gespalten/gespaltet (bereits die schwache Form gleichwertig).

Man sieht, dass einige der starken Verben dabei sind, zu schwachen Verben zu werden; manchmal kommt die starke Form nur noch in altertümlichen Texten vor, z.B. „hauen – er haute/hieb – gehauen“: Petrus hieb dem Knecht des Hohenpriesters das rechte Ohr ab (Joh 18,10 in der Lutherbibel, festes Sprachgut). Bei Frau Holle gab es alle Tage Gesottenes (statt gesiedetes Fleisch) und Gebratenes; im Märchen der Brüder Grimm hält sich die alte Form.

Manchmal gibt es die starke Form neben der schwachen Form des Präteritums derart, dass sie unterschiedliche Bedeutungen haben, z.B. bewegen – er bewegte (veränderte die Lage von etwas) – er bewog (veranlasste jemanden zu etwas); siehe dazu Schülerduden Grammatik, 7. Aufl., Nr. 44 und 45.

Im Deutschen gibt es noch rund 200 starke Verben, im Englischen nur noch 98 (gegenüber 145 im Mittelenglischen, Ende des Mittelalters: Holger Dambeck im SPIEGEL am 11. Oktober 2007).

https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/germanistik/lehrende/koepcke_k/1998_k__pcke_starke_und_schwache_verben.pdf

http://othes.univie.ac.at/7277/

https://www.germanistik.uni-mainz.de/files/2015/03/Nuebling_1998c.pdf

http://www.christianlehmann.eu/ling/ling_theo/sprachwandel.php

http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1658044/WAS-WIRD-AUS-UNSERER-SPRACHE%3F/

https://www.academia.edu/3265429/_2010_Sprachwandel_im_Deutschen_in_R._Bergmann_P._Pauly_St._Stricker_Einf%C3%BChrung_in_die_deutsche_Sprachwissenschaft_3._ed._Heidelberg_2001_163-174_4._ed._Heidelberg_2005_164-176_5._ed._2010_325-336?auto=download

Sprachwandel

Was in einer Gesamtschule in Mönchengladbach unter „Sprachwandel“ in Kl. 11 zu lernen ist (die Links dazu habe ich ausgesucht):

Saussure: das sprachliche Zeichen

Das dyadische Zeichenmodell wird zumeist in Verbindung mit den Arbeiten des französischen Sprachwissenschaftlers F. de Saussure (1857-1913) betrachtet… Das (sprachliche) Zeichen setzt sich demnach aus einem Lautbild (Signifikant) und der Vorstellung (Signifikat) zusammen. Es wird somit weitgehend auf seine Bedeutungsfunktion reduziert. Später hat Saussure die beiden Seiten des Zeichens mit neuen Termini belegt (deutsch: das Bezeichnete =Bedeutung und das Bezeichnende). (http://www.spektrum.de/lexikon/kartographie-geomatik/zeichenmodell/5344)

https://www.mediensprache.net/de/basix/semiotik/zeichen/de_saussure.aspx

http://hispanoteca.eu/Lexikon%20der%20Linguistik/z/ZEICHEN%20nach%20Ferdinand%20de%20SAUSSURE.htm

Watzlawick: die fünf Axiome

http://www.paulwatzlawick.de/axiome.html

Paul Watzlawick stellte 5 Grundregeln (pragmatische Axiome) auf, die die menschliche Kommunikation erklären und ihre Paradoxie zeigen:

Man kann nicht nicht kommunizieren

Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt

Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung

Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten

Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär

http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/1/1_05.html

1. Axiom “ Man kann nicht nicht kommunizieren“
(Watzlawick 1996,53)
2. Axiom “ Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.“ (Ebd.56)
3. Axiom “ Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt“. (Ebd.61)
4. Axiom “ Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler (verbaler) und analoger (non-verbaler, nicht-sprachlicher) Modalitäten (Ausdrucksmittel).
Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische Syntax aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Semantik (Bedeutungslehre).
Analoge Kommunikationen hingegen besitzen dieses semantische Potential, ermangeln aber die für eindeutige Kommunikation erforderliche logische Syntax“. (Ebd.68)
5. Axiom “ Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch (gleichwertig) oder komplementär (ergänzend), je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht“. (Ebd.50-70)

(http://www.conradgiller.de/columbos-regeln/wiki/paul-watzlawick-und-die-5-axiome/)

(Körpersprache: http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/1/1_07.html)

Schulz von Thun: Beziehungsquadrat (Kommunikationsquadrat)

http://www.schulz-von-thun.de/index.php?article_id=71

http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/1/1_06.html

Schulz v.T.: das innere Team

http://www.schulz-von-thun.de/index.php?article_id=93

„Das Innere Team ist ein Persönlichkeitsmodell des Hamburger Psychologen . Die Pluralität des menschlichen Innenlebens wird darin mit der Metapher eines Teams und seines Leiters dargestellt. Das soll die Selbstklärung in zwiespältigen Situationen unterstützen und damit die Voraussetzung für eine klare und authentische Kommunikation nach außen bieten.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Inneres_Team)

http://www.managerseminare.de/Datenbanken_Lexikon/Inneres-Team-nach-Friedemann-Schulz-von-Thun,166

Schulz v.T.: das Wertequadrat (nicht besprochen?)

http://www.schulz-von-thun.de/index.php?article_id=72

https://de.wikipedia.org/wiki/Werte-_und_Entwicklungsquadrat

http://www.philosophicum.de/lh/komm2.htm

Männer- und Frauensprache

http://www.sg.sgkg.de/hilfen/ehe/mannfrau.php

http://www.fem.com/lifestyle/artikel/maennersprache-frauensprache-lass-uns-drueber-reden

http://www.igw.edu/assets/data/Abschlussarbeiten/Frauensprache_Maennersprache_Schuerch_Eveline_2009.pdf (S. 5-15)

Jugendsprache

https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendsprache

http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/jugendsprache/

http://hehl-rhoen.de/pdf/lexikon_der_jugendsprache.pdf Lexikon

http://www.ge-duisburg-sued.de/index.php/projekte/jugendsprache dito

Zu „Kiezdeutsch“ gibt es mehrere Dateien von Heike Wiese.

Anglizismen

https://de.wikipedia.org/wiki/Anglizismus (Formen des A.)

http://www.ruhr-uni-bochum.de/sprachwerk/mam/content/_kurzprojekt.pdf

Vgl. insgesamt: http://www.philosophicum.de/lh/kommunikation.htm

Linguistisches Relativitätsprinzip

http://home.edo.tu-dortmund.de/~hoffmann/ABC/Relativitaet.html

http://www.leselupe.de/lw/titel-Sapir-Whorf-Hypothese-54807.htm

http://www.blutner.de/philos/erfahr.html

Besonders möchte ich auf einen Fund hinweisen, der mir selber gelungen ist:

https://archive.org/stream/diedeutschesprac00fisc#page/n3/mode/2up (W. Fischer: Die deutsche Sprache von heute,  2. Aufl. 1919) Hier findet man, was vor 100 Jahren als Sprachwandel beobachtet und wie es erklärt wurde – auch ein Dokument des Sprachwandels.

Allgemeine Theorie des Sprachwandels: http://www.christianlehmann.eu/ling/ling_theo/sprachwandel.php

Deklination der Substantive – Flexionsklassen

Was man als native speaker beinahe gar nicht mitbekommt, ist die Tatsache, dass es für sie Flexion der Substantive einige Klassen gibt, in die man alle Substantive einordnen kann. Laut Wikipedia gibt es deren acht, laut Canoo deren zwölf. Ich gebe eine kurze Übersicht mit einigen Links:

Die Einteilung in eine Flexionsklasse erfolgt aufgrund der Endung des Genitiv Singular und des Nominativ Plural. So hat ein Wort aus der Klasse s/e im Genitiv Singular die Endung s und im Nominativ Plural die Endung e.

Flexionsklasse Genitiv Singular Nominativ Plural
(e)s/e Berg(e)s Berge
s/e Lehrlings Lehrlinge
s/- Fahrers Fahrer
(e)s/en Staat(e)s Staaten
(e)s/er Bild(e)s Bilder
en/en Menschen Menschen
s/s Radios Radios
-/e Kraft Kräfte
-/- Tochter Töchter
-/en Zeitung Zeitungen
-/s Kamera Kameras
[e]ns/[e]n Herzens Herzen

(http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-N/Texte/Flexionskl.html) Bei canoo (www.canoo.net) kann man übrigens die Deklination jedes einzelnen Substantivs (wie die Flexion jedes Wortes) aufrufen.

 

Eine schöne Übersicht gibt http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gruwi.ansicht?v_typ=o&v_id=3482 im Rahmen der gesamten „Flexionsmorphologie“. Vgl. auch

https://de.wikipedia.org/wiki/Flexionsparadigma = http://www.wikiwand.com/de/Flexionsparadigma#/Substantivparadigmen (nur 8 Klassen: zu einfach)

http://www.sfs.uni-tuebingen.de/~gjaeger/lehre/ss06/morphologieSyntax/handouts/flexion.pdf

https://www.philhist.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/medien/lehre/ernst/Grammatikalisierung.pdf (Umlaut im Plural: Rückgriff aufs Althochdeutsche)

http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/personal/agnes/lv/idg-form.htm (indogermanische Formenlehre – sehr schlau)

sowie den 2. Band der Deutschen Grammatik von Hermann Paul: https://archive.org/details/deutschegrammati02pauluoft

Ein anderes Stichwort, unter dem man der Deklination von Substantiven nachforschen kann, ist Deklinationsklasse. Ein vereinfachte Theorie besagt, es gebe eine starke, eine schwache und eine gemischte Klasse; das ist deshalb vereinfacht, weil es verschiedene Formen der Pluralbildung gibt, die man nicht den drei Klassen zuordnen kann. Man steht hier vor einem Dilemma: Will man eine einfache oder eine richtige Theorie der Deklination haben? Man kann getrost sagen: Das meiste, was man im Internet findet, ist zu einfach, um völlig richtig zu sein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Deklination

http://www.deutschunddeutlich.de/contentLD/GD/GGr1baDeklination.pdf (zu einfach)

https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch/artikel/deklination-des-substantivs

http://suz.digitaleschulebayern.de/deutsch/dunterlagen/substantiv_theorie.pdf (zu einfach)

http://www.belleslettres.eu/artikel/deklination-der-substantive.php (Vortrag von 58’)

Es gibt eine Reihe von Seiten, die nur einen Teil der Deklination der Substantive behandeln.

Freie Angaben nach einer Präposition (Adverbiale)

Freie Angaben zum Verb bzw. zum Satz nach einer Präposition

  1. Präpositionen mit dem Akkusativ:

Du musst das Geld bis nächstes Jahr zurückgeben.

Ich gehe durch das Wasser.

Das tue ich gern für dich.

Wir kämpfen gegen die andere Mannschaft.

  1. Präpositionen mit dem Dativ:

Der Lehrer kommt aus der Klasse.

Er steht bei einem Schüler.

Gehst du mit mir nach Hause?

Das Geld habe ich von meinem Vater bekommen.

Am besten kommst du morgen zu mir. [Auch die beiden Abkürzungen „zum“ (zu dem) und „zur“ (zu der) sowie „vom“ (von dem) zeigen, dass der Dativ folgt: zum Papierkorb gehen, vom Baum klettern…]

  1. Präpositionen mit Akkusativ oder Dativ:

Es handelt sich um Präpositionen für eine Ortsangabe. Welcher Fall richtig ist, hängt davon ab, was man sagen will: Wo etwas ist, steht im Dativ. Wohin jemand sich oder etwas bewegt, steht im Akkusativ. Beispiele:

Wo liegt das Heft? Das Heft liegt auf dem Tisch.

Wohin legst du das Heft? Ich lege es auf den Stuhl.

Wo ist das Geld? Das Geld ist in der Hosentasche.

Wohin steckst du das Geld? Ich stecke das Geld in die Tasche.

Beide Möglichkeiten gibt es bei: an [am = an dem; ans = an das], auf, aus, hinter, in [im = in dem; ins = in das], nach, über, um, unter, vor.

Die beiden Präposition „vor“ und „nach“ können auch eine Zeit angeben (Wann?), dann haben sie den Dativ bei sich:

Ich war vor dir hier.

Du bist nach mir gekommen.

  1. Präpositionen mit dem Genitiv:

Das sind wenige Präpositionen, ihr braucht nur „wegen“ zu kennen:

Das Spiel fällt wegen des Regens aus.

(Die Präpositionen entstammen i.W. dem Wortschatz Berlin-Brandenburg, Klasse 1 bis 4. Es gibt natürlich weitere Präpositionen.)

 

Hier eine Übersicht über sämtliche Präpositionen:

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Akkusativ.html?MenuId=Word730 (Präpositionen mit dem Akkusativ)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Dativ.html?MenuId=Word731 (Präpositionen mit dem Dativ)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html?MenuId=Word732 (Präpositionen mit dem Genitiv)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html?MenuId=Word733 (Präpositionen mit zwei Fällen)