Suchmaschinen – wie schnell sind sie?

Heute habe ich einen Beitrag auf wordpress gepostet und nach wenigen Minuten überprüft, welche Suchmaschine ihn schon erfasst hat. Es waren

https://www.qwant.com/

https://swisscows.com/

https://metager.de/ (über yahoo)

Auch Bing hatte den Beitrag, aber Bing nutze ich nicht.

Bei Google muss man oft Tage warten, bis ein neuer Beitrag auf wordpress von der Maschine angezeigt wird.

Herder: Wie lernt man, gut zu sprechen?

Herder hat 1796 den kleinen Aufsatz „Von der Ausbildung der Rede und Sprache in Kindern und Jünglingen“ geschrieben. Er legt dar, wie wir von Natur aus nur tierische Laute äußern und schreien, dass wir zu sprechen also lernen müssen. Gut zu sprechen lernen wir, sagt er, indem gut zu und mit uns gesprochen wird; wir ahmten nach, wie mit uns gesprochen wird.

Er nennt dann drei Prinzipien, nach denen wir gut zu sprechen lernen:

1. Das Lesen, ein lautes Lesen der besten Schriften in jeder Art des Vortrags gibt sowohl der Rede als der Seele selbst eine große Vielförmigkeit und Gewandtheit.

2. Zum guten Lesen und Auswendiglernen gehört notwendig die eigene Komposition. Man sollte also jeden Tag einen kleinen Text schreiben oder abschreiben.

3. Am innigsten wird die Sprache und Rede aber durch Umgang gebildet; man soll sich also befleißigen, jedes Mal aufs beste und anständigste zu reden, aufs bestimmteste und gefälligste zu antworten.

Drei Regeln gelte es zu beachten, wenn man nüchtern sprechen und gut miteinander auskommen wolle:

1. Man falle niemandem in die Rede.

2. Man hüte sich vor gewohnten Eigenheiten und Lieblingsausdrücken.

3. Man hüte sich vor allem Despotismus im Umgang und in seinen Gesprächen, also vor der Rechthaberei.

Bei allem komme es darauf an, dass unsere Rede ganz sei und etwas Ganzes bestimmt sage. „Das, was man sagen will, rein, ganz, bestimmt und doch artig, höflich zu sagen und ein Ende in seiner Rede finden zu können: das ist der schönste Ausdruck der Gesellschaft und des Umganges.“

https://www.pressezimmer.de/sitemap/ (dort „Herder“ anklicken)

Regeln für Arbeit in Kl. 5/6

Es ist wichtig, dass man sich über die Regeln verständigt (hat), nach denen man arbeitet und zusammenarbeitet. Deshalb gab es in der ersten Stunde, die ich in einer Klasse 5 unterrichtet habe, folgendes Arbeitsblatt mit unseren Regeln:

Praktische Regeln für unsere Arbeit (Kl. 5/6) ___________

1. Packe deine Schultasche am Abend vor dem Schultag! Schau auf den Stundenplan und packe Bücher und Hefte nur für die Fächer ein, die auf dem Plan stehen! Spitze Bleistifte zu Hause an! Hast du einen Block Schreibpapier in der Tasche?

2. Alles, was aufgeschrieben wird, hat eine Überschrift und ein Datum [dafür ist der Strich oben rechts vorgesehen]. Lasse vor der Überschrift eine Zeile frei! Schreibe stets die Aufgabenstellung mit auf (zumindest in der Form: ‚Hausaufgabe: S. 12, Aufg. 4‘)! Hausaufgaben werden in ganzen Sätzen (als Text) geschrieben, nicht in Stichwörtern – es sei denn, das würde ausnahmsweise ausdrücklich erlaubt.

3. Schreibe nicht mit einem Kugelschreiber, sondern mit dem Füller, einem Bleistift oder Liner!

4. Gekillert wird höchstens ein einzelner Buchstabe; überflüssige Wörter werden durchgestrichen (etwa so: überflüssig), einzelne ausgelassene Wörter mit /(s. Korrekturzeichen im Duden!) nachgetragen: Das Auslassungszeichen steht im Text und auf dem Rand; das Wort wird mit dem Auslassungszeichen auf dem Rand oder unter dem Text ergänzt. Mehrere Ergänzungen unterscheidet man durch ihren Index (1, 2, 3 …).

5. Wenn du etwas nicht verstehst, frage bitte den Lehrer! Jeder Lehrer erklärt etwas zweimal, Schwieriges auch dreimal.

6. Wenn du ermahnt wirst, entschuldige dich bzw. lenke ein! Durch eine Ermahnung wird nicht dir „die Schuld“ zugewiesen, sondern um Aufmerksamkeit gebeten. Durch deine Entschuldigung vermeiden wir die sinnlose Diskussion, „wer angefangen hat“ usw.

7. Packe am Ende einer Stunde Buch, Heft und Stifte weg!

8. Gehe in der großen Pause zum Klo, auch wenn du nicht „musst“! Sonst fällt dir garantiert eine halbe Stunde später ein, dass du dringend „musst“.

9. Hausaufgaben sollst du selbst erledigen, nicht die Mutter! Wenn du etwas nicht gekonnt hast, sage es in der nächsten Stunde dem Lehrer!

10. Du sollst in Kl. 5/6 im Durchschnitt höchstens 90 Minuten Hausaufgaben pro Tag machen. Manchmal empfiehlt es sich, schon vorzuarbeiten (etwa von Mittwoch auf Freitag), damit dann Donnerstag weniger zu erledigen ist.

** Dies alles gilt für Deutsch – frage die anderen Lehrer, ob sie sich diesen Regeln anschließen oder andere bevorzugen.

** Du solltest auch das Problem des Lehrerwechsels sehen. Du kannst von mir alles erwarten, nur eines nicht: dass ich wie der alte Lehrer bin. Versuche bei einem neuen Lehrer das zu lernen, was du gerade bei ihm lernen kannst!

Das ist das Arbeitsblatt, das der Arbeit in meiner letzten Kl. 5 zugrunde lag. Die Regeln haben sich bewährt – ich empfehle allen Kollegen (generisches Maskulinum), sie zu übernehmen oder bei Bedarf zu modifizieren. Dass die Regeln explizit bekannt waren (auch den Eltern!) und alle Beteiligten binden, hat uns geholfen. – Was noch fehlt, ist die Frage, ob man im Unterricht (essen und) trinken darf; das gab es bei mir nicht, vielleicht sehen die jungen Kollegen das aber anders.

Es versteht sich übrigens von selbst, dass auch der Lehrer sich entschuldigen kann – und dass geklärt wird, in welchen Phasen des Unterrichts Fehler zu machen hilfreich sein kann (und vielleicht sogar belohnt wird: siehe den Beitrag „Ein schöner Fehler“!).

Über das Duzen

In einem Schwank Heinrich Bebels aus dem Jahr 1506 steht als Kommentar des Erzählers: dann die Teutschen habens also im Brauch, daß sie nur entweders Freund und Bekannte oder schlecht und unachtbare Menschen duzen“. Als Alternative gab es damals nicht das Siezen, sondern das Ihrzen („Ihr“ als höfliche Anrede).

Heinrich Bebels Schwänke. Zum ersten Male in vollständiger Übertragung herausgegeben von Albert Wesselski. Erster Band. München und Leipzig 1907, S. 7

Gutes Deutsch schreiben – Regeln und Tipps

Ich schreibe hier nicht über die Frage, wie man Rechtschreib- und Grammatikfehler vermeidet – das setze ich jetzt als bekannt voraus. Es geht vielmehr darum, wie man flüssiges, gutes Deutsch schreibt. Ich beziehe mich direkt auf meinen Aufsatz „Typische Fehler im deutschen Aufsatz“ (https://norberto68.wordpress.com/2012/10/27/typische-fehler-im-deutschen-aufsatz/), wo die Fehler an Beispielen erklärt werden: Wenn man Fehler vermeidet, macht man es richtig.

1. Vor dem Schreiben

Mache dir klar, über welche Frage du schreibst.

Bedenke und notiere, welche Aspekte der Frage bzw. welche Teilfragen du behandeln musst.

Lege die Reihenfolge dieser Aspekte fest, ehe du zu schreiben beginnst.

(Vergleiche dazu https://norberto68.wordpress.com/2013/11/07/unterrichtsreihe-ordnen-gliedern-gliederung-anfertigen/ und https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/gliederung-von-der-stoffsammlung-zum-aufsatz-beispiele/)

2. Beim Schreiben

a) Insgesamt:

Benenne zu Beginn die Frage, um die es geht.

Mache deutlich, welchen Aspekt du gerade behandelst.

Beginne für jeden neuen Aspekt einen neuen Absatz.

Zeige durch Querverweise, worüber du schon gesprochen hast oder später schreiben willst.

b) Auf der Ebene der Sätze:

Achte auf das der Textsorte angemessene Tempus (erklären: Präsens; berichten: Präteritum).

Fülle die Satzbaupläne aus; spare also keine notwendigen Angaben und Ergänzungen ein. (Siehe zur Satzlehre https://norberto68.wordpress.com/2011/02/14/satzlehre-der-deutsche-satz/ und https://norberto68.wordpress.com/2011/02/14/innere-gliederung-des-deutschen-satzes-die-satzklammer/ sowie https://norberto68.wordpress.com/2011/06/20/vorrang-des-verbs-vor-dem-substantiv-nomen-beispiel-verraten/!)

Vergiss nicht die zum Verständnis erforderlichen Attribute.

Löse komplexe Nominalphrasen in Nebensätze auf.

Achte auf eindeutigen Bezug der Pronomina.

Achte auf die richtige Wortstellung innerhalb des Satzes.

3. Nach dem Schreiben

Prüfe, ob du alles gesagt hast, was du sagen wolltest.

Überlege, ob du die richtige Reihenfolge der Aspekte gewählt hast.

Prüfe, ob ein anderer auf Anhieb verstehen kann, was du meinst.

Das alles prüft man leichter, wenn man seinen Text am nächsten oder übernächsten Tag noch einmal kritisch liest; unmittelbar nach dem Schreiben hat man nämlich noch nicht genügend Abstand vom eigenen Text.

Leserbrief verfassen (Beispiel)

Zu Jakob Biazza: Erregt euch (SZ vom 28. Februar 2020, S. 3)

Was Herr Biazza hier über Dieter Nuhr äußert, bedarf einer Korrektur. Abgesehen davon, dass er den ganzen Artikel über Nuhrs Leistung unbegründet relativiert („eigentlich kein hohler Provokateur, ein über weite Strecken guter Kabarettist“), unterstellt er ihm zum Schluss eine Änderung seiner Haltung, die auf Unverständnis der zitierten Nuhr’schen Sätze beruht. Die Sätze lauten: „Jeder darf alles sagen – es gibt nur kein Grundrecht darauf, dass einem niemand widerspricht.“ Satz 2 lautet: „Jeder darf alles sagen – er muss nur damit rechnen, ausgegrenzt, verachtet, beschimpft, bedroht und in aller Öffentlichkeit als Idiot hingestellt zu werden. Und da sparen sich eben viele lieber ihre Widerworte.“
Bialla konstruiert aus diesen beiden Sätzen die These, Nuhr habe seine Meinung geändert, und kommentiert süffisant: „Wie leicht sich die Dinge doch in ihr Gegenteil verwandeln lassen.“ Nuhr sei also eigentlich doch ein hohler Schwätzer. Diese Auffassung verkennt, über wen bzw. in welche Richtung die beiden Sätze gesagt worden sind: Satz 1 ist auf die Links-Grünen (LG) gemünzt, denen ein bestimmtes Recht abgesprochen wird; sie müssen Widerspruch hinnehmen. Satz 2 bezieht sich auf Leute, die den LG widersprechen möchten und deshalb als Reaktionäre verspottet werden; von denen sparen sich dann viele ihre Widerworte wegen der üblen Folgen. In Satz 2 wird also ein Zustand beschrieben. Den Unterschied zwischen diesen beiden sprachlichen Akten und den beiden gemeinten Gruppen erkennt Jakob Bialla nicht, was peinlich für jemand ist, der die Reportage auf S. 3 schreiben darf; deshalb ist die Überschrift „Erregt euch“ auch verfehlt – Nuhrs Credo lautet im Gegenteil „Beruhigt euch!“, und das ist an die LG und den von ihnen beherrschten Mainstream gerichtet.
Noch eine Differenzierung zum Schluss: Dieter Nuhr hat Zugang zum Mikrofon bei der ARD, er erspart sich nicht seine Widerworte; ich allerdings habe gezögert, diesen Leserbrief zu schreiben, weil meine Argumente Herrn Biazza vermutlich nicht erreichen, sondern mit einer spöttischen Bemerkung im Papierkorb landen.
Freundlichen Gruß,
P.S. Auf diesen Brief hat Herr Biazza übrigens geantwortet.

Personifikation – Verständnis und Missverständnis

Was versteht man unter Personifikation? Das ist „in der Stilistik die Darstellung eines Gegenstandes als eine menschliche Gestalt.[…] Die P. ist ein Spezialfall der Anthropomorphisierung, bei der ein unbelebter oder tierischer bzw. pflanzlicher Gegenstand Züge des Menschlichen erhält.“

Dieser Definition des MLL, welche die gängige Sichtweise zusammenfasst, liegt ein folgenschwerer Irrtum zugrunde. Ihr zentrales Begriffspaar ist Gegenstand und Mensch, mit der Maßgabe, dass der Mensch mit Gegenständen zu tun hat, mit ihnen hantiert, das Subjekt mit den Objekten. Dabei wird verkannt, dass Dinge als Gegenstände zu betrachten und zu behandeln nicht einfach natürlich, sondern das Ergebnis eines langen kulturellen Abstraktionsprozesses ist: Ein Gegenstand ist etwas, zu dem wir ein Ding machen, indem wir es dem messenden Betrachten unterwerfen. Das kann man in Ernst Cassirers „Philosophie der symbolischen Formen“, vor allem in den beiden ersten Bänden nachlesen.

Am Anfang der Begegnung von Mensch und Welt steht vielmehr, dass die Dinge als eigenständige Wesen ihren Ausdruck haben und auf den Menschen Eindruck machen und dass es ihm erst durch die Sprache, die Namen gelingt, den Dingen eine feste Gestalt zu geben. Die Dinge begegnen zunächst wie Personen, sie machen Eindruck und tragen nicht nur Züge des Menschen, sondern auch des Übermenschlichen. Und selbst heute können wir unseren Blick vom Gegenstand lösen und uns seinem Ausdruck hingeben, auf dass er Eindruck auf uns mache: etwa wenn eine Tierherde nicht mehr als Lieferant von Schlachtfleisch und Schlachtprämie gesehen wird, sondern als eine stürmende Gruppe wilder Tiere gefürchtet, oder wenn der Sonnenuntergang nicht als Ergebnis der Erddrehung verstanden, sondern als Verschwinden des Lichts erlebt wird.

Deshalb müssten die Schüler im Unterricht dahin geführt werden, dass sie sich dem Eindruck von Personifikationen hingeben könnten, statt sich in die Floskel zu flüchten, da werde bildhaft gesprochen, „damit man sich das besser vorstellen kann“.

Leichte Sprache

Texte in Leichter Sprache oder Einfacher Sprache werden für Menschen, die Informationen in Alltagssprache nur schwer verstehen können, geschrieben.

Die Leichte Sprache

  • verzichtet auf Fremdwörter, Fachwörter und lange Sätze. Wenn Fach- oder Fremdwörter verwendet werden, müssen diese erklärt werden.
  • Die Ausdrucksweise ist leicht verständlich.
  • Das Layout ist einfach gestaltet.

Viele Menschen, die Bücher in leichter und einfacher Sprache lesen, haben neben der Leseschwäche auch häufig körperliche Einschränkungen. Daher werden Texte in Leichter Sprache in größerer Schrift und auf dickerem Papier gefertigt. Bilder helfen Texte zu verstehen, aber nur wenn sie zum Text passen. – Es gibt inzwischen den Versuch, Märchen in Leichte Sprache zu übertragen, damit Kinder und Menschen mit Leseschwierigkeiten sie verstehen können: https://www.ndr.de/fernsehen/service/leichte_sprache/Maerchen-in-Leichter-Sprache,maerchenleichtesprache100.html

Die Zielgruppe der Texte in leichter und einfacher Sprache sind Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen über eine geringe Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen; Menschen mit Einschränkungen, Menschen, denen es schwerfällt, sich mit einem Text länger zu beschäftigen, und auch die, die Deutsch als Fremdsprache lernen wollen.
Leichte Sprache ist von vielen Bürgerinnen und Bürgern besser zu verstehen und erleichtert ihnen den Zugang zu Informationen und Literatur, damit sie selbständig am öffentlichen Leben teilhaben können.

(Text aus dem 2. Link, von mir korrigiert)

https://de.wikipedia.org/wiki/Leichte_Sprache

https://www.berlin.de/stadtbibliothek-friedrichshain-kreuzberg/bibliotheken/bezirkszentralbibliothek-frankfurter-allee/veranstaltungen-und-projekte/artikel.81026.php (mit Downloads)

http://www1.wdr.de/hilfe/leichte-sprache/regeln-100.html (WDR: Was ist Leichte Sprache?)

http://www.komm-auf-tour.de/projekt/beschreibung/leichte-sprache/ weitere Links

http://abc-projekt.de/leichte-sprache/ (Info mit Beispielen)

http://www.mj.niedersachsen.de/startseite/leichte_sprache/pilotprojekt_leichte_sprache/pilotprojekt-leichte-sprache-in-der-niedersaechsischen-justiz-123609.html (Info mit jurist. Beispielen, die aber nicht rechtsgültig sind)

http://www.ndr.de/fernsehen/service/leichte_sprache/Nachrichten-in-Leichter-Sprache,nachrichtenleichtesprache100.html (Beispiel)

http://www.inklusion-in-sachsen.de/de/in-leichter-sprache/index.php (Beispiel)

https://www.aktion-mensch.de/leichte-sprache/magazin/projekte_leichte_sprache.html (Magazin)

http://research.uni-leipzig.de/leisa/de/ (Forschungsprojekt)

http://www.deutschlandradiokultur.de/philosoph-konrad-paul-liessmann-ueber-die-grenzen-der.976.de.html?dram:article_id=371368 (kurze kritische Erörterung)

Unter „Projekt Leichte Sprache“ findet man weitere Links.

Andreas Baumert: Leichte Sprache – Einfache Sprache. Literaturrecherche – Interpretation – Entwicklung, Hannover 2016, kann unter http://www.recherche-und-text.de/texte/es.html heruntergeladen werden.

Jugendsprache Verlan

Zufällig habe ich dieser Tage auf Arte eine kleine Einführung in die französische Jugendsprache Verlan gesehen; sie oder er (der Verlan) beruht auf dem witzigen Prinzip, Silben oder Teile eines Wortes zu vertauschen. Es scheint, dass sie ihre Blütezeit um 1990 hatte – ich wollte hier nur darauf hinweisen, dass es so etwas gibt bzw. gegeben hat.

http://sprachennetz.org/2014/11/das-ende-kommt-zuerst-die-verdrehte-jugendsprache-verlan-im-franzoesischen/

http://www.zeit.de/1996/14/Wir_sind_die_Sprache_

http://www.univie.ac.at/linguistics/publications/wlg/752011/Humenberger

https://de.wikipedia.org/wiki/Verlan

https://de.wikipedia.org/wiki/Argot

Indirekte Rede

Wer ist „ich“, wann ist „jetzt“ und wo ist „hier“?

Das richtet sich einzig und allein nach dem jeweiligen Sprecher: Für jeden Sprecher ist in jedem Moment: Ich – Hier – Jetzt; für einen anderen ist an seiner Stelle ebenfalls Ich – Hier – Jetzt. Man spricht hier von Deixis und Ich-Origo:

http://www.christianlehmann.eu/ling/elements/deixis.html

https://www.mediensprache.net/de/basix/lexikon/index.aspx?qu=Deixis

https://de.wikipedia.org/wiki/Deixis

http://www-01.sil.org/linguistics/GlossaryOfLinguisticTerms/WhatIsDeixis.htm (englisch)

Was unterscheidet die direkte Rede von der indirekten Rede?

a) direkte Rede:

[Sprecher:] Karl sagte am Montag: „Ich bin heute krank.“

Der Sprecher hat Karl im Blick und berichtet wörtlich, was Karl am Montag sagte; Karls Äußerung ist deshalb an Karls Sicht gebunden (ich – heute).

b) indirekte (berichte) Rede (englisch: reported speech):

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, er sei an diesem Tag krank.

Der Sprecher hat Karl im Blick und berichtet aus seinem Ich – Hier – Jetzt, was Karl am Montag sagte. Er ändert in der Äußerung deshalb „ich“ -> er, „heute“ -> an diesem Tag; er tilgt Karls Sicht in dessen Äußerung und benennt Personen, Ort und Zeit aus seiner eigenen Sicht.

Außerdem entfallen die Anführungszeichen der wörtlichen Rede, und der Modus des Verbs ändert sich (Indikativ -> Konjunktiv: Zeichen, dass die Äußerung eines anderen berichtet wird).

c) indirekte Rede als dass-Satz:

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, dass er an diesem Tag krank sei.

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, dass er an diesem Tag krank ist. (Mittlerweile ist im dass-Satz auch der Indikativ möglich, weil durch das Verb „sagte“ hinreichend klar ist, dass es sich um die Äußerung eines anderen handelt.)

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, dass er an diesem Tag krank wäre. (Durch den Gebrauch des Konjunktivs II zeigt der Sprecher an, dass er selber meint, Karl habe vielleicht gelogen. – Das kann man natürlich auch ohne dass-Satz sagen:

[Sprecher:] Karl sagte am Montag, er wäre an diesem Tag krank.)

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Damit ist das Wesentliche zur indirekten Rede gesagt. Jetzt kann man noch erarbeiten,

  • Wie die Konjunktivformen der einzelnen Verben lauten
  • Wann man Konjunktiv I und wann Konjunktiv II gebraucht
  • Wie man Wünsche, Pläne, Befehle und Fragen in der indirekten Rede ausdrückt

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Auf vielen Seiten, die man im Netz findet, gibt es Fehler oder Ungenauigkeiten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Indirekte_Rede (richtig, aber kompliziert)

https://deutsch.lingolia.com/de/grammatik/satzbau/indirekte-rede (einfacher)

http://www.dsporto.de/ubungen/indirektregeln.htm (umfangreich, richtig, komplex – mit vielen Übungen, die man online machen und überprüfen kann)

http://www.online-lernen.levrai.de/deutsch-uebungen/grammatik_5_7/30_indirekte_rede/01_regeln_indirekte_rede.htm (fast ganz richtig-praktisch, mit Tabelle Konjunktiv I)

http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/deutsch/sprache/grammatik/redewiedergabe/verbzweitsatz.html (viele Materialien, etwas unübersichtlich)

http://www.beste-tipps-zum-deutsch-lernen.com/indirekte-rede/ (einfach)

http://www.deutschseite.de/grammatik/indirekte_rede/indirekte_rede.html (für Englischsprecher, nicht ganz korrekt)

http://www.grammatiktraining.de/indirekterede/grammatikuebersicht-indirekte-rede.html (einfach, evtl. korrigieren)

http://www.suz.deutschdigital.de/deutsch/grammatik/indirekterede1.htm (AB, einfach)

http://schubert-verlag.de/aufgaben/xo/xo06_01.htm (AB einfach, Fehler im Muster)

http://www.schubert-verlag.de/aufgaben/uebungen_c1/c1_indirekte-rede1.htm (schwieriger)

http://www.udoklinger.de/Deutsch/Grammatik/IndirRede.htm (einfach, teils problematisch)

http://www.deutschegrammatik20.de/konjunktiv/umformung-direkte-indirekte-rede/ (einfach, falsch bei Ort; Zeit fehlt)

Ich empfehle, den Schülerduden Grammatik zu benutzen (7. Auflage, Nr. 94 ff. bzw. Nr. 99 ff.); da wird alles anhand von Beispielen erklärt.