Nicht immer nur googeln…

Nicht immer nur googeln…

Tipps von KollegInnen für KollegInnen

– Christian Mantsch

– Ulrike Hemmert

– Eva-Susanne Graffmann

– Renate Kuffart

– Jürgen Spitzlay

 

Folien des Sammelvortrags vom 18. März 2014 – 5. Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Kirchlichen Hochschulbibliotheken (AGKH) in Bamberg

http://www.pthv.de/fileadmin/user_upload/Bibliothek/Schulungen/Nicht%20immer%20nur%20googeln_2014.pdf

Texte überarbeiten – ein Beispiel

Ich stelle zunächst den Entwurf „Verpasste Kindheit“ meines amerikanischen Freundes Merrill Lyew vor, der vor gut 40 Jahren mehrere Jahre in Deutschland gelebt hat. Es handelt sich um ein sogenanntes Drabble oder eine Miniaturgeschichte oder Fan Fiktion von genau 100 Wörtern, wenn man den Titel nicht mitzählt. Man führt den Leser in die Irre und am Ende ist die Pointe eine unerwartete Wende. „Vergangen“ ist dann die von mir überarbeitete Version.

 

Verpasste Kindheit 

Bei der Hochschulanmeldung wurde ich zunächst aufgefordert, erst einmal Platz zu nehmen und zu warten.

Kurze Zeit später betrat ein Polizist das Büro und bat mich, ihn auf das Revier zu begleiten, es gäbe dort eine wichtige Angelegenheit zu klären.

Arglos folgte ich dem Polizisten, weil ich mir keiner Schuld bewusst war und hoffte darauf, dass es sich lediglich um ein Missverständnis handeln könnte.

Ein älterer Offizier wühlte in staubigen Akten und zog kurz darauf ein vergilbtes Blatt hervor.

Es war ein Fahndungsplakat mit meinem Konterfei als fünfjähriges Kind.

Als gesuchter Kindesentführer stand unter einem Fahndungsfoto der Name meines Vaters…

 

Erläuterung:

Als Fehler sehe ich den Verstoß gegen die innere Logik der Fahndung an: Wenn jemand aktuell noch gesucht wird, muss das Fahndungsplakat griffbereit sein (im Regal), auch wenn es alt (vergilbt) ist.

Die Überschrift schien mir nicht zum Text zu passen, ich denke eher an „Zeitreise“ o.ä.: dass die Vergangenheit plötzlich gegenwärtig wird. Ich habe „Vergangen“ gewählt, weil das zwischen „Vergangenheit“ und „Vergehen“ (= Verbrechen) changiert.

Die anderen Änderungen betreffen Kleinigkeiten:

 

Vergangen

Im Sekretariat der Hochschule wurde ich gebeten, erst einmal Platz zu nehmen und zu warten. Kurze Zeit später betrat ein Polizist das Büro und forderte mich auf, ihn auf das Revier zu begleiten, es gebe dort eine wichtige Angelegenheit zu klären.

Arglos folgte ich dem Polizisten, weil ich mir keiner Schuld bewusst war; ich nahm an, dass es sich lediglich um ein Missverständnis handelte.

Im Polizeibüro holte ein älterer Wachtmeister eine Akte aus dem Regal und zeigte mir ein vergilbtes Blatt – ein Fahndungsplakat mit meinem Konterfei als fünfjähriges Kind. Unter einem Fahndungsfoto stand der Name des gesuchten Entführers: meines Vaters…

 

Merrill Lyew hat sich für den Titel „Die Anmeldung“ entschieden, weil „Vergangen“ sich so anhöre, als hätte sich der Vater am Kind vergangen. – Die Erzählung beruht auf einer Begebenheit in den USA, wo ein Vater nach der Scheidung sein Kind entführt hatte und untertauchen konnte; erst bei der Immatrikulation des Kindes sind die Behörden auf Unstimmigkeiten gestoßen.

Noch ein Beispiel: Ein Text Merrill Lyews:

Die Erbschaft

Herbert sitzt mit besorgtem Gesichtsausdruck, die zittrigen Hände im weißen Schopf, am Tisch im Esszimmer des kleinen Reihenhauses. Die dunkelblaue, nach Mottenkugeln riechende Jacke hängt an seinem hageren Körper wie ein ausgeleierter Kittel. Er wartet ungeduldig auf seinen Sohn, denn er will das Anliegen schnellstmöglich erledigen.

Günther hastet aus seinem Schlafzimmer zum Wandspiegel in der Diele. Schnell schiebt er seine Krawatte zurecht und glättet noch einmal sein Haar. Heute muss er gut aussehen, denn Susanne wartet auf ihn. Er kann es kaum erwarten. Deshalb schlägt er seinem Vater vor, ihn zuerst in Altenheim zu fahren und dann später noch einmal bei ihm vorbeizukommen. Schweren Herzens erklärt sich Herbert einverstanden, fügt aber mit weicher Stimme hinzu:

„Vergiss es bitte nicht, es ist sehr wichtig.“

Günther hört nur flüchtig hin.

„Ja, ja Vati“ erwidert er gelangweilt. „Ich komme bestimmt, du kennst mich doch. Jetzt müssen wir aber schnell zum Auto.“

Eine leichte Brise weht den Duft von frisch gemähtem Gras durch den Stadtpark. Susanne reagiert mit heftigem Niesen und rot werdenden Augen darauf. Sie wartete bereits auf der Parkbank am Brunnen, wo sie sich verabredet hatten.

„Ich merke schon, Du bist allergisch auf mich“, scherzt Günther als er auf sie zuläuft.

„Das glaube ich auch, du Witzbold.“

Susanne muss erneut niesen.

„Gehen wir ins Kino?“, fragt sie schniefend.

„Es ist ganz in der Nähe.“

„Was wird gezeigt?“

„Das Schloss“, antwortet die Kollegin.

Günther lässt sich kein zweites Mal bitten, trotzdem er in der Schulzeit das Originalwerk lesen musste. Für Susanne hätte er fast alles getan.
Es ist schon fast dunkel als die beiden aus dem Kino kommen.

Wieder zu Hause zieht Günther seine schwarzlackierten Schuhe aus, serviert sich ein Glas Scotch, setzt sich aufs Liegesofa und tastet nach der Fernsehfernbedienung auf dem Tisch dahinter. Da läutet ein Glockenschlag wie von Big Ben, es ist sein Handy.

„Ja, der bin ich“, antwortet Günther dem Anrufer freundlich. Plötzlich schaut er schreckensbleich mit weit geöffneten Augen ins Leere. Er muss heftig schlucken, um den Kloß in seinem Hals hinunterzuwürgen.

„Wie bitte?“, wispert er mit bebenden Lippen. „Wie… wieso tot? Ich …“

Sein vor Schwindel schwankender Blick fällt auf die Aktentasche, in der immer noch die unterschriftlose Erbschaftsurkunde seines Vaters steckt.

Die von mir überarbeitete Fassung:

Die Erbschaft

Herbert sitzt mit besorgtem Gesicht, die zittrigen Hände im weißen Haar, am Tisch im Esszimmer des kleinen Reihenhauses. Eine dunkelblaue, nach Mottenkugeln riechende Jacke hängt an seinem hageren Körper wie ein ausgeleierter Kittel. Er wartet ungeduldig auf seinen Sohn, denn er will sein Vorhaben möglichst bald erledigen.

Günther hastet aus seinem Schlafzimmer zum Wandspiegel in der Diele. Schnell schiebt er die Krawatte zurecht und glättet noch einmal sein Haar. Heute muss er gut aussehen, denn Susanne wartet auf ihn. Er kann es kaum erwarten, bei ihr zu sein. Deshalb schlägt er seinem Vater vor, ihn zuerst ins Altersheim zu bringen und dann später noch einmal bei ihm vorbeizuschauen. Schweren Herzens erklärt sich Herbert einverstanden, fügt aber mit weicher Stimme hinzu: „Vergiss es bitte nicht, es ist sehr wichtig; und vergiss die Tasche nicht!“ Günther hört nur flüchtig hin. „Ja, ja, Vati“, erwidert er unaufmerksam. „Ich komme bestimmt, du kennst mich doch. Jetzt müssen wir aber schnell zum Auto.“

Eine leichte Brise weht den Duft von frisch gemähtem Gras durch den Stadtpark. Susanne reagiert mit heftigem Niesen und geröteten Augen darauf. Sie wartet bereits zehn Minuten auf der Parkbank am Brunnen, wo sie sich treffen wollten.

„Ich merke schon, Du bist allergisch gegen mich“, scherzt Günther, als er auf sie zu geht. „Das glaube ich auch, du Witzbold.“ Susanne muss erneut niesen. „Gehen wir ins Kino“, fragt sie schniefend, „es ist ganz in der Nähe?“ „Was wird gezeigt?“ „Das Schloss“, antwortet die Kollegin. Günther lässt sich kein zweites Mal bitten, obwohl er in der Schulzeit dem Roman nichts abgewinnen konnte. Für Susanne hätte er fast alles getan.

Wieder zu Hause zieht Günther seine schwarzen Lackschuhe aus, serviert sich ein Glas Scotch, setzt sich aufs Liegesofa und tastet nach der Fernsehfernbedienung; er will sich ein wenig entspannen, ehe er zum Vater fährt. Da erklingt ein Glockenschlag wie von Big Ben, es ist sein Handy.

„Ja, der bin ich“, antwortet Günther dem Anrufer freundlich. Dann schaut er schreckensbleich mit weit geöffneten Augen ins Leere. Er muss heftig schlucken, um den Kloß in seinem Hals hinunterzuwürgen. „Wie bitte?“, wispert er mit bebenden Lippen. „Wie… wieso tot? Ich …“

Sein schwankender Blick fällt auf die Aktentasche, in der das Testament steckt, in dem nur noch Datum und Unterschrift seines Vaters fehlen.

Derzeit stört mich noch der Glockenschlag von Big Ben, der ist für ein Handy zu laut. Merrill hat dann meinen Text noch einmal leicht überarbeitet.

Eine Erzählung verstehen – wie geht das?

Zugleich ein Beitrag zur Analyse von Borchert: Das Brot.

Am Beispiel von Borcherts Erzählung „Das Brot“ möchte ich exemplarisch untersuchen, welche Aspekte oder Dimensionen des Verstehens es dabei gibt. Ich beziehe mich auf die Textausgabe http://www.geschichte-projekte-hannover.de/filmundgeschichte/deutschland_nach_1945/ruckblickende-kurzfilme/die-filme-2/das-brot-2.html (Zeilenzählung der Seite, die nach Anklicken des Druckersymbols oben rechts angezeigt wird bzw. beim Ausdrucken vorliegt: 47 Zeilen).

  1. Die Bedeutung von Wörtern muss man kennen oder aus dem Kontext erschließen, damit man den Satz versteht. Der Satz (das Syntagma) ist die erste Dimension des Verstehens. Satz: „als sie mit der Hand über das Bett neben sich fuhr“ (Z. 2 f.); „fahren“ hat laut „Duden. Deutsches Universalwörterbuch“ (7. Aufl.) 11 Hauptbedeutungen, hier passt die Bedeutung 9.b) „[mit einer schnellen Bewegung] über, durch etwas streichen, wischen, eine schnelle Bewegung machen“. Wenn ich diese Bedeutung von „fahren“ kenne oder ahne, verstehe ich den genannten Satz (Wörter kann man also nicht verstehen, man kann nur ihre Bedeutung/en kennen).
  2. Aus den Sätzen in ihrer Abfolge kann man das erzählte Geschehen oder die beschriebene Situation verstehen (Z. 1-6, meistens aus den paradigmatischen Alternativen): wachte sie auf (eine Frau, hat geschlafen) / „Ach so!“ (personal erzählt: ihre Sicht) / in der Küche (vs. Schlafzimmer) / zu still (verlangt eine Erklärung) / das Bett neben sich … leer (hat einen Mann, der fehlt) / „Das war es“ (setzt „Ach so!“ und „zu still“ fort: Sie erklärt sich etwas.) / durch die dunkle Wohnung (bereitet „Licht“ vor) / „In der Küche trafen sie sich.“ (verfrühte Erklärung des Erzählers!) / Die Uhr… (Datierung) / „etwas Weißes“ (bereitet die Lösung vor) / „Sie machte Licht.“ (ermöglicht die Lösung) / „Sie standen sich im Hemd gegenüber. Nachts. Um halb drei. In der Küche“: Das ist die groteske Situation, in die schrittweise eingeführt wird; grotesk deshalb, weil Paare nachts normalerweise nebeneinander im Bett liegen. – Diese groteske Situation wird in zwei Schritten aufgelöst; das ergibt die Struktur der Erzählung (s.u.).
  3. In dieser Situation kann/muss man die Bedeutung von Ereignissen verstehen, d.h. verschiedene Sätze aufeinander beziehen. Beispiel: „Sie sah, dass er sich Brot abgeschnitten hatte.“ (Z. 7, mit nachfolgender Erklärung) <-> „‚Ich dachte, hier wär was’, sagte er und sah in der Küche umher.“ (Z. 11) Was die Frau sieht, widerspricht dem, was der Mann sagt (was sie hört); die Frau „sieht“ also, dass er lügt, was in Z. 17 ausdrücklich gesagt wird.
  4. „‚Ich habe auch was gehört’, antwortete sie…“ (Z. 12) – das ist ein zweideutiger Satz, weil sie damit sein Rumoren (Z. 1 f.) meint, während er das als Bestätigung seiner Lüge auffassen könnte. Der Leser kann diese Zweideutigkeit verstehen, der Mann nicht. – Die Frau wiederholt später ihren Satz (Z. 21), gibt ihm dort aber eine andere Bedeutung, was dem Leser durch die Fortsetzung „aber es war wohl nichts“ und den Erzählerkommentar „Sie kam ihm zu Hilfe (Z. 22) deutlich wird. Der Leser versteht, wie die Frau die groteske Situation entschärft.
  5. In oder aus der Situation der nächtlichen Begegnung und dem Lügen des Mannes ist es denkbar, dass einzelne Wendungen eine tiefere Bedeutung gewinnen. Ich denke dabei an die Wendung, das sie „im Hemd“ standen, was wiederholt gesagt wird (Z. 5, 12, 14). Sie finden beide, dass der jeweils andere im Hemd älter als sonst aussieht – hier wird also die Wahrheit offenbar („So alt wie er war.“, Z. 13), während der lügende Mann die Wahrheit nicht erkennt (vgl. Z. 14 f.). Die Kleidung verbirgt am Tag das wahre Alter, welches „im Hemd“ sichtbar wird.
  6. Der Erzählerkommentar „Sie kam ihm zu Hilfe.“ (Z. 22) hilft dem Leser, das Agieren der Frau zu verstehen.
  7. Die Struktur der Erzählung ist dadurch bestimmt, dass zunächst eine groteske Situation beschrieben wird (s. oben 2.), die dann in zwei Schritten (vgl. 6.) aufgelöst wird: Bis Z. 39 wird erzählt, wie die Frau sich bemüht, in der Nacht mit der Lüge ihres Mannes klarzukommen, und das auch mühsam schafft (er kann essen, sie kann schlafen, Z. 37-39). Dann wird nach einem Zeitsprung (V. 40) erzählt, welche Konsequenzen sie aus seinem heimlichen Brotdiebstahl zieht und wie sie wieder in ein normales Leben kommen.
  8. Welche Themen und Motive in dieser Struktur „arbeiten“, erkennt man am Kontrast Dunkel-Licht und am Wortfeld des Sehens: sehen, ansehen, aufsehen, aussehen. Die Kontraste und das Wortfeld sind miteinander im Zusammenspiel von Wahrheit und Lüge verschränkt, auch wenn sie hier analytisch gesondert untersucht werden: a) Zuerst ist es dunkel in der Wohnung, dann macht sie Licht (Z. 5). Im Licht erkennt man die groteske Situation und sie entdeckt die Lüge ihres Mannes; mit ihr kann sie dann leben, als sie wieder das Licht löscht (Z. 26). Am Abend ist es hell, aber sie geht von der Lampe weg (Z. 42), bis die neue Aufteilung des Brotes als richtig oder begründet von beiden akzeptiert ist – eine Konsequenz ihres Umgangs mit seiner Lüge. Dann setzt sie sich unter die Lampe an den Tisch (Z. 47). b) Die Wendungen des Sehens behandle ich kurz: „Sie sah“ (Z. 7, plus folgende Erklärung) die Wahrheit. Sie sah von dem Teller weg (Z. 10, dem Beweisstück des Diebstahls und der Lüge). Er sah (zur Bestärkung seiner Lüge) in der Küche umher (Z. 11). Sie fand, dass er im Hemd älter aussah als tagsüber (Z. 12 f.: „So alt wie er war.“). Sie sieht ziemlich alt aus, dachte er (Z. 13 f., mit falscher Erklärung). Sie sah ihn nicht an (Z. 17). Er sah sinnlos umher (Z. 19, vgl. Z. 11). Er sah zum Fenster hinaus (Z. 24, vgl. Z. 19). Sie will nicht nach dem Teller (Beweis seiner Lüge) sehen (Z. 25, vgl. Z. 10 und 17). – Als es dunkel ist (Z. 29), wird das Sehen durch das Hören ersetzt (unecht, Z. 34; sie hörte, Z. 37; sie atmete absichtlich tief und regelmäßig, Z. 37 f.). – Am Abend brennt die Lampe, aber sie ging von der Lampe weg (Z. 42, damit er sie bei ihrem Lügen nicht sah). Sie sah, wie er sich tief über den Teller beugte (Z. 44) und nicht aufsah (Z. 44, um sie nicht ansehen zu müssen). Erst nach einer Weile setzte sie sich unter die Lampe, also gut sichtbar ins Licht (Z. 47).
  9. Was wollte der Autor Borchert mit dieser Erzählung „sagen“? Das geht aus der Erzählung nicht hervor; dazu müsste man das Gesamtwerk und Äußerungen des Autors heranziehen.
  10. Was haben die Leser aus dieser Erzählung 1946 und in den folgenden Jahren gehört? Auch das geht nicht aus dem Text hervor; man könnte das Handeln der Frau vorbildlich finden (selbstloser Verzicht zugunsten des geliebten Mannes), man könnte es auch kritisch sehen (Klischee der opferbereiten Frau, Vorrecht des Mannes). Wie die Leser einen Text verstehen, kann man nur durch empirische Untersuchungen herausfinden.

Vgl. auch die Aufgaben zu dieser Kurzgeschichte (https://norberto42.wordpress.com/2016/11/08/aufgaben-zu-wolfgang-borchert-das-brot/), welche man nach dieser Analyse vielleicht überarbeiten müsste.

Weblogs im Zusammenhang mit dem Unterricht

Ich bringe hier einen Vortrag aus dem Jahr 2009, dessen Links größtenteils veraltet sind, als ein Dokument jener Jahre – ich habe es aus dem Cache bei exalead gerettet, nachdem kulando.de im Herbst 2015 ohne Vorwarnung abgeschaltet worden ist:

Für den Hessischen Schulbibliothekstag 2009 (21. März in Hofheim) habe ich einen Vortrag zum Thema „Weblogs im Zusammenhang mit dem Unterricht“ konzipiert. Mangels Interesse ist der Vortrag gestrichen worden – hier ist er:

Standarddefinition: Ein Weblog ist ein Tagebuch.’
Das ist aber nicht ganz richtig, weil damit nur eine mögliche Funktion der Weblogs erfasst wird.

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Ich stelle fest, dass die Wiedergabe des alten Aufsatzes bei blogger.com schöner als bei wordpress.com ist. Hier steht also der ganze Aufsatz: http://norberto42.blogspot.de/2016/03/weblogs-im-zusammenhang-mit-dem.html

Außerdem:

http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission%20f%FCr%20One-Person-Librarians/Checklisten/check18.pdf

http://praxistipps.chip.de/blog-erstellen-mit-blogspot-in-3-minuten-so-gehts-kostenlos_23980 sowie die Suchworte „weblog erstellen“!

Literarische Analyse – Arbeitsphasen

  1. Phase: Erarbeitung
  • Bei Textauszügen: die Ausgangssituation bestimmen, bei ganzen Texten: die Kommunikationssituation erfassen
  • Unklare Begriffe und Sachfragen klären
  • Analyse des Textes „von oben nach unten“ (Liste mit Stichworten und Belegstellen)
  • Systematische Erfassung des Analysierten (Stichworte, Schema, Sätze: Gliederung)
  • Bedeutung dieser Stelle für den Fortgang des Geschehens (bei Textauszügen) bedenken
  1. Phase: schriftliche Darstellung
  • Einleitung in einem Satz: Überblick über das Gesamtwerk (oder Bezug zur Aufgabenstellung)
  • Ausgangssituation [oder: Kommunikationssituation] beschreiben
  • Systematische Analyse, mit Belegen [Falls man „von oben nach unten“ analysiert wie bei der Bearbeitung, muss in jedem Fall eine systematische Zusammenfassung den Abschluss bilden!]
  • Kurze Auswertung oder Zusammenfassung
  • Ausblick in einem Satz (= Bedeutung, s.o.)

Auswertung

Man muss begreifen, dass die Darstellung einer anderen Logik als die Erarbeitung folgt: Bei der Erarbeitung weiß man zu Beginn wenig oder nichts; bei der Darstellung weiß man zu Beginn bereits das Ergebnis und kann es deshalb systematisch darstellen. – Für die erste Phase sollte man sich [geschätzt] ein Drittel der Arbeitszeit lassen; die Feinjustierung muss hier jeder selbst vornehmen.

Es ist allerdings eine Tatsache, dass man im Verlauf der schriftlichen Darstellung (oder bei deren abschließender Lektüre) oft weiter denkt und Dinge versteht, die man zu Beginn der Darstellung noch nicht gesehen hat. Diese neuen Einsichten muss man dann eben mit einem Auslassungszeichen nachtragen und in seinen gegliederten Text einfügen.

 

Unterrichtsreihe zur systematischen Gliederung: https://norberto68.wordpress.com/2013/11/07/unterrichtsreihe-ordnen-gliedern-gliederung-anfertigen/

https://norberto68.wordpress.com/2012/03/07/gliederung-und-aufsatz-verfassen-beispiel-die-judenbuche/ (Beispiel, mit Arbeitsanleitung)

https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/gliederung-von-der-stoffsammlung-zum-aufsatz-beispiele/ (weitere Beispiele)

Schema eines Argumentes (nach Toulmin und Tholen)

Im vollständigen Argumentationsschema des Argumentationsmodells von Stephen Toulmin lässt sich das Beispiel wie folgt darstellen.

« Stefan wird es vermutlich weit bringen, denn er ist ein guter Schüler. Wenn seine Leistungen bis zum Abitur nicht nachlassen, hat er beste Startchancen für seinen weiteren beruflichen Werdegang, wie Statistiken über den Zusammenhang von schulischer Leistung und Berufschancen belegen. »

 

In meiner Schreibweise sähe diese Argumentation so aus:

Prämisse 1 (= Argument)

Prämisse 2 (= Schlussregel)

  • Zusatz zu P 2 (= Stützung der Schlussregel)

__________________________________________

Folgerung (= Schlussfolgerung, These) + Modaloperator

  • Zusatz zu F (= Ausnahmebedingung)

Wichtig: Ich nenne mit anderen den ganzen Vorgang Argumentation oder ein Argument. Manche Leute nennen stattdessen die einzelnen Prämissen Argumente; diese Zweideutigkeit der Sprache muss man kennen. Mit dem Begriff „Zusatz“ arbeite ich nicht so differenziert wie Toulmin welche Funktion der Zusatz hat, muss jeweils eigens bestimmt werden. Es kann auch Zusätze zu P1 oder zu einem Zusatz (Z2 zu Z1) geben; mein Schema ist also flexibler als das das Toulmins. F ist übrigens das, worauf ein Text hinausläuft oder worauf ein Autor hinaus will: die zentrale These (Behauptung), Forderung oder Bewertung, die er begründet. Beispiele für eine Analyse in meiner Schreibweise sind etwa https://norberto68.wordpress.com/2011/09/25/hubert-markl-lernziel-mitmensch-sachtextanalyse-beispiel/ oder https://norberto68.wordpress.com/2011/09/25/v-ladenthin-neue-medien-alte-technik-erorterung-beispiel/.

Das Schema Toulmins stammt von teachsam (http://www.teachsam.de/deutsch/d_rhetorik/argu/arg_mod_toul_4.htm im Kontext von http://www.teachsam.de/deutsch/d_rhetorik/argu/arg_mod_toul_0.htm)

Vgl. auch https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/wozu-und-wie-argumentieren-und-erortern/

https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/argumentieren-erortern-wie-geht-das-mit-beispiel/

http://www.irwish.de/Site/Biblio/Sprachkritik/Schleichert.htm (Schleichert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, zumindest das 1. Kapitel, am besten auch das 2.)

 

Es gibt ein vermeintlich schülerfreundliches Schema der Argumentation, das an den drei Stichworten Behauptung-Begründung-Beispiel orientiert ist (drei B, eine schöne Eselsbrücke), aber in die Irre führt und sich zum Beispiel auf den beiden folgenden Seiten findet: http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/ab_695271_m34n47_aufbau_argument.pdf oder https://moodle.zis.ch/pluginfile.php/105540/mod_resource/content/1/argumentaufbau.pdf

Bei Klett liest man:

Behauptung

Hier wird kurz, möglichst in einem Satz, eine Behauptung aufgestellt.

Begründung

Hier wird allgemein erklärt, warum man die Behauptung vertritt. Sinnvollerweise wird die Behauptung mit der Begründung durch Konjunktionen wie weil, da, zumal, denn … verbunden. Die Begründung darf ruhig mehrere Sätze umfassen.

Beispiel

Das Beispiel bringt einen konkret formulierten Beleg für die Relevanz der Behauptung. Es hilft, die Behauptung zu veranschaulichen.

Das wird dann an einem Beispiel durchgespielt:

Islamunterricht sollte in deutschen Schulen eingeführt werden, … [Das ist übrigens keine Behauptung, sondern eine Forderung!]

denn die Zahl muslimischer Kinder an deutschen Schulen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Für sie gibt es kein Angebot an Religionsunterricht, sondern sie können nur den Ethikunterricht besuchen. Daher haben sie keine Wahlmöglichkeiten wie die christlichen Schülerinnen und Schüler. [Hier fehlt der entscheidende Gedanke, nämlich die Regel: „Jeder Schüler soll die Wahl zwischen Ethikunterricht und Religionsunterricht haben.“ Oder „Jeder Schüler soll möglichst viele Wahlmöglichkeiten haben.“ – Man sieht, wie das Schema Behauptung-Begründung-Beweis die Schüler verblödet und ihnen die Sicht auf die eigene Argumentation versperrt!]

In manchen Schulen Frankfurts ist die Zahl der Muslime so hoch, dass fast ausschließlich muslimische Schülerinnen und Schüler den Ethikunterricht besuchen. [Wofür soll das ein Beispiel sein?]

 

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/1/701.pdf wirkt gegen den Klett’schen Unsinn geradezu abgeklärt;

http://www.teachsam.de/deutsch/d_rhetorik/argu/arg_erw_3.htm bleibt unklar, obwohl an Toulmin orientiert, weil es im Versuch der didaktischen Vereinfachung vier Stufen einführt, die großenteils willkürlich benannt sind und nicht deutlich machen, dass die Folgerung nichts anderes als die „These“ ist. Frage: Warum soll sie zweimal genannt werden?

Zitiertechnik, Regeln des Zitierens

A) Indirekte Zitate

Indirekte Zitate sind eine bloß sinngemäße Übernahme oder Kürzung einer Textpassage. Man setzt keine Anführungs- und Schlusszeichen. Am Ende der sinngemäßen Übernahme weist ein Klammerzusatz mit „vgl.“ (vgl. S. 21) darauf hin, wo die Textstelle im Ausgangstext wörtlich zu finden ist.

Beispiel: Redluff ist erleichtert, diese Probe bestanden zu haben (vgl. Z. 103 f.).

Häufig ist die indirekte Rede, d.h. Konjunktiv I, zu verwenden. [Der Schülerduden Grammatik lässt aber bei dass- und ob-Sätzen sowie nach einem Fragewort auch den Indikativ zu, siehe dort Nr. 102!]

Beispiel: Enfield erklärt Utterson, dass Hyde nicht leicht zu beschreiben sei (S. 23).

Wenn man den Text mit eigenen Worten paraphrasiert (umschreibt), genügt es, diese Zusammenfassung mit einem Verweis auf den Text zu legen (vgl. Kap. I und II).

B) Direkte Zitate

  1. Kurzbelege: Der Bote soll uns zwar die Nachricht bringen, wird aber durch die Gier der Menschen nach Luxus („ihre Wohnstätten nehmen kein Ende“, Z. 13; „und wieder ein Palast“, Z. 19) daran gehindert.

Kurzbelege sind Wörter oder Wortgruppen, die systematisch aus verschiedenen Text­abschnitten gesucht wurden und dasselbe Phänomen belegen.

  1. Nachgestelltes Zitat: Der erste Teil macht dem Leser klar, dass er der Empfänger der äußerst wichtigen Botschaft sein soll: „gerade Dir hat der Kaiser (…) eine Botschaft gesendet“ (Z. 3 f.).

Das Zitat ist eine syntaktisch zusammenhängende, im ganzen unveränderte Über­nahme aus dem Original. Auslassungen müssen durch (…) gekennzeichnet werden. Beim nachgestellten Zitat wird erst eine Erklärung oder Deutung geliefert; sie wird dann mit dem Zitat nachgewiesen.

  1. Vorangestelltes Zitat: „Du aber (…) erträumst sie Dir, wenn der Abend kommt.“ (Z. 23) Dies ist ein Bild, mit dem Kafka auf das Lebensende verweist.

Beim vorangestellten Zitat wird zuerst eine Textstelle angeführt und dann erläutert.

  1. Eingebautes Zitat: Der Bote, der als „ein kräftiger, ein unermüdlicher Mann“ (Z. 12 f.) dargestellt wird, kann nichts ausrichten.

Beim eingebauten Zitat wird die Textstelle in einen erklärenden Satz passend einge­fügt. 

  1. Grammatisch angepasstes Zitat: Wir alle können uns zu „de[n] Einzelnen, de[n] jämmerlichen Untertanen“ (Z. 1 f.) rechnen.

Wenn ein Zitat grammatisch verändert wird – z.B. andere Flexionsendungen -, müs­sen die Änderungen mit [ ] eingeklammert werden. – Besser wäre es vielleicht, den eigenen Satz so zu verändern, dass die Form des Originals passt, oder z.B. nur die Einzelwörter zitierend einzubauen: Wir alle können uns zu den „Einzelnen“, den „jämmerlichen Untertanen“ (Z. 1 f.) rechnen. 

  1. Verkürzung/Auslassung: Da begegnen sich „zwei Männer [Utterson und Lanyon, N.T.], die einer an des andern Gesellschaft (…) Freude empfanden“ und „alte Freunde“ sind (S. 15).

Wenn man ein Zitat kürzt, markiert man dies durch runde Klammern und drei Punkte – manchen Leuten genügen drei Punkte. Eckige Klammern nimmt man, um eigene Erklärungen oder grammatische Anpassungen zu markieren. Eine hinzugefügte Erklärung signiert man mit seinem Namen oder seinen Initialen.

  1. Zitat in Klammern: Jekyll verschreckt dadurch seinen Vetter („aber dieser kurze Blick hatte genügt. Eilig machten sie kehrt…“, S. 50), so dass er sich noch mehr Sorgen macht: „Gott vergib uns!“ (S. 51)

Es ist nicht schön, aber möglich, Zitate in Klammern einzufügen, wenn der Gedankengang nicht durch einen neuen Satz unterbrochen werden soll. Für die Seitenangabe genügt dann ein Komma.

Beachte: Das Zitat ist die wörtliche Übernahme von Formulierungen anderer Autoren und von Erkenntnissen und Forschungsergebnissen aus fremden Quellen. Die Sorgfalt gilt dem Urheberschutz.

  • Anführungszeichen für das Zitat „xxx“ – Wenn das Zitat ein vollständiger Satz ist, kommt das Zitatende-Zeichen hinter den Punkt am Satzschluss; wörtliche Rede im Zitat erhält halbe Anführungszeichen „sagte: ,xxx’ yyy“.
  • Stellenangabe in Klammern, hinter das Zitat (S. 16, Z. 4)
  • Man schreibt nie „Zitat“, sondern zitiert eben durch „…“; „Zitat“ sagt man, wenn man mündlich etwas zitiert, weil man dann ja keine Anführungs- und Schlusszeichen machen kann (deutet man heute aber teilweise durch Winken mit zwei Fingern an).
  • Keine Fragmente als Zitate in den eigenen Text einstreuen, sondern grammatisch korrekt in den Satz einbauen!
  • Keine Doppelungen (in eigenen Worten und zusätzlich als Zitat)!
  • Zwischen S., Z., f. oder ff. und den Ziffern ist jeweils etwas – eine Leertaste – Platz frei.
  • Versumbrüche werden durch Schrägstriche markiert:

Beispiel: „Das Leben lehrt uns, weniger mit uns / Und andern strenge sein; du lernst es auch“ (V. 1654/55).

C) Funktion (Sinn) von Zitaten

Durch Zitate weist man nach, dass man sich in seinen Erklärungen, seiner Interpretation wirklich an den Text hält und nicht fabuliert. Das zitierte Textbeispiel wird mit dem Fachbegriff (z.B. Metapher) oder als sprachlicher Akt (z.B. die Frage; die Grübelei; der Vorwurf; …) benannt und im Textzusammenhang erklärt bzw. erläutert. Die Faustregel lautet: Zitieren – benennen – erklären

  1. Unverbundenes Zitat als Beleg

Das Zitat wird in runder Klammer als Beleg an die eigene Aussage angehängt. Dies ist die übliche Form bei handschriftlichen Klausuren.

Beispiel:

Redluff hat Angst davor, entdeckt zu werden („Wovor habe ich denn eigentlich Angst, verdammte Einbildung, wer soll mich denn schon erkennen?“ Z. 35 f.).

  1. Zitat am Ende einer Beweisführung

Grundordnung: Behauptung – Begründung – Zitat als Beleg

Mögliche sprachliche Anbindungen:

Diese Sicht wird gestützt durch …

Das wird deutlich an …

Als Beleg dient die folgende Textstelle …

… denn im Text wird angeführt, dass …

Beispiel:

Redluff ist nervös. Dies wird daran deutlich, dass „seine Finger kalt und schweißig“ (Z. 33 f.) sind.

  1. Zitat als Ausgangspunkt einer Erklärung/Interpretation

Das Zitat steht am Anfang der Gedankenführung.

Grundordnung: Zitat – Folgerung / Auswertung / Deutung

Mögliche sprachliche Anbindungen:

Der Textstelle ist zu entnehmen …

Daran erkennt man, dass …

Die Aussage deutet auf … hin

Beispiel:

„Aber er spürte nur zu genau, dass er in ihr nicht eintauchen konnte, dass er wie ein Kork auf dem Wasser tanzte, abgestoßen und weitergetrieben.“ (Z. 36 ff.). Dieser Textstelle ist zu entnehmen, dass sich Redluff in der Menschenmenge unwohl und fremd fühlt.

Quellen dieser Regeln, wörtlich übernommen, korrigiert und ergänzt:

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/586/663.pdf

http://www.lehrerfreund.de/medien/deutschunterricht/zitiertechnik-regeln-v2.pdf

http://www.fachdidaktik-einecke.de/9c_Meth_Textproduktion/zitat_arguminterpret_form_9_13.htm

und natürlich mein alter Beitrag https://norberto68.wordpress.com/2010/10/18/zitieren-zitiertechnik/

Geprüft und aus unterschiedlichen Gründen nicht verwendet:

http://wikis.zum.de/zum/Zitieren

http://www.teachsam.de/arb/zit_woertl_reg.htm

http://www.teachsam.de/arb/zit_kurzinfo.htm

http://www.thg-radevormwald.de/wp_thg/wp-content/uploads/2011/06/Bibliographieren_Zitieren_Methodentraining.pdf

http://www.carolinum.net/files/caronet/files/redaktion_all/Fachschaften/Deutsch/Materialien/Zitiertechnik.pdf

https://www.wissenschaftliches-arbeiten.org/zitieren/direkte-und-indirekte-zitate.html

http://www.fh-potsdam.de/fileadmin/user_upload/bibliothek/Dokumente/Skripte/FB3/MaBau-Zitieren_2011.pdf

http://www.ub.uni-frankfurt.de/musik/tfm/zitate/zitieren.html

https://ilias.uni-konstanz.de/ilias/goto_ilias_uni_pg_1401_268.html

P.S. Das Problem, wie man Literaturangaben macht und wie man die benutzte Literatur verwaltet, muss gesondert behandelt werden.

Studie zu Hausaufgaben

Es gibt bei der Art, seine Hausaufgaben zu erledigen, so etwas wie Typen des Schülerverhaltens…

http://www.welt.de/print/wams/wissen/article147451294/Hausaufgaben-Nein-danke.html und

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article147483464/Machen-Hausaufgaben-Kinder-zu-besseren-Schuelern.html

http://www.maedchen.de/artikel/studie-hausaufgaben-schaden-2807793.html (das Ganze für Schülerinnen)

Handschrift im Visier

Am 1. April 2015 war das Schreiben mit der Hand ein Thema in den Nachrichten. Die FAZ hatte als Aufmacher des Artikels von Heike Schmoll: „Mehr als eine halbe Stunde ohne Schmerzen schreiben – für deutsche Kinder ist das immer seltener möglich. Den meisten fehlt die Feinmotorik und Übung. Das hat Auswirkungen auf die Lernleistung.“ Ich gebe an, welche Artikel ich dazu gefunden habe:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-schueler-haben-eine-immer-schlechte-handschrift-13518233.html

http://www.wz-newsline.de/home/panorama/vielen-schuelern-wird-das-schreiben-zur-last-1.1902189

http://www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/themen/Berlin-Handschriften-Heroldsberg-Lehrerverbaende-Mobiltelefone-Motorik-Papier-Schueler-Tablet-PC;art2825,5690549

http://www.spiegel.de/schulspiegel/lehrer-beklagen-handschrift-probleme-von-schuelern-a-1026731.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/article139024861/Kulturgut-Handschrift-kommt-an-den-Schulen-zu-kurz.html

http://www.tz.de/welt/lehrer-sorgen-sich-wachsende-handschrift-probleme-schueler-zr-4874827.html

http://www.t-online.de/eltern/schulkind/id_73497944/handschrift-warum-alle-schueler-die-schreibschrift-lernen-muessen.html

Es ist m.E. kurzsichtig, wenn Lehrer „fordern“, dem Schreiben mit der Hand mehr Platz einzuräumen – das muss man nicht fordern, das muss man selber tun! Bei mir gab es z.B. in Kl. 5-7 täglich ein kleines Übungsdiktat (rund 10’); alle Kollegen sagten, dafür hätten sie keine Zeit – ich hatte aber die Zeit, weil ich sie mir genommen habe. So einfach ist das. Es gab sogar eine kleine Unterrichtsreihe Handschrift; ob die allerdings viel genützt hat, weiß ich nicht.

P.S.

Am folgenden Tag hatte die SZ einen kritischen Kommentar zu diesen Meldungen – zu Recht, wie ich denke: Vermutlich ist nicht die Tatsache relevant, dass man mit der Hand schreibt, sondern dass man denkt, ehe man schreibt und während man schreibt, dass man seine Gedanken entwickelt und überprüft, sich intensiv mit einem Thema beschäftigt – das alles kann man auch tun, wenn man auf einer Tastatur tippt.

Eine andere Frage ist es, ob es die Sicherheit im Rechtschreiben fördert oder behindert, wenn man einzelne Buchstaben tippt – anders gewendet: Tippt man Wörter oder tippt man Buchstaben? Und tippt man Wörter, weil man sie von seiner (alten) Schreiberziehung her in Hand und Blick hat? Werden Kinder, die anders schreiben lernen, das später genauso wie wir können?

Es wird genügend gedankenloser Quatsch auch mit der Hand geschrieben; sprachlich verwildert sind auch solche, die noch mit der Hand zu schreiben gelernt haben… Allein die Tatsache, mit der Hand flüssig schreiben zu können, ist noch nicht die Lösung der Probleme. Es muss noch etwas hinzukommen – die Genauigkeit des Denkens, die Sorgfalt des Formulierens.

Vgl. auch http://www.spektrum.de/news/wie-lernt-man-am-besten-handschrift/1347103