Kurt Tucholsky: Gedichte – für die Schule

Im Gedicht „Die geschiedene Frau“ (1929) denkt diese zum Schluss:

     „Aber das ist schließlich überall

     der erste Mann ist stets ein Unglücksfall.

     Die wahre Erkenntnis liegt unbestritten

    etwa zwischen dem zweiten und dem dritten.

Dann weißt du. Vom Wissen wird man nicht satt,

aber notdürftig zufrieden, mit dem, was man hat,

Amen.“

Diese weise Resignation ist herrlich, aber Schüler können sie so noch nicht verstehen. Das ist ein Kriterium dafür, manche Gedichte Tucholskys hier nicht aufzunehmen, auch wenn sie gut sind. Das zweite Kriterium: Wenn ein Gedicht stark auf tagespolitische Ereignisse der Vergangenheit bezogen ist, kann man es selbst als Lehrer kaum, als Schüler nicht verstehen – also streichen! Von den verbleibenden Gedichten habe ich die ausgewählt, die mir gefielen und die ich für die Schule für geeignet hielt: auf dass es neben Kästner auch Kurt Tucholsky als einen Repräsentanten der Neuen Sachlichkeit bzw. der Weimarer Republik gebe. Ich habe mich bei der Auswahl an den Gedichten orientiert, wie sie auf der Seite textlog.de angeboten werden (http://www.textlog.de/tucholsky-deutschland.html); sämtliche Gedichte Tucholskys sollte man auf der Seite https://tucholsky.de/gedichte/ finden, wo sie aber alphabetisch geordnet sind – textlog.de ordnet sie (grob) nach dem Datum der Veröffentlichung, und da genauer als die Seite tucholsky.de.

Nach dieser schönen Vorrede nun die Liste der Gedichte, die man vielleicht in der Schule (Kl. 10-13) lesen könnte:

Die Schule

Wider die Liebe

Auf ein Frollein

Park Monceau

Zu tun! Zu tun!

Zweifel

Nächtliche Unterhaltung (?)

Zwei Seelen

An meinen Sohn

Der Rhein und Deutschlands Stämme

Das Ideal

Nebenan

Masse Mensch“

Liebespaar am Fenster

Bürgerliche Wohltätigkeit

Augen in der Großstadt (parallel: Fahrgäste)

Danach

Die Redensart

Stationen

Die Gefangenen

Also wat nu – ja oder ja?

Warte nicht!

Die Herren Eltern (dazu Frau Schnier in Böll: Ansichten eines Clowns)

Weitere Seiten mit Tucholsky-Gedichten:

http://gedichte.xbib.de/gedicht_Tucholsky.htm

https://www.gedichte.com/gedichte/Kurt_Tucholsky

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Kästner-Gedichte für die Schule

Folgende 20 Kästner-Gedichte schlage ich für die Lektüre (und das laute Sprechen!) in der Schule vor:

Die Tretmühle

Herr im Herbst

Der Scheidebrief

Die Zunge der Kultur reicht weit

Mädchens Klage

Sachliche Romanze

Das Gebet keiner Jungfrau

Kurt Schmidt, statt einer Ballade

Misstrauensvotum

Ansprache an Millionäre

Sogenannte Klassefrauen

Gewisse Ehepaare

Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag

Konferenz am Bett

Von faulen Lehrern

Die Entwicklung der Menschheit

Der Handstand auf der Loreley

Der synthetische Mensch

Der geregelte Zeitgenosse

Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?

Die Reihenfolge hier entspricht im Wesentlichen der Abfolge, wie sie in Kästners Gedichtbänden veröffentlicht sind; nur „Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?“ ist bewusst an den Schluss gestellt, weil der Autor sich darin mit der Kritik an seinen Gedichten auseinandersetzt. „Mädchens Klage“ und „Das Gebet keiner Jungfrau“ stellen ausgezeichnete Alternativen zur „Sachliche[n] Romanze“ dar!

Ich habe die Gedichte sowohl nach ästhetischen wie nach thematischen Gesichtspunkten ausgewählt; fortgelassen sind die, welche allzu zeitgebunden waren: So ist die Kritik am Militarismus heute für die BRD überholt. „Sachliche Romanze“ habe ich gegen mein ästhetisches Empfinden aufgenommen, weil es in allen Lesebüchern für Klasse 8/9 steht, obwohl die Schüler in diesem Alter das Ende einer achtjährigen Liebesbeziehung nicht nachvollziehen können.

Da Kästners Gedichte für Erwachsene (oder die Zeitschrift „Jugend“ und damit für Jugendliche) geschrieben sind, schlage ich vor, sie nicht vor Klasse 9 zu lesen; manche sind sogar erst ab Kl. 10 oder 11 zu verstehen – den Wettlauf um „möglichst früh“ sollte man nicht mitmachen!

Man sollte Kästners „Prosaische Zwischenbemerkung“ über seine Gebrauchslyrik kennen, wenn man sich mit seinen Gedichten beschäftigt (in „Die literarische Welt“ vom 28. März 1929, https://nellydeutsch.files.wordpress.com/2014/01/kaestner-gebrauchslyrik.docx = http://www.stiftikus.de/lyrik/kaestbem.doc).

Literaturportale im Netz

Es gibt verschiedene Portale, die europäische Literatur und anderes anbieten, ohne dass man etwas zahlen oder sich anmelden müsste – leider erst dann, wenn das Urheberrecht erloschen ist:

http://www.zeno.org/ (sehr übersichtlich, aber kleine Schrift)

http://gutenberg.spiegel.de/ (größere Schrift, aber nicht übersichtlich: Man kann nur Seite für Seite umblättern!)

https://www.offenesbuch.com/ (übersichtlich und große Schrift)

http://archive.org/search.php? (viele digitalisierte Bücher, auch Erstdrucke, deutsche Bücher oft in Frakturschrift)

Vgl. ferner

https://wiki.zum.de/wiki/Literaturportale

https://bbb.neteler.org/buecher/

http://www.poetenladen.de/litlinks3.html

http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?LiteraturPortale

http://www.oezb-verlag.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1&Itemid=82

Sachtext zusammenfassen (Beispiel Zeitungsbericht)

29. Mai 2017 | 13.42 Uhr (rp-online)

Studie zu Medienkonsum

Schon Kleinkinder hängen täglich am Smartphone

Berlin. 70 Prozent der Kinder im Kita-Alter nutzen das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde am Tag. Schon Säuglinge sind hyperaktiv, wenn Mama stets am Tablet hängt. Experten warnen vor den Gefahren – aber auch vor einer einseitigen Diskussion.

Konzentrationsprobleme, Hyperaktivität und Einschlafstörungen schon bei Säuglingen: Ein übermäßiger Medienkonsum gefährdet die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Das geht aus der Blikk-Studie hervor, die am Montag von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), vorgestellt wurde. Bereits Babys unter einem Jahr haben demnach Fütter- und Einschlafstörungen, wenn die Mutter parallel zur Betreuung ihres Kindes digitale Medien nutzt. Zudem benutzen schon 70 Prozent der Kinder im Kita-Alter das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich.

Zwei- bis Fünfjährige sind der Studie zufolge bei regelmäßiger Nutzung von Bildschirmmedien nicht nur zappeliger und haben Konzentrationsstörungen. Bei täglicher Mediennutzung zeigen sich zudem Störungen bei der Sprachentwicklung. Die Kinder sind außerdem oft unruhig und schnell ablenkbar.

Hyperaktiv und unkonzentriert

Auch Kinder ab etwa sieben Jahren und Jugendliche, die mehr als eine Stunde pro Tag an ihrem Smartphone oder Tablet hängen, sind oft hyperaktiv oder unkonzentriert. Sie greifen auch mehr zu süßen Getränken und Süßigkeiten und sind häufiger dick.

In die Studie, aus der Medien schon in den vergangenen Tagen zitiert hatten, wurden zwischen Juni 2016 und Januar 2017 mehr als 5500 Kinder und Jugendliche einbezogen. Grundlage sind die Vorsorgeuntersuchungen, die sogenannten U-Untersuchungen, beim Kinderarzt sowie Elternbefragungen.

In Deutschland gelten mittlerweile rund 600.000 Jugendliche und junge Erwachsene als internetabhängig und zweieinhalb Millionen als problematische Internetnutzer. „Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen“, erklärte Mortler. „Kleinkinder brauchen kein Smartphone.“ Sie müssten erst einmal lernen, mit beiden Beinen sicher im realen Leben zu stehen. Es sei daher dringend notwendig, Eltern beim Thema Mediennutzung Orientierung zu geben, forderte die Drogenbeauftragte.

Experten warnen vor einseitiger Diskussion

Die Würzburger Medienpsychologin Astrid Carolus warnte indes vor einer einseitigen Diskussion über die Smartphonenutzung bei Kindern und Jugendlichen. Dass der Umgang mit Smartphones negative Folgen habe, gehe aus der Studie nicht eindeutig hervor, sagte Carolus im Deutschlandfunk. Nachgewiesen worden seien lediglich statistisch signifikante Zusammenhänge, aber keine klare Beziehung zwischen Ursache und Wirkung.

Die Wissenschaftlerin sprach sich gegen Smartphoneverbote für Kinder aus. Diese gingen an der Realität vorbei. Die jungen Menschen wüchsen heute in einer digitalisierten Welt auf und müssten den richtigen Umgang mit den Geräten lernen.

(oko/AFP)

 

Meine Zusammenfassung

In der rp-online vom 29. Mai 2017 wird unter der Überschrift „Studie zu Medienkonsum“ über eine am gleichen Tag veröffentlichte Studie zum Medienkonsum von Kindern berichtet.

Es werden zunächst die gemäß der Blikk-Studie negativen Folgen übermäßiger Mediennutzung für Kinder und Jugendliche referiert: Schlafstörungen, Unruhe, Konzentrationsprobleme, schlechte Essgewohnheiten. Grundlage der Studie seien Befragungen von mehr als 5.500 Kindern und Jugendlichen sowie Elternbefragungen seit Juni 2016. Frau Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, habe auf die Risiken der Digitalisierung hingewiesen. Die Medienpsychologin Carolus habe jedoch vor einer einseitigen Interpretation der Studie gewarnt; es komme darauf an, dass Kinder den richtigen Umgang mit den Medien lernten.

Diskussion:

  • Dass die Studie am gleichen Tag veröffentlicht wurde, ergibt sich aus dem Datum des Artikels und der Datierung „am Montag“, die auf den Bericht in der am folgenden Tag erscheinenden Zeitung zielt.
  • Frage: Sollte man in den Einleitungssatz die Quellenangabe („auf der Grundlage einer Agenturmeldung“) aufnehmen? 
  • Ich habe die einleitenden Zeilen nicht berücksichtigt, weil sie [Ergebnis der voraufgehenden Analyse!] nur einige auffällige Einzelheiten herausheben, um den Leser für den ganzen Artikel zu interessieren. Genauso werden die Zwischenüberschriften und der Untertitel hier [anders als in einer Analyse!] nicht beachtet.
  • Die folgenden drei Absätze habe ich summarisch referiert, weil sie die negativen Auswirkungen (gleiches Thema) auf die verschiedenen Altersstufen darstellen.
  • Der Satz „In Deutschland gelten…“ ist ein Irrläufer, der nicht berücksichtigt wird.
  • Hier und auch im Folgenden zeigt sich, dass einer Zusammenfassung eine Analyse voraufgehen muss: Die letzten drei Absätze sind den unterschiedlichen Bewertungen von Frau Mortler und Frau Carolus gewidmet, man kann sie auf diesen Unterschied hin zusammenfassen.
  • Frau Mortler wird mit ihrer Funktion vorgestellt, weil sie die Studie veranlasst bzw. vorgestellt hat. Bei Frau Carolus sollte man den Beruf „Medienpsychologin“ nennen, weil sie damit als fachlich qualifiziert vorgestellt wird.
  • Fazit: Diese Art von Zeitungsberichten (Bericht über eine gerade veröffentlichte Studie) stellt eigentümliche Anforderungen an eine Zusammenfassung.

Einen Erzähltext zusammenfassen – Beispiel

Brüder Grimm: Hänsel und Grethel (1819)1

Aufgabenstellung: Fasse das erzählte Geschehen möglichst knapp zusammen!

1. Versuch:

Die armen Eltern zweier Kinder, Hänsel und Grethel, setzen diese im Wald aus, um selber zu überleben. Die Kinder retten sich in ein Haus, werden aber von der Hausherrin, einer Hexe, ihrer Freiheit beraubt. Es gelingt Grethel, die Hexe zu verbrennen und ihren Bruder zu befreien; mit den Schätzen der Hexe gehen sie nach Hause und leben von da an mit dem Vater frei von Sorgen.

Probleme:

1. Muss die Mutter als treibende Kraft genannt werden?

2. Muss die erste Rettung mit Hilfe der Kieselsteine Hänsels erwähnt werden?

3. Muss die unterschiedliche Behandlung der Kinder durch die Hexe erwähnt werden?

4. Muss der Tod der Mutter erwähnt werden?

Ergebnis: Der Tod der Mutter muss erwähnt werden, weil sonst der falsche Eindruck entsteht, sie lebte noch; dann muss sie auch als treibende Kraft genannt werden.

2. Versuch:

Die armen Eltern zweier Kinder, Hänsel und Grethel, setzen diese auf Betreiben der Mutter im Wald aus, um selber zu überleben. Die Kinder retten sich in ein Haus, werden aber von der Hausherrin, einer Hexe, ihrer Freiheit beraubt. Es gelingt Grethel, die Hexe zu verbrennen und ihren Bruder zu befreien; mit den Schätzen der Hexe gehen sie nach Hause und leben von da an mit ihrem Vater frei von Sorgen, während die Mutter verstorben ist.

3. Versuch:

Die armen Eltern zweier Kinder, Hänsel und Grethel, setzen diese auf Betreiben der Mutter im Wald aus, um selber zu überleben. Einmal kann Hänsel den Weg mit Kieselsteinen markieren und so nach Hause finden; ein zweiter Versuch, dies mit Brotkrumen zu erreichen, scheitert. Die Kinder retten sich jedoch in ein Haus, das von einer Hexe bewohnt wird. Hänsel wird eingesperrt; Grethel muss ihn füttern, damit die Hexe ihn schlachten kann. Es gelingt Grethel, die Hexe zu verbrennen und ihren Bruder zu befreien; mit den Schätzen der Hexe gehen sie nach Hause und leben von da an mit ihrem Vater frei von Sorgen, während die Mutter verstorben ist.

Würdigung:

Der 3. Versuch geht schon zu stark in Richtung einer Nacherzählung; der 2. Versuch stellt das Optimum einer möglichst kurzen Zusammenfassung des erzählten Geschehens dar. Frage: Welche Elemente des erzählten Geschehens sind hierbei berücksichtigt? – Fehlt der Basissatz?

1Text: https://de.wikisource.org/wiki/H%C3%A4nsel_und_Grethel_(1819), die zweite Fassung; Zugang zu allen Fassungen über die Seite https://de.wikisource.org/wiki/H%C3%A4nsel_und_Gretel. (Zugriff April 2017)

Einen Sachtext zusammenfassen – Beispiel 2

Carola Beck: Die Wissenschaft der Bionik. Die Natur als Vorbild der Technik (2010)

[…] Schon Leonardo da Vinci nahm sich im 15. Jahrhundert die Natur zum Vorbild. Der geniale Künstler und Wissenschaftler untersuchte den Flügelschlag von Vögeln und entwarf daraufhin „Schlagflügel“. Da Vinci wird oft als historischer Begründer der Bionik angeführt, da er unter anderem den Vogelflug analysierte und versuchte, seine Erkenntnisse auf Flugmaschinen zu übertragen. Damit sollte es auch dem Menschen möglich sein zu fliegen.

Bisher hatten die Wissenschaftler dies nicht umsetzen können, und auch die Modelle Da Vincis waren noch nicht flugtauglich. Der Weg war jedoch bereitet. Man forschte weiter auf diesem Gebiet, und die Fluggeräte wurden immer weiter ausgebaut. Auch Otto Lilienthal war fasziniert von der Vorstellung, durch die Luft zu gleiten. Er arbeitete ebenfalls mit dem bionischen Ansatz „der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“. Lilienthal unternahm Tausende von Gleitflügen und schaffte es, mit seinen Flugmodellen bis zu 250 Meter weit zu fliegen. Seine Leidenschaft wurde ihm allerdings zum Verhängnis: Er stürzte 1896 bei einem Gleitflug in die Tiefe. Durch starken Aufwind hatte er die Kontrolle über seine Maschine verloren. Lilienthal starb kurz darauf an den Folgen des Sturzes.

Auch moderne Flugzeugkonstrukteure nehmen sich den Vogel zum Beispiel: Im Gleitflug spreizt der Adler seine Flügelspitzen nach außen. Dadurch entstehen an den Flügelspitzen viele kleine Luftwirbel, die den Flug weniger stören. Die Flugzeuge liegen heutzutage durch die hoch gestellten Spitzen an den Flügelenden sicherer in der Luft und verbrauchen weniger Kraftstoff.

Noch ein Tier gab den Konstrukteuren einen entscheidenden Hinweis, auch wenn es sich nicht in den Lüften bewegt: der Hai. Der schnell schwimmende Meeresbewohner hat mikroskopisch feine, in Strömungsrichtung verlaufende Rillen in seiner Haut. Die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt stellten nach dem Vorbild der Haifischhaut eine Folie her, mit der die Oberfläche moderner Flugzeuge ausgestattet wird. Bis zu drei Prozent des sehr teuren und umweltschädlichen Flugzeugtreibstoffs Kerosin können so eingespart werden. […]

(https://www.helles-koepfchen.de/artikel/1934.html)

(http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/316034_so_04.pdf gekürzt, mit Lösung)

Aufgabenstellung:

Fasse den Text kurz zusammen. Formuliere einen einleitenden Satz, in dem du den Text identifizierst.

Textzusammenfassung (http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/316034_so_04.pdf)

In ihrem Text „Die Wissenschaft der Bionik – Die Natur als Vorbild der Technik“, den Carola Beck im Internet-Wissensportal „Helles Köpfchen“ veröffentlichte, informiert die Autorin über die Vorbilder der Natur für den Bau von Flugzeugen.

Bereits im 15. Jahrhundert untersuchte da Vinci das Flugverhalten von Vögeln und versuchte, erste Flugmaschinen zu bauen. Auch der deutsche Forscher Otto Lilienthal entwickelte Flugmodelle, mit denen er bis zu 250 Meter weit gleiten konnte.

Noch heute nehmen sich Forscher die Natur zum Vorbild, um die Flugeigenschaften von Flugzeugen zu verbessern. So konstruieren die Forscher die Flügel vieler Flugzeuge wie Adlerflügel, um einen möglichst sicheren Flug zu ermöglichen. Der Mensch kann sich also auch heute noch die Natur als Vorbild nehmen, um neue oder verbesserte Techniken zu entwickeln.

Meine Lösung

In ihrem Beitrag „Die Wissenschaft der Bionik“ für das Internetportal „Helles Köpfchen“ von 2010 berichtet Carola Beck über Versuche von Menschen, ihren Wunsch, fliegen zu können, zu verwirklichen, indem sie von Vorbildern in der Natur lernen.

Leonardo da Vinci habe den Flügelschlag der Vögel mit seinen „Schlagflügeln“ kopiert. Otto Lilienthal habe sich ebenfalls am Vogelflug orientiert und bis 250 Meter gleiten können. Moderne Konstrukteure hätten in Anlehnung an den Bau von Adlerflügeln die Flügel von Flugzeugen mit hoch gestellten Spitzen ausgestattet; die Oberfläche von Flugzeugen sei heute wie die Haut des Hais mit feinen Längsrillen ausgestattet.

Alternative für den zweiten Absatz (als direkte Fortsetzung des 1. Satzes):

Sie zeigt an vier Beispielen, wie die Menschen im Lauf von Jahrhunderten nach anfänglichen Misserfolgen das Fliegen mit Flugzeugen gelernt und verbessert haben.

Diskussion

  • Da es sich um einen Textauszug handelt, endet meine Zusammenfassung abrupt. Der letzte Satz bei Klett hat nichts mit Becks Text zu tun, er rundet nur die eigene Zusammenfassung ab.
  • Man kann streiten, ob der 2. Absatz bei mir zu sehr in die Einzelheiten geht (→ Alternative).
  • Bei der Textzusammenfassung im Klettbuch (http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/316034_so_04.pdf) stört der Übergang vom einleitenden Satz („informiert die Autorin“) zur inhaltlichen Zusammenfassung im Indikativ; der Bericht über das sprachliche Handeln („informiert“) muss vom Referat des Inhalts abgegrenzt werden (Konjunktiv I, indirekte Rede).
  • Die zeitliche Gliederung des Textes wird in beiden Lösungen deutlich, wenn auch unterschiedlich markiert.
  • Meine Zusammenfassung (7 bzw. 4 Zeilen) ist deutlich kürzer als die von Klett (9 Zeilen für 23 Zeilen Text). Als Zusammenfassung ziehe ich meine Lösung mit der Alternative vor (4 Zeilen), die Klett-Lösung schwankt zwischen Zusammenfassung und Nacherzählung.

  • Textsorte: informierend, historisch gegliedert (evtl. auch sachlich: anfängliche Misserfolge / spätere Erfolge)

Texte überarbeiten – ein Beispiel

Ich stelle zunächst den Entwurf „Verpasste Kindheit“ meines amerikanischen Freundes Merrill Lyew vor, der vor gut 40 Jahren mehrere Jahre in Deutschland gelebt hat. Es handelt sich um ein sogenanntes Drabble oder eine Miniaturgeschichte oder Fan Fiktion von genau 100 Wörtern, wenn man den Titel nicht mitzählt. Man führt den Leser in die Irre und am Ende ist die Pointe eine unerwartete Wende. „Vergangen“ ist dann die von mir überarbeitete Version.

 

Verpasste Kindheit 

Bei der Hochschulanmeldung wurde ich zunächst aufgefordert, erst einmal Platz zu nehmen und zu warten.

Kurze Zeit später betrat ein Polizist das Büro und bat mich, ihn auf das Revier zu begleiten, es gäbe dort eine wichtige Angelegenheit zu klären.

Arglos folgte ich dem Polizisten, weil ich mir keiner Schuld bewusst war und hoffte darauf, dass es sich lediglich um ein Missverständnis handeln könnte.

Ein älterer Offizier wühlte in staubigen Akten und zog kurz darauf ein vergilbtes Blatt hervor.

Es war ein Fahndungsplakat mit meinem Konterfei als fünfjähriges Kind.

Als gesuchter Kindesentführer stand unter einem Fahndungsfoto der Name meines Vaters…

 

Erläuterung:

Als Fehler sehe ich den Verstoß gegen die innere Logik der Fahndung an: Wenn jemand aktuell noch gesucht wird, muss das Fahndungsplakat griffbereit sein (im Regal), auch wenn es alt (vergilbt) ist.

Die Überschrift schien mir nicht zum Text zu passen, ich denke eher an „Zeitreise“ o.ä.: dass die Vergangenheit plötzlich gegenwärtig wird. Ich habe „Vergangen“ gewählt, weil das zwischen „Vergangenheit“ und „Vergehen“ (= Verbrechen) changiert.

Die anderen Änderungen betreffen Kleinigkeiten:

 

Vergangen

Im Sekretariat der Hochschule wurde ich gebeten, erst einmal Platz zu nehmen und zu warten. Kurze Zeit später betrat ein Polizist das Büro und forderte mich auf, ihn auf das Revier zu begleiten, es gebe dort eine wichtige Angelegenheit zu klären.

Arglos folgte ich dem Polizisten, weil ich mir keiner Schuld bewusst war; ich nahm an, dass es sich lediglich um ein Missverständnis handelte.

Im Polizeibüro holte ein älterer Wachtmeister eine Akte aus dem Regal und zeigte mir ein vergilbtes Blatt – ein Fahndungsplakat mit meinem Konterfei als fünfjähriges Kind. Unter einem Fahndungsfoto stand der Name des gesuchten Entführers: meines Vaters…

 

Merrill Lyew hat sich für den Titel „Die Anmeldung“ entschieden, weil „Vergangen“ sich so anhöre, als hätte sich der Vater am Kind vergangen. – Die Erzählung beruht auf einer Begebenheit in den USA, wo ein Vater nach der Scheidung sein Kind entführt hatte und untertauchen konnte; erst bei der Immatrikulation des Kindes sind die Behörden auf Unstimmigkeiten gestoßen.

Noch ein Beispiel: Ein Text Merrill Lyews:

Die Erbschaft

Herbert sitzt mit besorgtem Gesichtsausdruck, die zittrigen Hände im weißen Schopf, am Tisch im Esszimmer des kleinen Reihenhauses. Die dunkelblaue, nach Mottenkugeln riechende Jacke hängt an seinem hageren Körper wie ein ausgeleierter Kittel. Er wartet ungeduldig auf seinen Sohn, denn er will das Anliegen schnellstmöglich erledigen.

Günther hastet aus seinem Schlafzimmer zum Wandspiegel in der Diele. Schnell schiebt er seine Krawatte zurecht und glättet noch einmal sein Haar. Heute muss er gut aussehen, denn Susanne wartet auf ihn. Er kann es kaum erwarten. Deshalb schlägt er seinem Vater vor, ihn zuerst in Altenheim zu fahren und dann später noch einmal bei ihm vorbeizukommen. Schweren Herzens erklärt sich Herbert einverstanden, fügt aber mit weicher Stimme hinzu:

„Vergiss es bitte nicht, es ist sehr wichtig.“

Günther hört nur flüchtig hin.

„Ja, ja Vati“ erwidert er gelangweilt. „Ich komme bestimmt, du kennst mich doch. Jetzt müssen wir aber schnell zum Auto.“

Eine leichte Brise weht den Duft von frisch gemähtem Gras durch den Stadtpark. Susanne reagiert mit heftigem Niesen und rot werdenden Augen darauf. Sie wartete bereits auf der Parkbank am Brunnen, wo sie sich verabredet hatten.

„Ich merke schon, Du bist allergisch auf mich“, scherzt Günther als er auf sie zuläuft.

„Das glaube ich auch, du Witzbold.“

Susanne muss erneut niesen.

„Gehen wir ins Kino?“, fragt sie schniefend.

„Es ist ganz in der Nähe.“

„Was wird gezeigt?“

„Das Schloss“, antwortet die Kollegin.

Günther lässt sich kein zweites Mal bitten, trotzdem er in der Schulzeit das Originalwerk lesen musste. Für Susanne hätte er fast alles getan.
Es ist schon fast dunkel als die beiden aus dem Kino kommen.

Wieder zu Hause zieht Günther seine schwarzlackierten Schuhe aus, serviert sich ein Glas Scotch, setzt sich aufs Liegesofa und tastet nach der Fernsehfernbedienung auf dem Tisch dahinter. Da läutet ein Glockenschlag wie von Big Ben, es ist sein Handy.

„Ja, der bin ich“, antwortet Günther dem Anrufer freundlich. Plötzlich schaut er schreckensbleich mit weit geöffneten Augen ins Leere. Er muss heftig schlucken, um den Kloß in seinem Hals hinunterzuwürgen.

„Wie bitte?“, wispert er mit bebenden Lippen. „Wie… wieso tot? Ich …“

Sein vor Schwindel schwankender Blick fällt auf die Aktentasche, in der immer noch die unterschriftlose Erbschaftsurkunde seines Vaters steckt.

Die von mir überarbeitete Fassung:

Die Erbschaft

Herbert sitzt mit besorgtem Gesicht, die zittrigen Hände im weißen Haar, am Tisch im Esszimmer des kleinen Reihenhauses. Eine dunkelblaue, nach Mottenkugeln riechende Jacke hängt an seinem hageren Körper wie ein ausgeleierter Kittel. Er wartet ungeduldig auf seinen Sohn, denn er will sein Vorhaben möglichst bald erledigen.

Günther hastet aus seinem Schlafzimmer zum Wandspiegel in der Diele. Schnell schiebt er die Krawatte zurecht und glättet noch einmal sein Haar. Heute muss er gut aussehen, denn Susanne wartet auf ihn. Er kann es kaum erwarten, bei ihr zu sein. Deshalb schlägt er seinem Vater vor, ihn zuerst ins Altersheim zu bringen und dann später noch einmal bei ihm vorbeizuschauen. Schweren Herzens erklärt sich Herbert einverstanden, fügt aber mit weicher Stimme hinzu: „Vergiss es bitte nicht, es ist sehr wichtig; und vergiss die Tasche nicht!“ Günther hört nur flüchtig hin. „Ja, ja, Vati“, erwidert er unaufmerksam. „Ich komme bestimmt, du kennst mich doch. Jetzt müssen wir aber schnell zum Auto.“

Eine leichte Brise weht den Duft von frisch gemähtem Gras durch den Stadtpark. Susanne reagiert mit heftigem Niesen und geröteten Augen darauf. Sie wartet bereits zehn Minuten auf der Parkbank am Brunnen, wo sie sich treffen wollten.

„Ich merke schon, Du bist allergisch gegen mich“, scherzt Günther, als er auf sie zu geht. „Das glaube ich auch, du Witzbold.“ Susanne muss erneut niesen. „Gehen wir ins Kino“, fragt sie schniefend, „es ist ganz in der Nähe?“ „Was wird gezeigt?“ „Das Schloss“, antwortet die Kollegin. Günther lässt sich kein zweites Mal bitten, obwohl er in der Schulzeit dem Roman nichts abgewinnen konnte. Für Susanne hätte er fast alles getan.

Wieder zu Hause zieht Günther seine schwarzen Lackschuhe aus, serviert sich ein Glas Scotch, setzt sich aufs Liegesofa und tastet nach der Fernsehfernbedienung; er will sich ein wenig entspannen, ehe er zum Vater fährt. Da erklingt ein Glockenschlag wie von Big Ben, es ist sein Handy.

„Ja, der bin ich“, antwortet Günther dem Anrufer freundlich. Dann schaut er schreckensbleich mit weit geöffneten Augen ins Leere. Er muss heftig schlucken, um den Kloß in seinem Hals hinunterzuwürgen. „Wie bitte?“, wispert er mit bebenden Lippen. „Wie… wieso tot? Ich …“

Sein schwankender Blick fällt auf die Aktentasche, in der das Testament steckt, in dem nur noch Datum und Unterschrift seines Vaters fehlen.

Derzeit stört mich noch der Glockenschlag von Big Ben, der ist für ein Handy zu laut. Merrill hat dann meinen Text noch einmal leicht überarbeitet.

Verständnis von Erzählungen produktiv provozieren

Eine gute Möglichkeit, das Verständnis von Erzählungen produktiv zu provozieren und zu überprüfen, ist die Aufgabe, den Schluss zu ergänzen. Wenn es dafür bei den meisten Erzählungen eine gewisse Beliebigkeit im Ergänzen gibt, ist bei den Schwänken des Nasreddin Hodscha nur eine einzige pointierte Lösung möglich. Ich zeige das an der Geschichte Nr. 31 aus dem ersten Band der Schwänke (Ausgabe 1911), die man hier findet:

https://archive.org/stream/derhodschanasred01wess#page/n5/mode/2up

https://archive.org/stream/derhodschanasred02wess#page/n5/mode/2up

Die Freunde des Hodschas beschwatzen ihn, im Hinblick auf den angeblich unmittelbar bevorstehenden Jüngsten Tag sein überaus geliebtes Lamm zu schlachten und zu braten. Als sie sich an der frischen Luft vergnügen, verbrennt der Hodscha ihre Kleider. Sie beschweren sich heftig darüber bei ihm. Doch er antwortet:

__________________________________________________________________

__________________________________________________________________

(Diese Antwort müssten die Schüler er-finden und im gedruckten Resttext ergänzen.)

Sie können (erstens probieren, ob Sie selber die Antwort finden, und dann) am Text prüfen, wie die richtige Antwort lautet.

Solche Aufgaben zu den Schwänken Nasreddins kann man locker in Kl. 5-10 stellen, auch in Vertretungsstunden; keine Sorge, das ist für Schüler der Kl. 10 nicht „zu leicht“, eher für die 5er zu schwer: Ich habe oft in Kl. 11 eine Reihe über die Entwicklung der Fabel gemacht, da zeigte sich, wie schwer sich „große“ Schüler mit dem Verständnis einfacher Fabeln tun. Man kann statt der Schwänke auch solche Fabeln auswählen, die durch ein kluges Wort am Schluss (statt durch den Misserfolg oder Untergang einer Partei) entschieden werden, und dieses kluge Wort dann suchen lassen; ich denke etwa an das Wort des Schiffbrüchigen zum Schwimmer, der zu Athene betet („Der Schiffbrüchige“, Nr. 1 in „Fabeln“ RUB 9519), oder an das Wort des Esels („Der Esel und der alte Hirt“, a.a.O. Nr. 9).

Merkmale und Zweck der erlebten Rede

Zuerst nenne ich drei Links, wo man sich über die erlebte Rede, eine Form des personalen Erzählens, informieren kann:

http://www.li-go.de/prosa/prosa/erlebterede.html (Definition, Beispiele)

http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_epik/strukt/darb/darb_fig_erl_3.htm (Merkmale teilweise falsch!) Gut wird dort dagegen der Zweck der Verwendung erlebter Rede erklärt: Die erlebte Rede eignet sich besonders gut zur Vermittlung subjektiver, flüchtiger, in sich widersprüchlicher, affektiv geprägter Zustände, Phasen und Reflexe der Psyche (vgl. Vogt 1990, S.166-173). Diese „besondere Eignung der erlebten Rede zur Darstellung des Affektischen und Intimen macht ihren psychologischen Tiefgang aus. Sie will das zaghaft Gesprochene, das blitzartig durchs Bewusstsein Zuckende, das nicht zu Ende Gedachte erfassen. Alles scharf Umrissene, logisch Formulierbare, mit Bedacht Gesprochene ist ihr von Natur aus fremd und könnte besser in der Form der direkten oder indirekten Rede ausgedrückt werden. Dem Autor, der die erlebte Rede verwendet, ist es darum zu tun, ein direktes Schlaglicht auf die geistig‑seelische Situation seiner Figur zu werfen.“ (Hoffmeister 1965, S.22)

https://de.wikipedia.org/wiki/Erlebte_Rede (richtige Definition)

http://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/welcome.html?page=/EUROL/termini/9230.htm (allgemein: Erzählverhalten)

Wenn ich recht sehe, ist die erlebte Rede in ein neutrales Erzählverhalten eingebettet (und manchmal nicht exakt abzugrenzen). Das wichtigste Kennzeichen erlebter Rede ist die Modifizierung (d.h. abtönende Veränderung der einfachen Aussage) einer Äußerung. Als Modalwörter fassen wir unflektierte Wörter, mit denen der Sprecher oder Schreiber nicht nur etwas mitteilt, sondern zusätzlich zu einem Sachverhalt selber Stellung nimmt:

1. zum Geltungsgrad einer Aussage:

a) bestätigend, bekräftigend (bestimmt, tatsächlich, wirklich, zweifellos…)

b) einschränkend (allerdings, eigentlich, freilich)

c) vermutend (anscheinend, offenkundig, wahrscheinlich…)

d) zweifelnd (kaum, möglicherweise, vielleicht, scheinbar…)

e) sich distanzierend (angeblich, vorgeblich)

f) verneinend (keinesfalls, keineswegs)

2. gefühlsmäßig Stellung nehmend:

a) positiv (erfreulicherweise, hoffentlich, gottlob…)

b) negativ-bedauernd (bedauerlicherweise, leider…)

* Außer durch Modalwörter können auch Modalverben und die beiden Formen des Konjunktivs Äußerungen modifizieren.

* Fragen entsprechen oft den Modalwörtern des Zweifelns, der Unsicherheit – es sind dann aber keine rhetorischen Fragen!

* Wichtig sind Zeit- und Raumadverbien, die sich auf einen Ich-Standpunkt beziehen („hier – jetzt“) und somit „ich“ implizieren.

* Die Anteilnahme eines Ich zeigen auch emphatische Ausrufe (Interjektionen: „Ach Gott“; „nun“, wenn es nicht Zeitadverb ist) an, vielleicht auch ironische Untertöne – verallgemeinert gesagt: Alle Anzeichen oder Signale der Stellungnahme eines denkenden und erlebenden Ichs im erzählten Text (also von Subjektivität – die passt nicht zu einem neutralen Erzähler!) machen die erlebte Rede aus.

* Falsch ist es, redeeinleitende Verben und explizite Ankündigung von Gedanken als Merkmale erlebter Rede zu betrachten und die eine Unsicherheit bezeugenden Fragen „rhetorische Fragen“ zu nennen.

Sowohl bei Ralf Sudau (Franz Kafka: Kurze Prosa/Erzählungen. 16 Interpretationen, Klett 2007, S. 172 f.) wie bei teachsam finden sich Fehler in der Erklärung der erlebten Rede.

Vgl. auch https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/personales-erzahlen-zu-stanzel/!

Sammlungen digitalisierter Bücher

In den letzten Tagen habe ich versucht, die deutschen Märchensammlungen des 19. Jahrhunderts zu finden, und zwar die Titel wie auch die Texte. Die Texte sind nämlich sämtlich gemeinfrei und fast immer im Internet digitalisiert greifbar. Ich habe dann versucht, außer meiner Standardquelle archive.org weitere Quellen digitalisierter Texte (neben zeno.org und gutenberg.de, die ich als bekannt voraussetze) zu finden. Das ist dabei herausgekommen:

https://archive.org

http://onlinebooks.library.upenn.edu

https://openlibrary.org/

http://www.digitalisiertedrucke.de/

http://www.hs-augsburg.de/~harsch/augustana.html

http://oaister.worldcat.org/advancedsearch

http://www.europeana.eu/portal/

http://www.deutschestextarchiv.de/ (Titel und Text im Korpus)

http://books.google.com/

Und hier sind einige wichtige Linksammlungen für ähnliche Quellen:

http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/recherche/digitalisierung.html (Links)

http://www.hs-augsburg.de/mebib/opac/eldoc.html (Links)

http://de.wikisource.org/wiki/Digitale_Sammlungen (Links)

Wer weitere gute Seiten weiß, möge sie mir bitte mitteilen, per Kommentar hier oder per mail an norbert tiefstrich tholen ät web.de.