Sprachwandel bei starken deutschen Verben

Listen der starken deutschen Verben:

http://www.dietz-und-daf.de/GD_DkfA/Gramminfo/txt_MI1/AS1-starke%20Verben%20(Alpha).pdf (alphabetisch geordnet, nicht ganz vollständig)

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_starker_Verben_(deutsche_Sprache) (systematisch geordnet)

http://www.duden.de/sites/default/files/downloads/Duden_Die_Grammatik_Starke_und_unregelmaessige_Verben.pdf (Duden-Grammatik, dort ab Nr. 704: alphabetisch geordnet, vollständig)

Am Beispiel der starken Verben kann man erkennen, wie sich ein Sprachwandel vollzieht: Die starken Verben können mit der Zeit zu schwachen Verben werden. Das lässt sich in verschiedenen Stufen beobachten (ich orientiere mich bei den Beispielen an der Einschätzung des Schülerdudens Grammatik, 7. Auflage, Nr. 147):

1. Neben der starken Form des Präteritums gibt es bereits öfter die schwache Form, z. B. schmelzen – er schmolz (schmelzte) – geschmolzen.

2. Neben der starken Form des Präteritums gibt es gleichberechtigt die schwache Form, z.B. wenden – er wandte/wendete – gewandt/gewendet.

3. Neben der schwachen Form gibt es gelegentlich noch die starke Form des Präteritums, z.B. schinden – er schindete (schund) – geschunden (geschindet).

4. Das Präteritum wird regelmäßig in der schwachen Form gebildet, aber das Partizip II wird noch stark gebildet, z.B. salzen – er salzte – gesalzen (bereits auch „gesalzt“); oder spalten – er spaltete – gespalten/gespaltet (bereits die schwache Form gleichwertig).

Man sieht, dass einige der starken Verben dabei sind, zu schwachen Verben zu werden; manchmal kommt die starke Form nur noch in altertümlichen Texten vor, z.B. „hauen – er haute/hieb – gehauen“: Petrus hieb dem Knecht des Hohenpriesters das rechte Ohr ab (Joh 18,10 in der Lutherbibel, festes Sprachgut). Bei Frau Holle gab es alle Tage Gesottenes (statt gesiedetes Fleisch) und Gebratenes; im Märchen der Brüder Grimm hält sich die alte Form.

Manchmal gibt es die starke Form neben der schwachen Form des Präteritums derart, dass sie unterschiedliche Bedeutungen haben, z.B. bewegen – er bewegte (veränderte die Lage von etwas) – er bewog (veranlasste jemanden zu etwas); siehe dazu Schülerduden Grammatik, 7. Aufl., Nr. 44 und 45.

Im Deutschen gibt es noch rund 200 starke Verben, im Englischen nur noch 98 (gegenüber 145 im Mittelenglischen, Ende des Mittelalters: Holger Dambeck im SPIEGEL am 11. Oktober 2007).

https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/germanistik/lehrende/koepcke_k/1998_k__pcke_starke_und_schwache_verben.pdf

http://othes.univie.ac.at/7277/

https://www.germanistik.uni-mainz.de/files/2015/03/Nuebling_1998c.pdf

http://www.christianlehmann.eu/ling/ling_theo/sprachwandel.php

http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1658044/WAS-WIRD-AUS-UNSERER-SPRACHE%3F/

https://www.academia.edu/3265429/_2010_Sprachwandel_im_Deutschen_in_R._Bergmann_P._Pauly_St._Stricker_Einf%C3%BChrung_in_die_deutsche_Sprachwissenschaft_3._ed._Heidelberg_2001_163-174_4._ed._Heidelberg_2005_164-176_5._ed._2010_325-336?auto=download

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Sprachwandel

Was in einer Gesamtschule in Mönchengladbach unter „Sprachwandel“ in Kl. 11 zu lernen ist (die Links dazu habe ich ausgesucht):

Saussure: das sprachliche Zeichen

Das dyadische Zeichenmodell wird zumeist in Verbindung mit den Arbeiten des französischen Sprachwissenschaftlers F. de Saussure (1857-1913) betrachtet… Das (sprachliche) Zeichen setzt sich demnach aus einem Lautbild (Signifikant) und der Vorstellung (Signifikat) zusammen. Es wird somit weitgehend auf seine Bedeutungsfunktion reduziert. Später hat Saussure die beiden Seiten des Zeichens mit neuen Termini belegt (deutsch: das Bezeichnete =Bedeutung und das Bezeichnende). (http://www.spektrum.de/lexikon/kartographie-geomatik/zeichenmodell/5344)

https://www.mediensprache.net/de/basix/semiotik/zeichen/de_saussure.aspx

http://hispanoteca.eu/Lexikon%20der%20Linguistik/z/ZEICHEN%20nach%20Ferdinand%20de%20SAUSSURE.htm

Watzlawick: die fünf Axiome

http://www.paulwatzlawick.de/axiome.html

Paul Watzlawick stellte 5 Grundregeln (pragmatische Axiome) auf, die die menschliche Kommunikation erklären und ihre Paradoxie zeigen:

Man kann nicht nicht kommunizieren

Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt

Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung

Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten

Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär

http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/1/1_05.html

1. Axiom “ Man kann nicht nicht kommunizieren“
(Watzlawick 1996,53)
2. Axiom “ Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.“ (Ebd.56)
3. Axiom “ Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt“. (Ebd.61)
4. Axiom “ Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler (verbaler) und analoger (non-verbaler, nicht-sprachlicher) Modalitäten (Ausdrucksmittel).
Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische Syntax aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Semantik (Bedeutungslehre).
Analoge Kommunikationen hingegen besitzen dieses semantische Potential, ermangeln aber die für eindeutige Kommunikation erforderliche logische Syntax“. (Ebd.68)
5. Axiom “ Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch (gleichwertig) oder komplementär (ergänzend), je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht“. (Ebd.50-70)

(http://www.conradgiller.de/columbos-regeln/wiki/paul-watzlawick-und-die-5-axiome/)

(Körpersprache: http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/1/1_07.html)

Schulz von Thun: Beziehungsquadrat (Kommunikationsquadrat)

http://www.schulz-von-thun.de/index.php?article_id=71

http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/1/1_06.html

Schulz v.T.: das innere Team

http://www.schulz-von-thun.de/index.php?article_id=93

„Das Innere Team ist ein Persönlichkeitsmodell des Hamburger Psychologen . Die Pluralität des menschlichen Innenlebens wird darin mit der Metapher eines Teams und seines Leiters dargestellt. Das soll die Selbstklärung in zwiespältigen Situationen unterstützen und damit die Voraussetzung für eine klare und authentische Kommunikation nach außen bieten.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Inneres_Team)

http://www.managerseminare.de/Datenbanken_Lexikon/Inneres-Team-nach-Friedemann-Schulz-von-Thun,166

Schulz v.T.: das Wertequadrat (nicht besprochen?)

http://www.schulz-von-thun.de/index.php?article_id=72

https://de.wikipedia.org/wiki/Werte-_und_Entwicklungsquadrat

http://www.philosophicum.de/lh/komm2.htm

Männer- und Frauensprache

http://www.sg.sgkg.de/hilfen/ehe/mannfrau.php

http://www.fem.com/lifestyle/artikel/maennersprache-frauensprache-lass-uns-drueber-reden

http://www.igw.edu/assets/data/Abschlussarbeiten/Frauensprache_Maennersprache_Schuerch_Eveline_2009.pdf (S. 5-15)

Jugendsprache

https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendsprache

http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/jugendsprache/

http://hehl-rhoen.de/pdf/lexikon_der_jugendsprache.pdf Lexikon

http://www.ge-duisburg-sued.de/index.php/projekte/jugendsprache dito

Zu „Kiezdeutsch“ gibt es mehrere Dateien von Heike Wiese.

Anglizismen

https://de.wikipedia.org/wiki/Anglizismus (Formen des A.)

http://www.ruhr-uni-bochum.de/sprachwerk/mam/content/_kurzprojekt.pdf

Vgl. insgesamt: http://www.philosophicum.de/lh/kommunikation.htm

Linguistisches Relativitätsprinzip

http://home.edo.tu-dortmund.de/~hoffmann/ABC/Relativitaet.html

http://www.leselupe.de/lw/titel-Sapir-Whorf-Hypothese-54807.htm

http://www.blutner.de/philos/erfahr.html

Besonders möchte ich auf einen Fund hinweisen, der mir selber gelungen ist:

https://archive.org/stream/diedeutschesprac00fisc#page/n3/mode/2up (W. Fischer: Die deutsche Sprache von heute,  2. Aufl. 1919) Hier findet man, was vor 100 Jahren als Sprachwandel beobachtet und wie es erklärt wurde – auch ein Dokument des Sprachwandels.

Allgemeine Theorie des Sprachwandels: http://www.christianlehmann.eu/ling/ling_theo/sprachwandel.php

Deklination der Substantive – Flexionsklassen

Was man als native speaker beinahe gar nicht mitbekommt, ist die Tatsache, dass es für die Flexion der Substantive einige Klassen gibt, in die man alle Substantive einordnen kann. Laut Wikipedia gibt es deren acht, laut Canoo deren zwölf. Ich gebe eine kurze Übersicht mit einigen Links:

Die Einteilung in eine Flexionsklasse erfolgt aufgrund der Endung des Genitiv Singular und des Nominativ Plural. So hat ein Wort aus der Klasse s/e im Genitiv Singular die Endung s und im Nominativ Plural die Endung e.

Flexionsklasse Genitiv Singular Nominativ Plural
(e)s/e Berg(e)s Berge
s/e Lehrlings Lehrlinge
s/- Fahrers Fahrer
(e)s/en Staat(e)s Staaten
(e)s/er Bild(e)s Bilder
en/en Menschen Menschen
s/s Radios Radios
-/e Kraft Kräfte
-/- Tochter Töchter
-/en Zeitung Zeitungen
-/s Kamera Kameras
[e]ns/[e]n Herzens Herzen

(http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-N/Texte/Flexionskl.html) Bei canoo (www.canoo.net) kann man übrigens die Deklination jedes einzelnen Substantivs (wie die Flexion jedes Wortes) aufrufen.

 

Eine schöne Übersicht gibt http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gruwi.ansicht?v_typ=o&v_id=3482 im Rahmen der gesamten „Flexionsmorphologie“. Vgl. auch

https://de.wikipedia.org/wiki/Flexionsparadigma = http://www.wikiwand.com/de/Flexionsparadigma#/Substantivparadigmen (nur 8 Klassen: zu einfach)

http://www.sfs.uni-tuebingen.de/~gjaeger/lehre/ss06/morphologieSyntax/handouts/flexion.pdf

https://www.philhist.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/medien/lehre/ernst/Grammatikalisierung.pdf (Umlaut im Plural: Rückgriff aufs Althochdeutsche)

http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/personal/agnes/lv/idg-form.htm (indogermanische Formenlehre – sehr schlau)

sowie den 2. Band der Deutschen Grammatik von Hermann Paul: https://archive.org/details/deutschegrammati02pauluoft

Ein anderes Stichwort, unter dem man der Deklination von Substantiven nachforschen kann, ist Deklinationsklasse. Ein vereinfachte Theorie besagt, es gebe eine starke, eine schwache und eine gemischte Klasse; das ist deshalb vereinfacht, weil es verschiedene Formen der Pluralbildung gibt, die man nicht den drei Klassen zuordnen kann. Man steht hier vor einem Dilemma: Will man eine einfache oder eine richtige Theorie der Deklination haben? Man kann getrost sagen: Das meiste, was man im Internet findet, ist zu einfach, um völlig richtig zu sein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Deklination

http://www.deutschunddeutlich.de/contentLD/GD/GGr1baDeklination.pdf (zu einfach)

https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch/artikel/deklination-des-substantivs

http://suz.digitaleschulebayern.de/deutsch/dunterlagen/substantiv_theorie.pdf (zu einfach)

http://www.belleslettres.eu/artikel/deklination-der-substantive.php (Vortrag von 58’)

Es gibt eine Reihe von Seiten, die nur einen Teil der Deklination der Substantive behandeln.

Freie Angaben nach einer Präposition (Adverbiale)

Freie Angaben zum Verb bzw. zum Satz nach einer Präposition

  1. Präpositionen mit dem Akkusativ:

Du musst das Geld bis nächstes Jahr zurückgeben.

Ich gehe durch das Wasser.

Das tue ich gern für dich.

Wir kämpfen gegen die andere Mannschaft.

  1. Präpositionen mit dem Dativ:

Der Lehrer kommt aus der Klasse.

Er steht bei einem Schüler.

Gehst du mit mir nach Hause?

Das Geld habe ich von meinem Vater bekommen.

Am besten kommst du morgen zu mir. [Auch die beiden Abkürzungen „zum“ (zu dem) und „zur“ (zu der) sowie „vom“ (von dem) zeigen, dass der Dativ folgt: zum Papierkorb gehen, vom Baum klettern…]

  1. Präpositionen mit Akkusativ oder Dativ:

Es handelt sich um Präpositionen für eine Ortsangabe. Welcher Fall richtig ist, hängt davon ab, was man sagen will: Wo etwas ist, steht im Dativ. Wohin jemand sich oder etwas bewegt, steht im Akkusativ. Beispiele:

Wo liegt das Heft? Das Heft liegt auf dem Tisch.

Wohin legst du das Heft? Ich lege es auf den Stuhl.

Wo ist das Geld? Das Geld ist in der Hosentasche.

Wohin steckst du das Geld? Ich stecke das Geld in die Tasche.

Beide Möglichkeiten gibt es bei: an [am = an dem; ans = an das], auf, aus, hinter, in [im = in dem; ins = in das], nach, über, um, unter, vor.

Die beiden Präposition „vor“ und „nach“ können auch eine Zeit angeben (Wann?), dann haben sie den Dativ bei sich:

Ich war vor dir hier.

Du bist nach mir gekommen.

  1. Präpositionen mit dem Genitiv:

Das sind wenige Präpositionen, ihr braucht nur „wegen“ zu kennen:

Das Spiel fällt wegen des Regens aus.

(Die Präpositionen entstammen i.W. dem Wortschatz Berlin-Brandenburg, Klasse 1 bis 4. Es gibt natürlich weitere Präpositionen.)

 

Hier eine Übersicht über sämtliche Präpositionen:

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Akkusativ.html?MenuId=Word730 (Präpositionen mit dem Akkusativ)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Dativ.html?MenuId=Word731 (Präpositionen mit dem Dativ)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html?MenuId=Word732 (Präpositionen mit dem Genitiv)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html?MenuId=Word733 (Präpositionen mit zwei Fällen)

ZUORDNUNG der gebundenen Ergänzungen zu den Verben

ZUORDNUNG der gebundenen Ergänzungen (Objekte) zu den Verben (nach Fällen):

  1. Verben mit dem Akkusativ,

zum Beispiel „bauen“: Wen oder was bauen wir? Wir bauen in Hochneukirch ein Haus. – Weitere Verben: bewegen, bezahlen, bitten, essen, fangen, finden, fragen, füllen, geben, haben, halten, hören, kaufen, können, legen, lernen, lesen, lieben, machen, malen, nehmen, pflanzen, pflegen, rechnen, rollen, rufen, sagen, schlagen, schneiden, schreiben, sehen, singen, sparen, spielen, stellen, suchen, tragen, trinken, üben, versuchen, waschen, wissen, wollen, zählen, zeigen.

  1. Verben mit dem Dativ,

zum Beispiel „danken“: Wem dankte er? Er dankte dem Busfahrer. – Weitere Verben: geben, helfen, zeigen. Diese Verben können eine weitere Ergänzung haben:

  • jemandem für etwas (Akkusativ) danken
  • jemandem etwas (Akkusativ) geben
  • jemandem bei etwas (Dativ) helfen
  • jemandem etwas (Akk.) zeigen.
  1. Verben mit einer Ergänzung nach einer Präposition,

zum Beispiel „arbeiten an etwas (Dat.)“: Ich arbeite an meinem Fahrrad. – Weitere Verben: jemanden um etwas (Akk.) bitten; bleiben wo? (Dat.); etwas bringen wohin? (Akk.); jemandem danken für (Akk.); denken an (Akk.); fahren wohin? (Akk.); fallen auf (Akk.); jemanden nach etwas (Dat.) fragen; sich freuen über etwas (Akk.); gehen wohin? (Akk.); kommen wohin? (Akk.); laufen wohin? (Akk.); reisen wohin? (Akk.); schauen nach etwas (Dat.) oder wohin? (Akk.); sitzen wo? oder worauf? (Dat.); stehen wo? (Dat.); etwas stellen wohin? (Akk.); warten auf jemanden oder etwas (Akk.); wohnen wo? (Dat.). – Die Antworten auf die Fragen „Wo?“ und „Wohin?“ gelten normalerweise als freie Angaben.

  1. Verben mit einer Ergänzung im Infinitiv,

zum Beispiel „müssen“: Was muss ich jetzt tun? – Weitere Verben:

können: Wir können am Computer arbeiten.

scheinen: Der neue Schüler scheint gut zu sein.

sollen: Du sollst die Blätter ordnen.

versuchen: Er versuchte den Ball ins Tor zu schießen

wollen: Ich will jetzt nach Hause gehen.

  1. Verben (manchmal) ohne gebundene Ergänzung:

arbeiten, bleiben, blühen, fahren, fallen, sich freuen, gehen, kommen, laufen, leben, quaken, rechnen, reden, rollen, scheinen, schlafen, spazieren, spielen, turnen.

  1. Verben mit einer Ergänzung im Nominativ (Prädikativ):
  • heißen: Ich heiße Norbert Tholen.
  • sein: Ich war Lehrer in Giesenkirchen.
  • werden: Du wirst vielleicht einmal Zahnarzt.

(Verben i.W. nach dem Grundwortschatz Berlin-Brandenburg, Kl. 1-2; neben den gebundenen Ergänzungen = Objekten gibt es die freien Angaben = Adverbiale.)

Merkmale und Zweck der erlebten Rede

Zuerst nenne ich drei Links, wo man sich über die erlebte Rede, eine Form des personalen Erzählens, informieren kann:

http://www.li-go.de/prosa/prosa/erlebterede.html (Definition, Beispiele)

http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_epik/strukt/darb/darb_fig_erl_3.htm (Merkmale teilweise falsch!) Gut wird dort dagegen der Zweck der Verwendung erlebter Rede erklärt: Die erlebte Rede eignet sich besonders gut zur Vermittlung subjektiver, flüchtiger, in sich widersprüchlicher, affektiv geprägter Zustände, Phasen und Reflexe der Psyche (vgl. Vogt 1990, S.166-173). Diese „besondere Eignung der erlebten Rede zur Darstellung des Affektischen und Intimen macht ihren psychologischen Tiefgang aus. Sie will das zaghaft Gesprochene, das blitzartig durchs Bewusstsein Zuckende, das nicht zu Ende Gedachte erfassen. Alles scharf Umrissene, logisch Formulierbare, mit Bedacht Gesprochene ist ihr von Natur aus fremd und könnte besser in der Form der direkten oder indirekten Rede ausgedrückt werden. Dem Autor, der die erlebte Rede verwendet, ist es darum zu tun, ein direktes Schlaglicht auf die geistig‑seelische Situation seiner Figur zu werfen.“ (Hoffmeister 1965, S.22)

https://de.wikipedia.org/wiki/Erlebte_Rede (richtige Definition)

http://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/welcome.html?page=/EUROL/termini/9230.htm (allgemein: Erzählverhalten)

Wenn ich recht sehe, ist die erlebte Rede in ein neutrales Erzählverhalten eingebettet (und manchmal nicht exakt abzugrenzen). Das wichtigste Kennzeichen erlebter Rede ist die Modifizierung (d.h. abtönende Veränderung der einfachen Aussage) einer Äußerung. Als Modalwörter fassen wir unflektierte Wörter, mit denen der Sprecher oder Schreiber nicht nur etwas mitteilt, sondern zusätzlich zu einem Sachverhalt selber Stellung nimmt:

1. zum Geltungsgrad einer Aussage:

a) bestätigend, bekräftigend (bestimmt, tatsächlich, wirklich, zweifellos…)

b) einschränkend (allerdings, eigentlich, freilich)

c) vermutend (anscheinend, offenkundig, wahrscheinlich…)

d) zweifelnd (kaum, möglicherweise, vielleicht, scheinbar…)

e) sich distanzierend (angeblich, vorgeblich)

f) verneinend (keinesfalls, keineswegs)

2. gefühlsmäßig Stellung nehmend:

a) positiv (erfreulicherweise, hoffentlich, gottlob…)

b) negativ-bedauernd (bedauerlicherweise, leider…)

* Außer durch Modalwörter können auch Modalverben und die beiden Formen des Konjunktivs Äußerungen modifizieren.

* Fragen entsprechen oft den Modalwörtern des Zweifelns, der Unsicherheit – es sind dann aber keine rhetorischen Fragen!

* Wichtig sind Zeit- und Raumadverbien, die sich auf einen Ich-Standpunkt beziehen („hier – jetzt“) und somit „ich“ implizieren.

* Die Anteilnahme eines Ich zeigen auch emphatische Ausrufe (Interjektionen: „Ach Gott“; „nun“, wenn es nicht Zeitadverb ist) an, vielleicht auch ironische Untertöne – verallgemeinert gesagt: Alle Anzeichen oder Signale der Stellungnahme eines denkenden und erlebenden Ichs im erzählten Text (also von Subjektivität – die passt nicht zu einem neutralen Erzähler!) machen die erlebte Rede aus.

* Falsch ist es, redeeinleitende Verben und explizite Ankündigung von Gedanken als Merkmale erlebter Rede zu betrachten und die eine Unsicherheit bezeugenden Fragen „rhetorische Fragen“ zu nennen.

Sowohl bei Ralf Sudau (Franz Kafka: Kurze Prosa/Erzählungen. 16 Interpretationen, Klett 2007, S. 172 f.) wie bei teachsam finden sich Fehler in der Erklärung der erlebten Rede.

Vgl. auch https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/personales-erzahlen-zu-stanzel/!

Die Wortarten

Die Wortarten – laut Duden: Die Grammatik, 8. Auflage

1. Die flektierbaren Wortarten:

* das Substantiv (der Baum, die Frau, das Auto)

* Artikelwörter und Pronomen

– Personalpronomen (ich, du, ihr, sie…)

– Reflexivpronomen (ich → mich, ihr → euch, er → sich usw.)

– Possessivpronomen (mein, sein, euer…)

– Demonstrativpronomen (das betonte „der“ ohne Substantiv, dieser – jener, derjenige, deselbe)

– der bestimmte Artikel (der, die das)

– Relativpronomen (der, welcher, wer)

– Interrogativpronomen (wer, welcher, was für ein)

– Indefinitpronomen (all, beide, ein bisschen – ein wenig – ein paar, ein – irgendein, einige – etliche, -erlei, etwas, genug – genügend, irgend-, jeder – jedweder – jeglicher – jedermann, jemand – niemand, kein, man, manch, mehrere, meinesgleichen, nichts, sämtlich, solch, unsereiner, viel – wenig, welch, wer – was)

– der unbestimmte Artikel (ein, eine, ein)

* das Adjektiv (gut, rund, grün)

* das Verb (geben, sein, kaufen)

2. Die nicht flektierbaren Wortarten:

* das Adverb (hier, heute, so, folglich… – auch Adjektive können unflektiert als Adverbien gebraucht werden)

* die Partikel (aber, nicht, schon, sogar, bloß, vielleicht, nur, etwa, pfui…)

* die Präposition (in, vor, durch, wegen…)

* die Junktionen

– die Konjunktion (und, wie, sowohl – als auch, weder – noch, oder, doch, wenn auch, denn…)

– die Subjunktion [oft auch „nebenordnende Konjunktion“ genannt] (dass, ob, als, wenn, während, indem, als ob, zumal da…)

Die Lehre von den Wortarten ist nicht unproblematisch; ich habe hier die in der Duden-Grammatik aufgeführten Wortarten aufgezählt, damit Schüler nicht hilflos von „Wörtern wie…“ sprechen müssen, sondern die Wortarten benennen können.

Wer sich intensiver mit den Wortarten befassen will, kann das hier tun:

http://home.edo.tu-dortmund.de/~hoffmann/Wortart.html (schlau)

https://oberprima.com/deutsch/woerter-uberblick-einstieg-deutsche-grammatik/ (einfach)

https://is.muni.cz/el/1421/jaro2011/NJI_1101/Die_Wortarten.doc (schwer – eher für Leute, die es schon i.W. wissen)

http://dietrich-schaeckermann.de/html/Grammatik/wortarten.htm (ausführlich, aber mit der problematischen Kategorie „Zahlwort“ = Numerale)

https://norberto68.wordpress.com/2010/10/08/wortarten-wortklassen/ (alter Aufsatz von mir)

Zum einfachen Trainieren: http://www.palkan.de/d-zuordnung2.htm

Zum intensiven Üben: http://www.deutschunddeutlich.de/index.php?SUBJECT=&actualid=25&which_set=29

http://www.coli.uni-saarland.de/~tania/ws2010/Folien/VL_07.pdf (sehr klarer Einführungskurs)

http://www.germanistik.hhu.de/fileadmin/redaktion/Fakultaeten/Philosophische_Fakultaet/Germanistik/Germanistische_Sprachwissenschaft/Dateien/Busse/Text/Busse-1997-03.pdf (zur Problematik der WA)

http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/sysgram.ansicht?v_typ=d&v_id=244

http://www.germanistik.tu-dortmund.de/~hoffmann/Wortart.html

http://www2.uni-jena.de/philosophie/germsprach/syntax/Dokumente/Vorlesung/Skript/Skript_A.pdf (Gallmann)

http://www.eurac.edu/en/research/autonomies/commul/Documents/MEB/Montessori_Wortartenmaerchen_Pfeifer.pdf (Montessori)

http://www.uni-marburg.de/fb10/klassphil/studium/latein/lat_sprachkurse/pdf_versch/versch/Wortart-Satzteil.pdf (Wortarten und Satzglieder)

Im Wörterbuch canoonet (http://www.canoo.net/) wird zu jedem Wort die Wortart (hinter einem Doppelpunkt) angegeben. Man stellt dabei fest, dass die Liste der Wortarten im Duden: Grammatik mit der im Wörterbuch canoonet nicht übereinstimmt (z.B. bei „pfui“: im Duden eine Partikel, im canoonet Interjektion) – damit muss man leben; es ist eine Tatsache, dass es eine einheitliche und sichere Theorie der Wortarten nicht gibt und nicht geben kann, selbst wenn einzelne Kultusministerien (Bayern) verbindliche Listen von Wortarten vorgeben. Der Schülerduden Grammatik begnügt sich deshalb mit fünf bzw. sechs Wortarten (alle nicht flektierbaren Wörter werden unter „Partikel“ zusammengefasst), wogegen man natürlich auch wieder Einwände vorbringen kann…

Die Lehre von den Wortarten ist deshalb problematisch, weil sich bei der Einteilung verschiedene Kriterien überschneiden. Das sieht man gut im Skript „Grundlagen der deutschen Grammatik für DaF“:

Welche Wortarten gibt es? Wie werden sie unterschieden?

Klassifikationssysteme

inhaltlich: semantisch
Substanz
Eigenschaft
Prozess
Relation
formal: morphologisch
deklinierbar
konjugierbar
unveränderlich
distributionell: syntaktisch
Adjektive / Substantive; Adverbien / Verben
Substantive: + Artikel / Pronomen: – Artikel
Präpositionen: Substantiv / Pronomen

Man kann der Problematik der Wortarten teilweise entgehen, wenn man man bei der Textbeschreibung nicht Wörter, sondern Satzglieder benennt. Vgl. dazu: https://norberto68.wordpress.com/2011/02/14/satzlehre-der-deutsche-satz/

Einen anderen Versuch, Texte oberhalb der Wortebene zu erfassen und Elemente zu benennen, stellt die Theorie der Sprechakte oder des sprachlichen Handelns dar. Diese Theorie, die Bühlers Organon-Modell differenziert, zu kennen ist für jedes Verstehen von Äußerungen und Texten unerlässlich:

https://norberto68.wordpress.com/2011/02/14/sprechakte-sprachliches-handeln/

https://norberto68.wordpress.com/2013/09/10/textfunktionen-und-sprechakte/

https://norberto68.wordpress.com/2011/11/18/sprachliches-handeln/

 

nahe / in der Nähe – oft vermengt

Die Präposition „nahe“ fordert den Dativ: nahe dem Waldrand, nahe dem Café.

Es gibt eine substantivische Konstruktion gleicher Bedeutung: „in der Nähe“ + Genitiv: in der Nähe des Waldrandes, in der Nähe des Cafés.

Ein typischer Fehler besteht nun darin, dass man die beiden Wendungen vermengt unter dem Begriff /nah/ und dann sagt: „nahe des Waldrandes“ oder „nahe des Cafés“. Auch wenn dem wdr solche Fehler in den Nachrichten unterlaufen, bleiben es doch Fehler.

Ein ähnlicher Fehler, der sich aber vermutlich bald als normal und damit richtig durchsetzen, also den Fehler-Charakter verlieren wird, ist die Vertauschung von „denn“ und „weil“ unter dem Begriff /Grund/ oder /Begründung/; denn „weil“ ist eine Nebensatzkonjunktion, obwohl sie heute oft wie „denn“ als Hauptsatzkonjunktion gebraucht wird [„weil ich habe jetzt keine Zeit“] – das klingt in meinen Ohren grausam, weil ich noch aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stamme.

lattenstramm – ein Neologismus?

Aufgrund einer Frage meiner Tochter Eva, woher der Ausdruck „lattenstramm“ komme, den ich noch nie gehört hatte, habe ich mich ans Suchen gemacht: In deutschen Wörterbüchern habe ich das Wort nicht gefunden. Meine eigenen Überlegungen berühren zwei Punkte:

  1. die Wortbildung

Dazu habe ich nach kurzem Suchen (Aspekt: Steigerung oder Verstärkung) das Beste in Walter Jung: Grammatik der deutschen Sprache, 10. Aufl. 1990, gefunden, und zwar unter „Wortbildung des Adjektivs“ (Die Zusammensetzung, Nr. 1021 ff.): „Das Bestimmungswort kann der Verstärkung dienen, ohne daß es in einem begrifflich durchsichtigen Verhältnis zum Grundwort steht: blitzdumm, hundemüde, kreuzbrav, steinreich, blutarm.“ (Nr. 1025) Als eine ähnliche Bildung sehe ich „lattenstramm“ an.

  1. die Bedeutung

Das Grundwort „stramm“ hat nichts mit Trunkenheit zu tun; laut DWDS hat es fünf Bedeutungsvarianten: etwas, besonders den Körper, fest umschließen; nicht schlaff, nicht locker, straff; kräftig gebaut; energisch, forsch; gehörig, tüchtig. (http://www.dwds.de/?qu=stramm) Von hier, d.h. von der fünften Bedeutung aus kommt man vielleicht weiter, wenn man bedenkt, dass es im Deutschen (mindestens) rund hundert Bezeichnungen für Formen der Trunkenheit gibt (http://www.taz.de/!5038485/), dass den Deutschen also anscheinend die Trunkenheit besonders vertraut ist und dass sie besonders gern an Trunkenheit denken: „stramm = gehörig, tüchtig“ hat dann eben schnell den Unterton „gehörig betrunken“. Diese Bedeutung wird durch das (sinnfreie) Bestimmungs- und Verstärkungswort „latten-“ gesteigert: völlig betrunken, total besoffen.

  1. Vielleicht wird meine Überlegung dadurch untermauert, dass „lattenstramm“ einer bestimmten Sprachschicht angehört und anscheinend vor allem von jungen Leuten, auch Studenten („Ajax Lattenstramm“ als lustige Verballhornung von „Ajax Amsterdam“: Vereinsname studentischer Fußballclubs in Göttingen und Passau) und in der BILD (z.B. http://www.bild.de/leute/2007/internetklatsch-gibson-anonyme-alkoholiker-treffen-betrunken-1957316.bild.html) gebraucht wird. Seit wann das Wort gebraucht wird, weiß ich nicht.
  2. Wenn jemand eine bessere Erklärung weiß, bitte ich darum, diese in einem Kommentar darzustellen.

P.S. Zur deutschen Tradition des Saufens seit der Zeit der Germanen:

„Zum Getränk dient eine Flüssigkeit aus Gerste oder Weizen, zu einer gewissen Weinähnlichkeit vergoren: die dem Ufer Nächsten erhandeln auch Wein. Die Speisen sind einfach, wildes Obst, frisches Wildbret oder geronnene Milch: ohne besondere Zubereitung, ohne Gaumenkitzel vertreiben sie den Hunger. Gegen Durst herrscht nicht dieselbe Mäßigung. Wenn man ihrer Trunkenheit freien Lauf lässt, indem man ihnen gewährt, wie viel sie begehren, werden sie nicht weniger leicht durch ihre Laster als durch Waffen besiegt werden.“ (Tacitus: Germania, Kap. 23 http://www.latein-imperium.de/include.php?path=content&contentid=104)

Ich verweise noch auf Heinrich Manns Satire „Der Untertan“, in der von Diederich Heßling erzählt wird, wie er bei den Neuteutonen zum „Mann“ wurde: „Er sah sich in einen großen Kreis von Menschen versetzt, deren keiner ihm etwas tat oder etwas anderes von ihm verlangte, als daß er trinke. Voll Dankbarkeit und Wohlwollen erhob er gegen jeden, der ihn dazu anregte, sein Glas. Das Trinken und Nichttrinken, das Sitzen, Stehen, Sprechen oder Singen hing meistens nicht von ihm selbst ab. Alles ward laut kommandiert, und wenn man es richtig befolgte, lebte man mit sich und der Welt im Frieden. […] Das Bier! Der Alkohol! Da saß man und konnte immer noch mehr davon haben, das Bier war nicht wie kokette Weiber, sondern treu und gemütlich. Beim Bier brauchte man nicht zu handeln, nichts zu wollen und zu erreichen, wie bei den Weibern. Alles kam von selbst. Man schluckte: und da hatte man es schon zu etwas gebracht, fühlte sich auf die Höhen des Lebens befördert und war ein freier Mann, innerlich frei.“ (Ausgabe Fischer Taschenbuch 13640, 1996, S. 31 und 34)

Etwas seriöser wird das Verhältnis der Deutschen zum Bier in Neil MacGregors „Deutschland. Erinnerungen einer Nation“ (2015, 10. Kapitel) dargestellt. Vgl. auch noch

https://de.wikipedia.org/wiki/Bier_in_Deutschland

http://www.brauer-bund.de/bier-ist-deutschland/tag-des-deutschen-bieres.html („Bier ist Deutschland“)

Gender-Sprache

Auf einem Parteitag der Grünen wurde beschlossen:

Die Partei der Grünen achtet hier schon lange auf sprachliche Genauigkeit und verwendete bei Schriftstücken bislang gegenderte Formen wie das Binnen-I (ÄrztInnen) oder beide Formen (Ärztinnen und Ärzte). Auf ihrem Parteitag haben sie nun beschlossen, dass das nicht genug ist. „Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen würden so unsichtbar gemacht und diskrimiert“, heißt es in dem entsprechenden Antrag, dem der Parteitag am Sonntag mit großer Mehrheit zustimmte. Abhilfe soll das Gendersternchen schaffen – und das funktioniert dann so:

Antrag der Grünen zum Gendern in der Sprache

Im Kommentar dazu schreibt Matthias Kohlmeier in der SZ (online 22.11.2015):

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zum Beispiel 2008 nachgewiesen, dass Menschen, wenn sie in einem Satz ein vermeintliches generisches Maskulinum lesen, eher zur Schlussfolgerung neigen, es sei auschließlich von Männern und nicht von Personen beiderlei Geschlechts die Rede (eine detaillierte Analyse der Studie hat der Blogger Anatol Stefanowitsch verfasst). Andere Experimente zeigen, das Texte mit geschlechterneutraler Sprache von Probandinnen und Probanden ebenso gut verstanden und erinnert werden wie Texte im generischen Maskulinum.“

Interessant ist hier der zweite Link, der Beitrag A. Stefanowitschs und die darauf folgende Diskussion. – Von Herrn Neitzke bin ich auf zwei Links hingewiesen worden, wo Stefanowitschs Argumente auseinandergenommen werden:
http://sciencefiles.org/2014/02/04/kann-man-so-dumm-sein-teil-ii-generisches-maskulinum-und-wikipedia/
http://sciencefiles.org/2014/03/29/uber-unsinn-kann-man-nicht-diskutieren/

P.S. Ich nenne noch drei Links, zwei informierende und die klare Stellungnahme einer Frau:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Gap_%28Linguistik%29 (Das Schild „Radfahrer absteigen“ besagt selbstverständlich, dass auch Frauen absteigen müssen – wer das nicht begreift, ist blöde, und wer es nicht begreifen will, einfach verstockt.)

https://de.wikipedia.org/wiki/Feministische_Linguistik

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113305194/Der-Gender-Krampf-verhunzt-die-deutsche-Sprache.html

Und ganz lustig: http://www.sueddeutsche.de/leben/genderismus-in-flensbug-von-computerinnen-und-papierkoerbinnen-1.3179801