Rechtschreibung, Rechtschreibreform

Die sogenannte Rechtschreibreform hat nicht viel Gutes gebracht. Inzwischen gibt es die Reform der Reform und immer noch Streit. Ich nenne einige wichtige Links zum Thema:

http://www1.ids-mannheim.de/service/reform/ (Regelwerk)

http://staff-www.uni-marburg.de/~schittek/rechtsch.htm (Übersicht)

http://www.canoo.net/services/GermanSpellingChecker/Controller (Prüfer)

http://www.rechtschreibrat.com/der-rat/ (deutschsprachiger Rat)

http://sok.ch/ (Schweizer Rat)

https://www.korrekturen.de/ (Portal für Rechtschreibung)

http://sprachforschung.org/index.php (kritische Seite)

http://www.sprachforschung.org/index.php?show=archiv&rubrik=literatur (Dokumente)

http://deutschesprachwelt.de/archiv/bilanz.pdf (Bilanz)

http://www.sprache.org/bvr/index.php?f=/bvr/stellungnahmen/StGallerTb[2015917].php (Bilanz 2015)

http://www.schriftdeutsch.de/orth-akt.htm (Chronik)

http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/april-april-deutsche-rechtschreibung-wird-abermals-reformiert-11702725.html (Satire)

Vgl. auch

https://norberto68.wordpress.com/2015/05/10/rechtschreibung/

https://norberto68.wordpress.com/2013/10/13/prinzipien-der-rechtschreibung-deutsch/

https://norberto68.wordpress.com/2011/12/02/alte-rechtschreibung-regeln-und-worterbuch-worterliste/ (mit Liste der Agenturen)

Ganz holzschnittartig lässt sich Folgendes feststellen: Ein Bereich, der seit Jahrhunderten diskutiert wird, ließe sich durchaus systematisch verbessern: Die sogenannte Laut-Buchstaben-Zuordnung, insbesondere die Schreibung von Lang- und Kurzvokalen (Dehnungs-h, Doppelvokal, Doppelkonsonant). Nur: an diesem Vorhaben sind schon zahlreiche frühere Reformen gescheitert. Es führt zu einer drastischen Veränderung des Schriftbildes. Hier stößt der Reformwunsch an die Mauer des Bewusstseins, dass unsere Rechtschreibung historisch geprägt und der Dauer verpflichtet ist.

Ganz anders ist die Lage bei den beiden großen Problembereichen der jüngsten Reform: groß oder klein, getrennt oder zusammen. Sie sind das eigentliche Kernstück unserer Rechtschreibung. Die Großschreibung der Substantive hat sich als ein wirkungsvolles Instrument bewährt, das Lesen des Deutschen zu erleichtern. Durch Substantivierung (das Wandern, das Hoch, das Für und Wider) versetzten wir Verben, Adjektive, Präpositionen in eine substantivische Rolle und schreiben sie groß. Umgekehrt können Substantive verblassen, wie dies schon die allerersten Dudenregeln beschrieben (mir ist angst, er geht pleite), und verlieren ihre Großschreibung. Die Rechtschreibung folgt hier dem Sprachgebrauch. Ähnliches gilt für die zahlreichen Zusammenschreibungen wie richtigstellen, spazierengehen, wohlverdient, halbvoll usw. Der Prozess der sogenannten Univerbierung, also der Einswerdung von zwei Wörtern, vollzieht sich wortweise, ohne Systematik. Darum kann es dafür keine systematischen Regeln geben, sie verhindern geradezu die sensible Anpassung der Schreibung an den Sprachgebrauch.

Vor zehn Jahren taten sich Buch- und Zeitungsverleger, Autoren, Wissenschaftler und Lehrer in der Schweiz zusammen, „um die Einheitlichkeit und Sprachrichtigkeit der Rechtschreibung in Presse und Literatur der Schweiz wiederherzustellen“. Sie gründeten die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK), die sich seitdem um Vermittlung im Rechtschreibstreit bemüht. Die jüngsten Empfehlungen (www.sok.ch) wollen die Variantenvielfalt zugunsten der traditionellen Schreibung beseitigen. Das ist praktizierte Demokratie, von der auch die KMK lernen kann.

Horst Haider Munske: http://www.vds-ev.de/sn-mobil/71/S10A1_katzenjammer.html