Freie Angaben nach einer Präposition (Adverbiale)

Freie Angaben zum Verb bzw. zum Satz nach einer Präposition

  1. Präpositionen mit dem Akkusativ:

Du musst das Geld bis nächstes Jahr zurückgeben.

Ich gehe durch das Wasser.

Das tue ich gern für dich.

Wir kämpfen gegen die andere Mannschaft.

  1. Präpositionen mit dem Dativ:

Der Lehrer kommt aus der Klasse.

Er steht bei einem Schüler.

Gehst du mit mir nach Hause?

Das Geld habe ich von meinem Vater bekommen.

Am besten kommst du morgen zu mir. [Auch die beiden Abkürzungen „zum“ (zu dem) und „zur“ (zu der) sowie „vom“ (von dem) zeigen, dass der Dativ folgt: zum Papierkorb gehen, vom Baum klettern…]

  1. Präpositionen mit Akkusativ oder Dativ:

Es handelt sich um Präpositionen für eine Ortsangabe. Welcher Fall richtig ist, hängt davon ab, was man sagen will: Wo etwas ist, steht im Dativ. Wohin jemand sich oder etwas bewegt, steht im Akkusativ. Beispiele:

Wo liegt das Heft? Das Heft liegt auf dem Tisch.

Wohin legst du das Heft? Ich lege es auf den Stuhl.

Wo ist das Geld? Das Geld ist in der Hosentasche.

Wohin steckst du das Geld? Ich stecke das Geld in die Tasche.

Beide Möglichkeiten gibt es bei: an [am = an dem; ans = an das], auf, aus, hinter, in [im = in dem; ins = in das], nach, über, um, unter, vor.

Die beiden Präposition „vor“ und „nach“ können auch eine Zeit angeben (Wann?), dann haben sie den Dativ bei sich:

Ich war vor dir hier.

Du bist nach mir gekommen.

  1. Präpositionen mit dem Genitiv:

Das sind wenige Präpositionen, ihr braucht nur „wegen“ zu kennen:

Das Spiel fällt wegen des Regens aus.

(Die Präpositionen entstammen i.W. dem Wortschatz Berlin-Brandenburg, Klasse 1 bis 4. Es gibt natürlich weitere Präpositionen.)

 

Hier eine Übersicht über sämtliche Präpositionen:

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Akkusativ.html?MenuId=Word730 (Präpositionen mit dem Akkusativ)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Dativ.html?MenuId=Word731 (Präpositionen mit dem Dativ)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html?MenuId=Word732 (Präpositionen mit dem Genitiv)

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html?MenuId=Word733 (Präpositionen mit zwei Fällen)

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ZUORDNUNG der gebundenen Ergänzungen zu den Verben

ZUORDNUNG der gebundenen Ergänzungen (Objekte) zu den Verben (nach Fällen):

  1. Verben mit dem Akkusativ,

zum Beispiel „bauen“: Wen oder was bauen wir? Wir bauen in Hochneukirch ein Haus. – Weitere Verben: bewegen, bezahlen, bitten, essen, fangen, finden, fragen, füllen, geben, haben, halten, hören, kaufen, können, legen, lernen, lesen, lieben, machen, malen, nehmen, pflanzen, pflegen, rechnen, rollen, rufen, sagen, schlagen, schneiden, schreiben, sehen, singen, sparen, spielen, stellen, suchen, tragen, trinken, üben, versuchen, waschen, wissen, wollen, zählen, zeigen.

  1. Verben mit dem Dativ,

zum Beispiel „danken“: Wem dankte er? Er dankte dem Busfahrer. – Weitere Verben: geben, helfen, zeigen. Diese Verben können eine weitere Ergänzung haben:

  • jemandem für etwas (Akkusativ) danken
  • jemandem etwas (Akkusativ) geben
  • jemandem bei etwas (Dativ) helfen
  • jemandem etwas (Akk.) zeigen.
  1. Verben mit einer Ergänzung nach einer Präposition,

zum Beispiel „arbeiten an etwas (Dat.)“: Ich arbeite an meinem Fahrrad. – Weitere Verben: jemanden um etwas (Akk.) bitten; bleiben wo? (Dat.); etwas bringen wohin? (Akk.); jemandem danken für (Akk.); denken an (Akk.); fahren wohin? (Akk.); fallen auf (Akk.); jemanden nach etwas (Dat.) fragen; sich freuen über etwas (Akk.); gehen wohin? (Akk.); kommen wohin? (Akk.); laufen wohin? (Akk.); reisen wohin? (Akk.); schauen nach etwas (Dat.) oder wohin? (Akk.); sitzen wo? oder worauf? (Dat.); stehen wo? (Dat.); etwas stellen wohin? (Akk.); warten auf jemanden oder etwas (Akk.); wohnen wo? (Dat.). – Die Antworten auf die Fragen „Wo?“ und „Wohin?“ gelten normalerweise als freie Angaben.

  1. Verben mit einer Ergänzung im Infinitiv,

zum Beispiel „müssen“: Was muss ich jetzt tun? – Weitere Verben:

können: Wir können am Computer arbeiten.

scheinen: Der neue Schüler scheint gut zu sein.

sollen: Du sollst die Blätter ordnen.

versuchen: Er versuchte den Ball ins Tor zu schießen

wollen: Ich will jetzt nach Hause gehen.

  1. Verben (manchmal) ohne gebundene Ergänzung:

arbeiten, bleiben, blühen, fahren, fallen, sich freuen, gehen, kommen, laufen, leben, quaken, rechnen, reden, rollen, scheinen, schlafen, spazieren, spielen, turnen.

  1. Verben mit einer Ergänzung im Nominativ (Prädikativ):
  • heißen: Ich heiße Norbert Tholen.
  • sein: Ich war Lehrer in Giesenkirchen.
  • werden: Du wirst vielleicht einmal Zahnarzt.

(Verben i.W. nach dem Grundwortschatz Berlin-Brandenburg, Kl. 1-2; neben den gebundenen Ergänzungen = Objekten gibt es die freien Angaben = Adverbiale.)

Der Nominativ ist der Genitiv sein Tod – grammatische Kompetenz beim FOCUS

FOCUS ONLINE veröffentlichte am 17.09. um 14:59 h einen Artikel mit der Überschrift „Papst Franziskus: Petrus‘ Nachfolger und Stellvertreter Jesus Christus auf Erden“.

„Petrus’“ [statt Petri] geht wegen des Apostrophs an, aber „Jesus Christus“ [statt: Jesu Christi] als Genitiv ist peinlich. Das habe ich dem FOCUS schriftlich mitgeteilt und dann gefragt: „Hat Ihr Redakteur nie am Religionsunterricht teilgenommen?“ Darauf bekam ich vom Leserservive des FOCUS die Antwort:

„Ihr Einwand scheint berechtigt, ‚Jesus Christus’ ist in diesem Fall jedoch grammatikalisch korrekt. Der Genitiv ‚Jesu Christi’ ist ein aus dem Lateinischen übernommener Genitiv. Im heutigen Zeitalter ist es aber durchaus berechtigt, den deutschen zweiten Fall zu benutzen – Religionsunterricht hin oder her.“

Darauf habe ich auf den Duden und Wahrig hingewiesen, die beide als Genitiv nur „Jesu Christi“ kennen (vgl. auch http://www.canoo.net/inflection/jesus:N:Person:M und http://www.canoo.net/inflection/christus:N:Person:M); darauf hat der Leserservice nicht mehr geantwortet.

Der Vorgang zeigt mehreres:

  1. Ich habe falsch gefragt; ich hätte nicht nach der Teilnahme am Religionsunterricht, sondern nach der Benutzung des Dudens und der Korrektur von Artikeln im FOCUS fragen müssen. („Jesu Christi“ hat übrigens bei google am 20.09. ungefähr 766.000 Ergebnisse – trotz FOCUS.)
  2. Beim FOCUS schämt man sich anscheinend, dümmliche Antworten im Leserservice mit dem Namen zu unterzeichnen; man belässt es bei „Leserservice“ als Unterschrift.
  3.  Die Berufung auf das heutige Zeitalter lässt drei Interpretationen zu:

He, du nix verstehen Deutsch? Dann musstu lesen der FOCUS, das helft dich.