Lehrerblogs

Dossier “Bildung”

In der Bundeszentrale für politische Bildung erscheint ein Dossier „Zukunft der Bildung“ von dem bisher zwei sogenannte „Kapitel“ erschienen sind: „Was ist Bildung?“ und „Wie wir lernen“. Hier die Links dazu: http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/zukunft-bildung/145147/kapitel-1-was-ist-bildung

http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/zukunft-bildung/162104/kapitel-2-wie-wir-lernen

 

Leseschwierigkeiten, LRS: wirksame Förderung

 

In der SZ vom 27.02.2014 wird von Werner Bartens ein Artikel der Zeitschrift „Plos one“ referiert: eine Metaanalyse von Studien über die Wirksamkeit von Fördermaßnahmen bei Leseschwäche (http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0089900):

·      Wirksam ist ein gezieltes Training der Leseflüssigkeit, das auf einer Durchgliederung der einzelnen Silben beruht.

·      Sekundär sollen die Laute und Silben in Wörter und Sätze eingegliedert werden.

·      Wenn Kinder so schreiben dürfen, wie sie sprechen, verstärkt das die Legastenie.

·      Längere Förderung verdient den Vorzug vor kurzfristiger Häufung von Förderung.

·      Oft ist die Motivation der erfolglosen Schüler zu weiterem Training ein großes Problem.

·      Es ist administrativ zu wenig Förderzeit vorgesehen.

·      In sechs Wochen soll eine neue Leitlinie zur Legasthenie erscheinen [ob in Bayern oder in der BRD, wird nicht gesagt].

Aufstieg, Bildungsaufsteiger

Aladin El-Mafaalani: Womit Bildungsaufsteiger kämpfen, ein Video des Stifterverbandes:

https://www.youtube.com/watch?v=XRBK1IK6P44

Wenn man diese Adresse anklickt, bekommt man rechts eine Reihe ähnlicher Videos angezeigt; man kann die ganze Reihe des Stifterverbandes auch abonnieren. Die Videos zeichnen sich durch nüchterne Analyse aus, wodurch sie sich wohltuend von rot-grünem Gleichheitsgeschwafel abheben.

Sprachwandel: er befließ sich

In Jakob Wassermanns Roman „Der Fall Maurizius“ (1928, Ausgabe Langen Müller 1981) bin ich zweimal auf die Formel „er befließ sich (S. 324, 432) = „er befleißigte sich“ gestoßen; das starke Präteritum hatte ich noch nie gehört oder gelesen – dabei ist Wassermann nur 69 Jahre älter als ich.

Im canoo-Wörterbuch steht nur die schwache Form von „(sich) befleißigen“; das Grimm’sche Wörterbuch und Adelung kennen das Verb nicht. Bei google findet man gut 30 Belege für „er befließ sich, die aus der Zeit vor 1850 stammen. Im DWDS fand ich dann als Infinitiv die Form sich einer Sache befleißigen/befleißen sich um etw. sehr bemühen angegeben – damit wird klar, dass „befließ“ das starke Präteritum zu „sich befleißen“ ist. Dieses Verb findet man dann auch bei Adelung, aber nicht im DWb.

Wir haben hier einen Fall des Sprachwandels vor uns, der lexikalisch nicht leicht zu fassen ist, weil „befleißen“ als Infintiv (mir) völlig unbekannt ist bzw. war; 1928 muss die Form „er befließ sich“ bereits ein Archaismus gewesen sein.

Adelung, Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 2. Auflage:

Befleißen, verb. irreg. recipr. Imperf. ich beflíß mich, Supin. beflissen; oder Befleißigen, verb. reg. recipr. Fleiß auf die Erwerbung einer Sache wenden, mit der zweyten Endung des Nennwortes. Sich der Tugend, der Gottesfurcht, eines anständigen Wandels befleißigen. Ich muß mich der Kürze befleißigen. Ingleichen Fleiß auf die Erlernung einer Sache wenden. Sich der Rechtsgelehrsamkeit, der Weltweisheit, der Künste befleißigen. S. hernach Beflissen. Einige, besonders Oberdeutsche Schriftsteller, verbinden dieses Wort oft mit dem Vorworte auf, welche Wortfügung bey dem Opitz mehrmahls vorkommt. Sich auf Künste, auf etwas befleißigen. Allein im Hochdeutschen klingt diese Verbindung alle Mahl ungewöhnlich und widerlich, ob sich gleich das Mittelwort beflissen gar wohl auf diese Art gebrauchen lässet. Ganz richtig wird es dagegen mit dem Infinitiv verbunden. Ich habe mich jederzeit beflissen, eine gute Hand zu schreiben. Er befleißiget sich sehr, eine gute Hand zu schreiben.

Auch im Weigand-Wörterbuch (1909, 5. Aufl.) finden wir das Verb „befleißen“.

P.S. Nachträglich sehe ich, dass auch im Rechtschreibduden u.ä. Wb „befleißen“ aufgeführt wird, direkt über „befleißigen“ – vielleicht hätte ich es auch da gefunden, wenn ich gesucht hätte. Ja, wenn ich gewusst hätte, wonach genau ich suchen musste…

Rückblick 2013

Die 25 in diesem Jahr am häufigsten angeklickten Beiträge waren:

Wie schreibt man einen Leserbrief? (mit Beispielen) 47,139
Märchenanfänge fortsetzen, Märchen schreiben (mit Beispiel) 13,417
Wortfamilie “fahren”, weitere Beispiele 11,035
Bildhafte Sprache in Gedichten – Unterrichtsreihe in Klasse 6 8,873
Inhaltsangabe (mit Beispielen) 8,249
Satiren schreiben (mit Beispielen) 7,317
Alliteration, Stabreim (Beispiele) 6,785
Wortfamilien (Beispiel: schließen) 4,290
Leserbriefe – Beispiele 3,901
Lautmalerei (Onomatopoesie) – Beispiele 3,629
Übungsdiktate Klasse 7 3,404
Tagebuch schreiben, Tagebucheintrag verfassen 3,232
Alte Rechtschreibung – Regeln und Wörterbuch (Wörterliste) 3,036
Otto Wels: Rede vom 23. März 1933 vor dem Reichstag 2,806
Was sind Sinnabschnitte eines Textes? 2,655
Zentralabitur Deutsch NRW 2012 – 2. Thema Lk 2,437
Vollverb / Hilfsverb: haben, sein, werden 2,007
Gedichtanalyse, Gedichte analysieren – Überblick: meine Aufsätze (mit Beispielen) 1,993
Zentralabitur Deutsch NRW 2012 – 1. Thema Gk 1,906
Zentralabitur Deutsch NRW 2012 – 1. Thema Lk 1,711
Deutsch, deutsche Sprache lernen: Aufgaben und Übungen (Grammatik und mehr) 1,619
Zentralabitur Deutsch NRW 2011 – Lk 1,424
Das tägliche Übungsdiktat – Idee, Gebrauchsanleitung 1,409
Rhythmus eines Gedichts (Beispiel Goethe: Gefunden) 1,337
berichten, Bericht schreiben (mit Klassenarbeit) 1,318

Man sieht, dass sowohl Themen der Sek I wie der Sek II gefragt waren, wobei in der Spitze allerdings die Themen der Sek I dominieren.

http://norberto68.wordpress.de/2013/annual-report/