Gebrauch des Konjunktivs

Eduard Engel weist auf Emanuel Geibels Gedicht „Schulgeschichten“ hin, in dem erzählt wird, wie der richtige Gebrauch des Konjunktivs einem Schüler handgreiflich eingeschärft wurde:

http://gutenberg.spiegel.de/buch/gedichte-3396/92 bzw.

http://www.zeno.org/Literatur/M/Geibel,+Emanuel/Gedichte/Gedichte+und+Gedenkbl%C3%A4tter/Vermischte+Gedichte.+Zweites+Buch/Schulgeschichten

Dem armen Schüler geschah gleichwohl Unrecht, weil er ja nicht von Tatsachen, sondern von Möglichkeiten sprechen wollte; der Lehrer wollte dagegen Tatsachen hören… Hinter dem vermeintlichen Fehler verbarg sich also eine Differenz der Bestrebungen der beiden Personen.

DWDS – Wörterbuch im Netz

Das DWDS (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache) ist ein mediales Ereignis – es wird fortlaufend um neue Ressourcen erweitert. Inzwischen sind z.B. auch das Deutsche Wörterbuch (Brüder Grimm) und das Synonymenwörterbuch GermaNet integriert; im Wortprofil kann man sich die ganze Verwendung des Wortes anschauen, es gibt verschiedene Corpora – man muss das alles in Ruhe ausprobieren. Das Deutsche Wörterbuch ist hier viel übersichtlicher als im Original: Man kann sich die ganze Gliederung anschauen und dann bei Bedarf einzelne Unterpunkte (durch +) aufrufen. Man kommt aus dem Staunen beinahe nicht mehr heraus… Einfach wunderbar!

Sprachkritik und Stilistik (Eduard Engel, Ludwig Reiners)

Thomas Steinfeld hat in einem Aufsatz („Wie man Leser vor Schwindel schützt“, 28. April 2015) in der SZ über den Streit um die „Stilkunst“ von Ludwig Reiners berichtet. Es gibt seit gut zehn Jahren den Vorwurf Stefan Stirnemanns, Reiners’ Buch sei ein Plagiat von Eduard Engels „Deutsche Stilkunst“. Dazu gibt es jetzt eine Dissertation von Heidi Reuschel („Tradition oder Plagiat?“), von der der Vorwurf des Plagiats bestritten, aber die Tatsache überaus starker Anlehnung an Engels Buch nachgewiesen wird.

Steinfelds Aufsatz regt nicht nur dazu an, über die Wirksamkeit stilistischer Ratgeber und Korrekturen nachzudenken, sondern bringt mit den Autoren Engel, Wustmann, Sanders auch Namen ins Spiel, die man normalerweise kaum kennt und die teilweise für bedeutende Werke der Linguistik im 19. Jahrhundert stehen: Ich jedenfalls bin neugierig geworden, was diese Leute geschaffen haben und was davon heute im Internet greifbar ist.

Reiners’ Buch habe ich übrigens als junger Mann ganz unwissenschaftlich mit Freude und (hoffentlich) Gewinn gelesen; was ich langfristig davon gelernt habe, weiß ich natürlich nicht.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/linguistik-wie-man-leser-vor-schwindel-schuetzt-1.2454563 Aufsatz Steinfelds

http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/reich/stirnemann.pdf (Stirnemann: Vorwurf des Plagiats)

http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/25559 (Dissertation Heidi Reuschels: Tradition oder Plagiat?, Bamberg 2014)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/sprich-deutsch-2914/1 (Eduard Engel: Sprich Deutsch)

https://archive.org/details/DeutscheStilkunst (Engel: Deutsche Stilkunst, 30. Auflage 1922; er schimpft S. 52 ff. über „Vorgänger“, s. dort deren Namen und Buchtitel)

http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb11023730.html (Engel: Gutes Deutsch, 1918)

http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/kmjb/engel/Aufsaetze-Engel.pdf (seine Aufsätze in den Karl-May-Jahrbüchern)

http://de.wikisource.org/wiki/Eduard_Engel (seine Werke)

http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Engel (Biografie)

http://de.wikisource.org/wiki/Gustav_Wustmann (Werke Gustav Wustmanns)

https://archive.org/details/allerhandsprach02wustgoog (Wustmann: Allerhand Sprachdummheiten, 4. A. 1908)

http://de.wikisource.org/wiki/Daniel_Sanders (Werke Daniel Sanders’)

Wenn ich es richtig sehe, hat die Bemühung um guten deutschen Stil um 1800 eingesetzt – Kronzeuge ist J. C. Adelung:

https://archive.org/stream/ueberdendeutsch00adelgoog#page/n5/mode/2up Adelung: Über den Deutschen Styl, Bd. 1, 1800, 4. A.

https://archive.org/stream/bub_gb_h2QTAAAAQAAJ#page/n3/mode/2up dito, 1787, 2. A.

https://archive.org/stream/ueberdendeutsch02adelgoog#page/n10/mode/2up Adelung: Über den Deutschen Styl, Bd. 2, 1800 4. A.

https://archive.org/stream/ueberdendeutsch03adelgoog#page/n6/mode/2up dito, 1787, 2. A.

https://archive.org/stream/berdendeutschen00heingoog#page/n4/mode/2up Auszug aus Adelung, 1822; hier ist am Ende auch Literatur vermerkt, die zeigt, wie verbreitet die Bemühung um eine Verbesserung des Stils (und das hieß damals: Befreiung aus ungehobeltem Sprachgebrauch wie aus lateinischem Stil) war.

P.S. Das Buch Eduard Engels ist 2016 in Die Andere Bibliothek neu herausgegeben worden.

Deutsche Wörterbücher

Zufällig habe ich ein Verzeichnis der im Internet greifbaren deutschen Wörterbücher gefunden:

http://de.wikisource.org/wiki/W%C3%B6rterb%C3%BCcher, genauer (und eingegrenzt):

http://de.wikisource.org/wiki/W%C3%B6rterb%C3%BCcher#Deutsch

Die Vielzahl der (mir weithin unbekannten) Werke hat mich überrascht. Man muss aber die Frakturschrift lesen können, wenn man die alten Schätze nutzen will.

Ein Beispiel für viele ist der Autor Daniel Sanders:

http://de.wikisource.org/wiki/Daniel_Sanders (Werke Daniel Sanders’)

http://books.google.de/books?id=qXVJAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false (Wörterbuch 1. Band) = https://archive.org/details/Sanders-Daniel-Woerterbuch-der-Deutschen-Sprache

http://books.google.de/books?id=5HVJAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false (2. Band, 1. Hälfte) = https://archive.org/details/Sanders-Daniel-Woerterbuch-der-Deutschen-Sprache-Zweiter-Band-1

http://books.google.de/books?id=mHZJAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false (2. Band, 2. Hälfte) = https://archive.org/details/pt02wrterbuchderde02sanduoft

https://archive.org/stream/wrterbuchder00sanduoft#page/n3/mode/2up (Ergänzungswörterbuch der deutschen Sprache, 1885)

https://books.google.de/books?id=etpIAAAAcAAJ&printsec=frontcover&dq=inauthor:%22Daniel+Sanders%22&hl=de&sa=X&ei=vWU_VdPyFpaxaf3AgMgC&ved=0CDIQ6AEwAQ#v=onepage&q&f=false (Handwörterbuch der deutschen Sprache, 1869)

https://archive.org/stream/wrterbuchdeutsc00sandgoog#page/n15/mode/2up (Wörterbuch deutscher Synonymen, 2. A. 1882)

Einführung in die Erzähltheorie

Ich nenne hier die Einführungen, die bei kurzem Suchen derzeit (April 2015) im Internet greifbar sind:

http://www.hengelhaupt.de/deutsch/ (verständliche Einführung in die Theorie Genettes, knapp, mit Literaturangaben und Links)

http://www.beate-jonscher.de/theorie/erzaehler/Martinez_Einfuehrung_Erzaehltheorie.pdf (Referat Martinez-Scheffel = Genette)

http://www.jungeforschung.de/grundkurs/erzaehlen2.pdf (Einführung nach Genette bzw. Martinez/Scheffel)

http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/einfuehrungsvorlesungen/2009/IX.pdf (Einführung in kritischem Anschluss an Genette, systematisch)

http://www.li-go.de/prosa/prosa/erzaehltextanalyse.html (Einführung im Anschluss an Genette, ergänzt um weitere Autoren, sehr systematisch und ausführlich)

http://www.litlog.de/distinktionsgewinn/ (Buchbesprechung Köppe/Kindt, Erzähltheorie, Reclam 2014)

http://ifb.bsz-bw.de/bsz403099706rez-1.pdf (dito)

http://stuff.jworld.ch/farsi/uzh/literatur/modern/hedayat/tutorat/uzh-lit-mo-tuthedayat-erzaehltheorie.pdf (Einführung im Anschluss an Monika Fludernik, traditionell, systematisch)

Es zeigt sich, wie bereits auf der ersten genannten Seite gesagt wird, dass die Lehrbücher der Sekundarstufe II (und die Aufgabenstellungen im Zentralabitur, zumindest in NRW) an der inzwischen überholten Erzähltheroie Stanzels orientiert sind, die ich selber auch gelernt habe und anwende – hier zeigt sich wieder, dass neue Theorien sich durchsetzen, wenn/weil die Vertreter der alten Theorie aussterben.

Vielleicht sollte man noch auf Matias Martinez: Handbuch Erzähltheorie, Metzler 2011, hinweisen

Im Unterricht sprechen, filmen oder spielen?

Es dürfte bekannt sein, dass ich kein Freund nichtsprachlicher Deutung von Texten bin (szenische Darstellung, Verfilmung von Gedichten usw.). In E. M. Langes Buch „Das Verstandene Leben“ (S. 48) finde ich dafür eine sprachtheoretische Begründung:

Wenn man die gesprochene Sprache mit anderen Ausdrucks- und Darstellungsmedien vergleicht – Bildern, Gesten, Tänzen, Musik – dann kann man sich von der Alleinstellung der Sprache als universelles Medium dadurch davon überzeugen, dass man sich erinnert: Wenn in diesen anderen Medien etwas nicht verstanden wird, dann muss zur Erklärung im Allgemeinen und schließlich gesprochen werden, aber nur ausnahmsweise kann man umgekehrt Sprachliches durch Bilder, Gesten, Tänze, Melodien verständlich machen. Das begründet für die Sprache aufgrund ihres alleinigen universellen Charakters (ihrer weitgehenden Selbsterklärungsfähigkeit) auch einen Universalitätsanspruch hinsichtlich des Verstehens/verständlich Machens. Wittgenstein erhebt ihn implizit, wenn er im ersten Absatz von PU Abschnitt 120, wo das zu Erklärung erforderliche sich Bedienen schon der ganzen Sprache an die „Sprache des Alltags“ gebunden wird, schreibt: „Ist diese Sprache etwa zu grob, zu materiell für das, was wir sagen wollen? Und wie wird denn eine andere gebildet ?“ Auch wenn die typographische Hervorhebung ein Missverständnis sein sollte, sachlich besteht sie zurecht (und ist nur eine von zwei Hervorhebungen eines ganzen, selbständig verwendbaren Satzes im gesamten Text der PU). Die Frage ist rhetorisch und verlangt die Antwort: Eine andere Sprache muss gebildet werden, indem ihre Wörter und Verknüpfungsformen in unserer schon gesprochenen Sprache erklärt werden – dann kann sie auch gleich selbst gesprochen werden. Und bezüglich der anderen Medien des Ausdrucks und der Darstellung muss sie im Zweifelsfall gesprochen werden.

Das heißt nicht, dass man nicht spielen und nicht filmen dürfte – es heißt nur, dass dadurch nicht besser als durch Sprechen Bedeutung erfasst würde!

Zentralabitur Deutsch NRW 2015, Gk – 3. Thema

Grundkurs Deutsch, 3. Thema:

  1. a) Einen Auszug aus J. Trabant: Mehrsprachigkeit, die bildet (60 Zeilen), im Hinblick auf die Position des Verfassers [woraufhin denn sonst!?] analysieren; b) dabei auch Aufbau und rhetorische Gestaltung der Argumentation berücksichtigen.
  2. Zitat aus dem Text: „Hermeneutische Sprachkompetenz ist ein Bemühen um das Verstehen des Anderen und ein Anerkennen der Anderen in ihrer Andersheit.“
  • Diese Aussage erläutern
  • und an Beispielen veranschaulichen.
  • Sich mit der Frage auseinandersetzen, ob der Erwerb hermeneutischer Sprachkompetenz eine Zielvorstellung für das Erlernen von Fremdsprachen sein sollte.
  • Kritisch zu Trabants Behauptung Stellung nehmen, Bildung sei an das Erlernen einer dritten Sprache gebunden.

Kommentar:

Wenn man sorgfältig arbeiten soll, genügt die 1. Aufgabe; allenfalls die beiden ersten Teilaufgaben der 2. Aufgabe könnte man noch zulassen. Der Textauszug bleibt jedoch teilweise unverständlich, weil „die gesuchte Mehrsprachigkeit, die bildet“ (Z. 20 f.) offensichtlich zuvor von Trabant behandelt worden ist, aber nicht erklärt wird: eine klassische Schwäche der Abituraufgaben, in denen bei Textauszügen die Beschreibung des Kontextes fehlt – Trabants Erläuterung der „Mehrsprachigkeit, die bildet“ muss man jedoch zum Verständnis und zur Diskussion des Textes kennen.

Das vorliegende Zitat Trabants zeugt von sprachlicher Schlamperei: Eine Kompetenz ist kein Bemühen und kein Anerkennen, sondern eine Fähigkeit (kann zum Bemühen führen…). Im Zitat gibt es einen Z-Fehler: Der Schlusspunkt des Satzes gehört ins Zitat. – Die dritte Teilaufgabe der 2. Aufgabe regt zu einem sinnlosen Schwätzen an: als ob Schüler die Zielvorstelllungen des Erlernens von Fremdsprachen in 15 Minuten sinnvoll diskutieren könnten! Wieso man dann (4.) zu etwas kritisch Stellung nehmen soll, was man bereits erläutert und durch Beispiele veranschaulicht (also begründet) hat, weiß der Kuckuck – wieder eine Anleitung zum Schwafeln.

Die Konstruktion des 3. Themas ist misslungen; mangelhaft.

P.S.

Was in der Lösungserwartung zum Argumentationsgang steht, liegt unter dem Niveau meines früheren Unterrichts (Absatz 1-3); für Absatz 1 kommt man nicht ohne den Begriff der Unterscheidung aus, „Einführung“ ist ein hilfloses Allerweltswort. Abgesehen davon heißt es „Absatz“, nicht „Abschnitt“ (ein Abschnitt kann auch mehrere Absätze umfassen). In Absatz 3 liegt keine Problematisierung vor, sondern es wird gezeigt, wie sich das Prinzip der kommunikativen Kompetenz auswirkt. – Eine auffällige Verwendung der Pronomina „wir“ und „man“ kann ich nicht entdecken; nur „ich“ fällt auf.

Zentralabitur Deutsch NRW 2015, Gk – 2. Thema

Grundkurs Deutsch, 2. Thema:

  1. a) Die Szene I 5 aus Schillers „Kabale und Liebe“ analysieren, dabei auf Gesprächsverlauf, die Sprache und die Handlungsabsichten der Figuren eingehen. b) Die Funktion der Szene im Drama deuten.
  2. a) In einem Safranski-Zitat wird Sekretär Wurm als Verkörperung des Bösen bezeichnet, der Menschen zu lenken verstehe, weil er das Unfreie in den Personen kenne und wisse, wie diese funktionieren. Diese Sicht im Hinblick auf Wurms Umgang mit dem Präsidenten und mit Luise prüfen, b) abschließend dazu Stellung nehmen.

Kommentar:

Die 1. Aufgabe ist eine Standardaufgabe; da das Drama im Unterricht behandelt ist, könnte sie von vielen Schülern bereits bearbeitet worden sein, ein Unding – vgl. etwa https://norberto42.wordpress.com/2012/03/06/schiller-kabale-und-liebe-analyse-wichtiger-szenen/. Rein vom Schreibumfang her würde die 1. Aufgabe für drei Stunden reichen, wenn man sie ordentlich bearbeitet; ich kenne die Lösungserwartung nicht – sie kann nur auf eine Paraphrase hinauslaufen (42 von 72 Punkten: knapp 60%, also 105 Minuten von 3 Stunden). – Die Handlungsabsichten der Figuren, das ist ein psychologisches Konstrukt, welches selber nicht greifbar ist; greifbar sind die sprachlichen Handlungen der Figuren – diesen Begriff kennen die Aufgabenkonstrukteure aber nicht, obwohl es ihn seit 60 Jahren in der Forschung gibt (vermutlich kennen sie dagegen das Hildebrandslied). Ohne den Begriff des sprachlichen Handelns kann man heute keine adäquate Textanalyse betreiben.

Weil das Drama bereits bekannt ist, muss etwas Weiterführendes her: die 2. Aufgabe (wobei das Weiterführende nicht in der These selbst, sondern bloß in der Formulierung Safranskis liegt). Diese ist leicht zu bearbeiten (dass Safranski recht hat, könnte man an III 1 und III 6 zeigen). Die Leistung der Schüler besteht darin, sich an diese Szenen zu erinnern und ein paar Belege für Safranskis These zu finden. Wozu man abschließend noch einmal Stellung nehmen soll, ist mir schleierhaft – es ist bereits alles gesagt und mehr als genug zu schreiben.

Dass eine möglicherweise im Unterricht bereits untersuchte Szene Thema einer Abiturklausur ist, verdankt sich vermutlich dem Slogan von Frau Kraft, kein Kind zurückzulassen – in der gymnasialen Version: „Jeder soll Abitur machen!“ – warum auch nicht? In der übernächsten Legislaturperiode wird dann vermutlich beschlossen, jeder sollte promovieren: NRW könnte Musterdissertationen anbieten, bei denen man nur noch Namen und Geburtsdatum eintragen sowie die Formel unterschrieben muss, man habe die Unterschrift eigenhändig angefertigt; Analphabeten dürfen mit x x x unterschreiben.

P.S.

In der Lösungserwartung zur abschließenden Stellungnahme sind die Aspekte, mit denen Safranskis Sicht relativiert werden kann, gesucht (= an den Haaren herbeigezogen): Dass Wurm etwa eine bestimmte dramaturgische Funktion hat oder dass es im Hause Miller moralisch streng zugeht, spricht doch nicht gegen Safranksis Sicht!

Streng genommen müsste man bei Safranskis Sicht drei Aspekte unterscheiden:

  • dass Wurm das böse Prinzip verkörpert (darüber könnte man eine Doktorarbeit schreiben),
  • dass er andere Menschen instrumentell zu benutzen weiß,
  • dass diese Fähigkeit auf der Kenntnis des Unfreien in den Personen beruht.

Das ergäbe dann eine differenzierte Diskussion; wenn man jedoch wie die Lösungserwartung Safranskis Sicht pauschal als Einheit begreift, kann man sie kaum ablehnen. Man hat für die Lösungserwartung lediglich nach dem Schema pro/contra (vergeblich, aber „mit Erfolg“) relativierende Aspekte gesucht.