Grundkurs Deutsch – Zentralabitur NRW 2016

  1. Aufgabe: Analyse zweier Gedichte, Gedichtvergleich, Berücksichtigung des literaturgeschichtlichen Hintergrundes: Die Aufgabenstellung ist normal. Beide Gedichte sind schwach und nur deshalb ausgewählt, weil sie kaum irgendwo gelesen werden (negative Auswahl infolge der Prüfungslogik).

Zur Lösungserwartung

a) Zu Zech: Dämmerung

Einen Gegensatz zwischen den dämonisierten Industrieanlagen und den entindividualisierten Menschen kann ich nicht erkennen.

Die Korrespondenz zwischen der Form des Sonetts und der negativen Dynamik der Produktionsprozesse und des Schichtwechsels ist ein Phantasieprodukt, in sich schon nicht verständlich. Das Komma hinter „konnotierten“ ist ein Z-Fehler.

Bei der Deutung sind die ersten drei genannten Aspekte nur ein einziger, in verschiedenen Wendungen ausgedrückt. Einen natürlichen Tagesablauf gibt es nicht; und falls ja, entspricht das Schichtende am Abend durchaus dem „natürlichen“ Tagesablauf.

b) Zu Eichendorff: Abschied

Das bekanntere Gedicht „Abschied“ beginnt so: „O Täler weit, o Höhen…“

Dass das Gedicht einen Abschied darstelle, ist trotz des Titels eine verwegene Deutung: Wer verabschiedet sich denn wovon?

Bei der Auswertung der Gestaltungsmittel fehlt die Auswertung der Kadenzen: Das Sprechen und Hören gehört nicht zu den Stärken des traditionellen Deutschunterrichts, deshalb kriegen auch die Lösungserwarter kaum etwas von den Pausen mit.

Die offensichtliche Rahmung als Ausdruck der Aufforderung, sich ins Zur-Ruhe-Kommen einzufügen, zu verstehen sei, verstehe ich nicht – das ist in der Tat nur die abschließende Aufforderung.

Richtig wird die Ambivalenz festgestellt – dem widerspricht dann unter 7. beim Gedichtvergleich die „Darstellung einer harmonischen Landschaft“ (vgl. auch „Schauernd“, V. 9)!

Bei der Deutung (6) halte ich es für problematisch, einen Wunsch nach Harmonie mit der Natur erkennen zu wollen. Von einer Reflexion des eigenen Lebens kann keine Rede sein. Einkehr als „Abschied“ von der Welt ist reine Phantasie – hier wird literaturgeschichtliches Wissen an ein Gedicht herangetragen und hineingezwängt!

Beim Gedichtvergleich ist der letzte Aspekt (Einklang mit der Natur – Abkoppelung von den natürlichen Zyklen) auch etwas gewaltsam im Sinn der Aufgabenstellung „Gedichtvergleich“ konstruiert: Unterschiede, kommt herbei!

Vorstellung der „Ruhe im Tod“: hier genau so falsch wie oben.

„vermeintliche Schlichtheit“ des Eichendorff-Gedichtes: Nein, das ist schlicht, ein schwaches Abfallprodukt aus Eichendorffs Serienproduktion.

P.S. Das Zech-Gedicht wurde übrigens schon während der Arbeitszeit in meinem Blog angeklickt, 160mal bis 12.45 Uhr. Bis heute wurde die Seite 2815mal besucht, da sie die einzige (kurze) Analyse im Netz ist.

  1. Aufgabe: Analyse eines Romanauszugs; Einordnung in den Gesamttext (Bedeutung Menuchims am Anfang und Ende des Romans für die Familie); diese „in Beziehung setzen“ zu Kafkas Gregor Samsa (gleicher Aspekt: Bedeutung für die Familie); die unterschiedliche erzählerische Gestaltung der beiden Figuren berücksichtigen.

Die Aufgabenstellung ist inzwischen normal: ein bisschen Textanalyse von 36 Zeilen Romantext, der Rest ist reine Wiederholung des im Unterricht bereits Erarbeiteten – allenfalls der Vergleich der Bedeutung Menuchims und Gregors ist ein geringer intellektueller Aufwand: Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Zur Lösungserwartung:

a) Zu Roth: Hiob

Nach der Darstellung des Inhalts (wahrlich nicht schwer!) geht es um die sprachlichen Mittel und ihre Bedeutung:

  • Auktoriale Erzählperspektive als Verdeutlichung des Fehlens menschlicher Anteilnahme??
  • Kontrastierende Beschreibungen (wessen??) zur Verdeutlichung von ambivalentem Verhalten??
  • Konstitution einer moralischen Ebene??

Auch die Vorausdeutung auf Verschiebung der bisherigen Hierarchie unter den Geschwistern: ist Phantasie!

b) Zur Bedeutung der Figuren für die Familie

Das ist i.W. Reproduktion. Beim Unterschied der Rollen der beiden kann ich keine „Gegenläufigkeit“ erkennen; denn nach Gregors Tod wird nicht die „vermeintliche Normalität“ bei Samsas erreicht, sondern eine wirkliche – „vermeintlich“ ist hier moralische Wertung, nicht realistische Beschreibung.

Unter 8 wird eine „reflektierte Schlussfolgerung“ angepriesen, in Wahrheit ein einfacher „Schluss“ des Aufsatzes; ein bisschen Moralin kann hier nicht schaden.

  1. Aufgabe: Analyse eines Sachtextes unter besonderer Berücksichtigung von…; Anwendung dieses Sachtextes auf den von Wurm erzwungenen Brief Luises („Kabale und Liebe“) und Ferdinands Reaktion darauf (IV,2) – ziemlich gewundene Aufgabenstellung: Vorgeschichte von IV,2; Inhalt und Bedeutung von IV,2; Würdigung der dramatischen Funktion des Briefs unter Berücksichtigung des Sachtextes. – Das ist meiner Meinung die anspruchsvollste Aufgabe der drei.

Zur Lösungserwartung

a) Zum Sachtext (Sabine Doering)

Die Thesen (Inhalt) sind unproblematisch; ich vermisse den Eingangssatz, dass falsche Lektüre Unglück nach sich ziehen kann.

Die Argumentationsstruktur ist problematisch beschrieben; die sog. hermeneutische Prämisse (was ist das?) ist bereits Begründung für Z. 1 f. bzw. Z. 1-3. Mit den Stichwörtern „Fokussierung“ und „abschließende Einordnung“ wird auf die Bestimmung der argumentativen Funktion eines Teils des Textes verzichtet – Z. 30 ff. ist aber auch logisch kaum befriedigend in den vorliegenden Gesamtauszug einzuordnen.

Punkt 5) der Lösungserwartung geht m.E. so nicht aus der Aufgabenstellung hervor: Dass die Erläuterung anhand von Schillers Dramen (statt textimmanent) zu erfolgen habe, steht nicht in der Aufgabe.

b) Zur weiterführenden Aufgabe

Die Vorgeschichte des Briefs: setzt gute Kenntnis von „Kabale und Liebe“ voraus. Dass der Inhalt des Briefs zu benennen ist (Punkt 3), steht nicht in der Aufgabenstellung.

Die inhaltliche Auswertung der Szene IV,2 ist einfach, ebenso die Beschreibung der Bedeutung des Briefs für den Fortgang des Geschehens.

Die Überprüfung des Doering-Textes anhand von IV,2 ist insofern problematisch, als der Brief Luises gar kein echter Brief Luises an Herrn Kalb, sondern v.a. ein Brief Wurms an Ferdinand ist; anhand der Kenntnis eines einzigen Dramas Schillers kann man Doerings Ausführungen nicht wirklich würdigen – die Lösungserwartungen sind ja auch ziemlich verschwurbelt. Was ist hier „gelingende“ Lektüre: die Täuschung Ferdinands oder seine Nichttäuschung aufgrund kritischer Lektüre?

Die theatertechnischen Vorteile, von denen Doering spricht, lassen sich hier aufzeigen; ob Schiller hier aufklärerisch wirken wollte, können Schüler nicht beurteilen. Das Missverhältnis von Verstand und Gefühl ist bei Ferdinand kein Problem speziell bei der Lektüre des Briefs in IV,2, sondern ein Problem seiner Lebensführung. Insofern wird Doerings These sowohl bestätigt wie nicht bestätigt. Das gilt erst recht, wenn man bedenkt, dass die Brief-Täuschung erst durch die Täuschung im Gespräch mit von Kalb (in IV,3) vollendet wird – der Brief ist also nur ein Vehikel in einem großen Prozess der Täuschung und Selbsttäuschung des überheblichen Ferdinand!

Fazit: Man müsste mehrere Dramen Schillers kennen, um Doerings Ausführungen wirklich würdigen zu können.

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Weblogs im Zusammenhang mit dem Unterricht

Ich bringe hier einen Vortrag aus dem Jahr 2009, dessen Links größtenteils veraltet sind, als ein Dokument jener Jahre – ich habe es aus dem Cache bei exalead gerettet, nachdem kulando.de im Herbst 2015 ohne Vorwarnung abgeschaltet worden ist:

Für den Hessischen Schulbibliothekstag 2009 (21. März in Hofheim) habe ich einen Vortrag zum Thema „Weblogs im Zusammenhang mit dem Unterricht“ konzipiert. Mangels Interesse ist der Vortrag gestrichen worden – hier ist er:

Standarddefinition: Ein Weblog ist ein Tagebuch.’
Das ist aber nicht ganz richtig, weil damit nur eine mögliche Funktion der Weblogs erfasst wird.

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Ich stelle fest, dass die Wiedergabe des alten Aufsatzes bei blogger.com schöner als bei wordpress.com ist. Hier steht also der ganze Aufsatz: http://norberto42.blogspot.de/2016/03/weblogs-im-zusammenhang-mit-dem.html

Außerdem:

http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission%20f%FCr%20One-Person-Librarians/Checklisten/check18.pdf

http://praxistipps.chip.de/blog-erstellen-mit-blogspot-in-3-minuten-so-gehts-kostenlos_23980 sowie die Suchworte „weblog erstellen“!

Literarische Analyse – Arbeitsphasen

  1. Phase: Erarbeitung
  • Bei Textauszügen: die Ausgangssituation bestimmen, bei ganzen Texten: die Kommunikationssituation erfassen
  • Unklare Begriffe und Sachfragen klären
  • Analyse des Textes „von oben nach unten“ (Liste mit Stichworten und Belegstellen)
  • Systematische Erfassung des Analysierten (Stichworte, Schema, Sätze: Gliederung)
  • Bedeutung dieser Stelle für den Fortgang des Geschehens (bei Textauszügen) bedenken
  1. Phase: schriftliche Darstellung
  • Einleitung in einem Satz: Überblick über das Gesamtwerk (oder Bezug zur Aufgabenstellung)
  • Ausgangssituation [oder: Kommunikationssituation] beschreiben
  • Systematische Analyse, mit Belegen [Falls man „von oben nach unten“ analysiert wie bei der Bearbeitung, muss in jedem Fall eine systematische Zusammenfassung den Abschluss bilden!]
  • Kurze Auswertung oder Zusammenfassung
  • Ausblick in einem Satz (= Bedeutung, s.o.)

Auswertung

Man muss begreifen, dass die Darstellung einer anderen Logik als die Erarbeitung folgt: Bei der Erarbeitung weiß man zu Beginn wenig oder nichts; bei der Darstellung weiß man zu Beginn bereits das Ergebnis und kann es deshalb systematisch darstellen. – Für die erste Phase sollte man sich [geschätzt] ein Drittel der Arbeitszeit lassen; die Feinjustierung muss hier jeder selbst vornehmen.

Es ist allerdings eine Tatsache, dass man im Verlauf der schriftlichen Darstellung (oder bei deren abschließender Lektüre) oft weiter denkt und Dinge versteht, die man zu Beginn der Darstellung noch nicht gesehen hat. Diese neuen Einsichten muss man dann eben mit einem Auslassungszeichen nachtragen und in seinen gegliederten Text einfügen.

 

Unterrichtsreihe zur systematischen Gliederung: https://norberto68.wordpress.com/2013/11/07/unterrichtsreihe-ordnen-gliedern-gliederung-anfertigen/

https://norberto68.wordpress.com/2012/03/07/gliederung-und-aufsatz-verfassen-beispiel-die-judenbuche/ (Beispiel, mit Arbeitsanleitung)

https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/gliederung-von-der-stoffsammlung-zum-aufsatz-beispiele/ (weitere Beispiele)

Schema eines Argumentes (nach Toulmin und Tholen)

Im vollständigen Argumentationsschema des Argumentationsmodells von Stephen Toulmin lässt sich das Beispiel wie folgt darstellen.

« Stefan wird es vermutlich weit bringen, denn er ist ein guter Schüler. Wenn seine Leistungen bis zum Abitur nicht nachlassen, hat er beste Startchancen für seinen weiteren beruflichen Werdegang, wie Statistiken über den Zusammenhang von schulischer Leistung und Berufschancen belegen. »

 

In meiner Schreibweise sähe diese Argumentation so aus:

Prämisse 1 (= Argument)

Prämisse 2 (= Schlussregel)

  • Zusatz zu P 2 (= Stützung der Schlussregel)

__________________________________________

Folgerung (= Schlussfolgerung, These) + Modaloperator

  • Zusatz zu F (= Ausnahmebedingung)

Wichtig: Ich nenne mit anderen den ganzen Vorgang Argumentation oder ein Argument. Manche Leute nennen stattdessen die einzelnen Prämissen Argumente; diese Zweideutigkeit der Sprache muss man kennen. Mit dem Begriff „Zusatz“ arbeite ich nicht so differenziert wie Toulmin welche Funktion der Zusatz hat, muss jeweils eigens bestimmt werden. Es kann auch Zusätze zu P1 oder zu einem Zusatz (Z2 zu Z1) geben; mein Schema ist also flexibler als das das Toulmins. F ist übrigens das, worauf ein Text hinausläuft oder worauf ein Autor hinaus will: die zentrale These (Behauptung), Forderung oder Bewertung, die er begründet. Beispiele für eine Analyse in meiner Schreibweise sind etwa https://norberto68.wordpress.com/2011/09/25/hubert-markl-lernziel-mitmensch-sachtextanalyse-beispiel/ oder https://norberto68.wordpress.com/2011/09/25/v-ladenthin-neue-medien-alte-technik-erorterung-beispiel/.

Das Schema Toulmins stammt von teachsam (http://www.teachsam.de/deutsch/d_rhetorik/argu/arg_mod_toul_4.htm im Kontext von http://www.teachsam.de/deutsch/d_rhetorik/argu/arg_mod_toul_0.htm)

Vgl. auch https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/wozu-und-wie-argumentieren-und-erortern/

https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/argumentieren-erortern-wie-geht-das-mit-beispiel/

http://www.irwish.de/Site/Biblio/Sprachkritik/Schleichert.htm (Schleichert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, zumindest das 1. Kapitel, am besten auch das 2.)

 

Es gibt ein vermeintlich schülerfreundliches Schema der Argumentation, das an den drei Stichworten Behauptung-Begründung-Beispiel orientiert ist (drei B, eine schöne Eselsbrücke), aber in die Irre führt und sich zum Beispiel auf den beiden folgenden Seiten findet: http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/ab_695271_m34n47_aufbau_argument.pdf oder https://moodle.zis.ch/pluginfile.php/105540/mod_resource/content/1/argumentaufbau.pdf

Bei Klett liest man:

Behauptung

Hier wird kurz, möglichst in einem Satz, eine Behauptung aufgestellt.

Begründung

Hier wird allgemein erklärt, warum man die Behauptung vertritt. Sinnvollerweise wird die Behauptung mit der Begründung durch Konjunktionen wie weil, da, zumal, denn … verbunden. Die Begründung darf ruhig mehrere Sätze umfassen.

Beispiel

Das Beispiel bringt einen konkret formulierten Beleg für die Relevanz der Behauptung. Es hilft, die Behauptung zu veranschaulichen.

Das wird dann an einem Beispiel durchgespielt:

Islamunterricht sollte in deutschen Schulen eingeführt werden, … [Das ist übrigens keine Behauptung, sondern eine Forderung!]

denn die Zahl muslimischer Kinder an deutschen Schulen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Für sie gibt es kein Angebot an Religionsunterricht, sondern sie können nur den Ethikunterricht besuchen. Daher haben sie keine Wahlmöglichkeiten wie die christlichen Schülerinnen und Schüler. [Hier fehlt der entscheidende Gedanke, nämlich die Regel: „Jeder Schüler soll die Wahl zwischen Ethikunterricht und Religionsunterricht haben.“ Oder „Jeder Schüler soll möglichst viele Wahlmöglichkeiten haben.“ – Man sieht, wie das Schema Behauptung-Begründung-Beweis die Schüler verblödet und ihnen die Sicht auf die eigene Argumentation versperrt!]

In manchen Schulen Frankfurts ist die Zahl der Muslime so hoch, dass fast ausschließlich muslimische Schülerinnen und Schüler den Ethikunterricht besuchen. [Wofür soll das ein Beispiel sein?]

 

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/1/701.pdf wirkt gegen den Klett’schen Unsinn geradezu abgeklärt;

http://www.teachsam.de/deutsch/d_rhetorik/argu/arg_erw_3.htm bleibt unklar, obwohl an Toulmin orientiert, weil es im Versuch der didaktischen Vereinfachung vier Stufen einführt, die großenteils willkürlich benannt sind und nicht deutlich machen, dass die Folgerung nichts anderes als die „These“ ist. Frage: Warum soll sie zweimal genannt werden?

Zitiertechnik, Regeln des Zitierens

A) Indirekte Zitate

Indirekte Zitate sind eine bloß sinngemäße Übernahme oder Kürzung einer Textpassage. Man setzt keine Anführungs- und Schlusszeichen. Am Ende der sinngemäßen Übernahme weist ein Klammerzusatz mit „vgl.“ (vgl. S. 21) darauf hin, wo die Textstelle im Ausgangstext wörtlich zu finden ist.

Beispiel: Redluff ist erleichtert, diese Probe bestanden zu haben (vgl. Z. 103 f.).

Häufig ist die indirekte Rede, d.h. Konjunktiv I, zu verwenden. [Der Schülerduden Grammatik lässt aber bei dass- und ob-Sätzen sowie nach einem Fragewort auch den Indikativ zu, siehe dort Nr. 102!]

Beispiel: Enfield erklärt Utterson, dass Hyde nicht leicht zu beschreiben sei (S. 23).

Wenn man den Text mit eigenen Worten paraphrasiert (umschreibt), genügt es, diese Zusammenfassung mit einem Verweis auf den Text zu legen (vgl. Kap. I und II).

B) Direkte Zitate

  1. Kurzbelege: Der Bote soll uns zwar die Nachricht bringen, wird aber durch die Gier der Menschen nach Luxus („ihre Wohnstätten nehmen kein Ende“, Z. 13; „und wieder ein Palast“, Z. 19) daran gehindert.

Kurzbelege sind Wörter oder Wortgruppen, die systematisch aus verschiedenen Text­abschnitten gesucht wurden und dasselbe Phänomen belegen.

  1. Nachgestelltes Zitat: Der erste Teil macht dem Leser klar, dass er der Empfänger der äußerst wichtigen Botschaft sein soll: „gerade Dir hat der Kaiser (…) eine Botschaft gesendet“ (Z. 3 f.).

Das Zitat ist eine syntaktisch zusammenhängende, im ganzen unveränderte Über­nahme aus dem Original. Auslassungen müssen durch (…) gekennzeichnet werden. Beim nachgestellten Zitat wird erst eine Erklärung oder Deutung geliefert; sie wird dann mit dem Zitat nachgewiesen.

  1. Vorangestelltes Zitat: „Du aber (…) erträumst sie Dir, wenn der Abend kommt.“ (Z. 23) Dies ist ein Bild, mit dem Kafka auf das Lebensende verweist.

Beim vorangestellten Zitat wird zuerst eine Textstelle angeführt und dann erläutert.

  1. Eingebautes Zitat: Der Bote, der als „ein kräftiger, ein unermüdlicher Mann“ (Z. 12 f.) dargestellt wird, kann nichts ausrichten.

Beim eingebauten Zitat wird die Textstelle in einen erklärenden Satz passend einge­fügt. 

  1. Grammatisch angepasstes Zitat: Wir alle können uns zu „de[n] Einzelnen, de[n] jämmerlichen Untertanen“ (Z. 1 f.) rechnen.

Wenn ein Zitat grammatisch verändert wird – z.B. andere Flexionsendungen -, müs­sen die Änderungen mit [ ] eingeklammert werden. – Besser wäre es vielleicht, den eigenen Satz so zu verändern, dass die Form des Originals passt, oder z.B. nur die Einzelwörter zitierend einzubauen: Wir alle können uns zu den „Einzelnen“, den „jämmerlichen Untertanen“ (Z. 1 f.) rechnen. 

  1. Verkürzung/Auslassung: Da begegnen sich „zwei Männer [Utterson und Lanyon, N.T.], die einer an des andern Gesellschaft (…) Freude empfanden“ und „alte Freunde“ sind (S. 15).

Wenn man ein Zitat kürzt, markiert man dies durch runde Klammern und drei Punkte – manchen Leuten genügen drei Punkte. Eckige Klammern nimmt man, um eigene Erklärungen oder grammatische Anpassungen zu markieren. Eine hinzugefügte Erklärung signiert man mit seinem Namen oder seinen Initialen.

  1. Zitat in Klammern: Jekyll verschreckt dadurch seinen Vetter („aber dieser kurze Blick hatte genügt. Eilig machten sie kehrt…“, S. 50), so dass er sich noch mehr Sorgen macht: „Gott vergib uns!“ (S. 51)

Es ist nicht schön, aber möglich, Zitate in Klammern einzufügen, wenn der Gedankengang nicht durch einen neuen Satz unterbrochen werden soll. Für die Seitenangabe genügt dann ein Komma.

Beachte: Das Zitat ist die wörtliche Übernahme von Formulierungen anderer Autoren und von Erkenntnissen und Forschungsergebnissen aus fremden Quellen. Die Sorgfalt gilt dem Urheberschutz.

  • Anführungszeichen für das Zitat „xxx“ – Wenn das Zitat ein vollständiger Satz ist, kommt das Zitatende-Zeichen hinter den Punkt am Satzschluss; wörtliche Rede im Zitat erhält halbe Anführungszeichen „sagte: ,xxx’ yyy“.
  • Stellenangabe in Klammern, hinter das Zitat (S. 16, Z. 4)
  • Man schreibt nie „Zitat“, sondern zitiert eben durch „…“; „Zitat“ sagt man, wenn man mündlich etwas zitiert, weil man dann ja keine Anführungs- und Schlusszeichen machen kann (deutet man heute aber teilweise durch Winken mit zwei Fingern an).
  • Keine Fragmente als Zitate in den eigenen Text einstreuen, sondern grammatisch korrekt in den Satz einbauen!
  • Keine Doppelungen (in eigenen Worten und zusätzlich als Zitat)!
  • Zwischen S., Z., f. oder ff. und den Ziffern ist jeweils etwas – eine Leertaste – Platz frei.
  • Versumbrüche werden durch Schrägstriche markiert:

Beispiel: „Das Leben lehrt uns, weniger mit uns / Und andern strenge sein; du lernst es auch“ (V. 1654/55).

C) Funktion (Sinn) von Zitaten

Durch Zitate weist man nach, dass man sich in seinen Erklärungen, seiner Interpretation wirklich an den Text hält und nicht fabuliert. Das zitierte Textbeispiel wird mit dem Fachbegriff (z.B. Metapher) oder als sprachlicher Akt (z.B. die Frage; die Grübelei; der Vorwurf; …) benannt und im Textzusammenhang erklärt bzw. erläutert. Die Faustregel lautet: Zitieren – benennen – erklären

  1. Unverbundenes Zitat als Beleg

Das Zitat wird in runder Klammer als Beleg an die eigene Aussage angehängt. Dies ist die übliche Form bei handschriftlichen Klausuren.

Beispiel:

Redluff hat Angst davor, entdeckt zu werden („Wovor habe ich denn eigentlich Angst, verdammte Einbildung, wer soll mich denn schon erkennen?“ Z. 35 f.).

  1. Zitat am Ende einer Beweisführung

Grundordnung: Behauptung – Begründung – Zitat als Beleg

Mögliche sprachliche Anbindungen:

Diese Sicht wird gestützt durch …

Das wird deutlich an …

Als Beleg dient die folgende Textstelle …

… denn im Text wird angeführt, dass …

Beispiel:

Redluff ist nervös. Dies wird daran deutlich, dass „seine Finger kalt und schweißig“ (Z. 33 f.) sind.

  1. Zitat als Ausgangspunkt einer Erklärung/Interpretation

Das Zitat steht am Anfang der Gedankenführung.

Grundordnung: Zitat – Folgerung / Auswertung / Deutung

Mögliche sprachliche Anbindungen:

Der Textstelle ist zu entnehmen …

Daran erkennt man, dass …

Die Aussage deutet auf … hin

Beispiel:

„Aber er spürte nur zu genau, dass er in ihr nicht eintauchen konnte, dass er wie ein Kork auf dem Wasser tanzte, abgestoßen und weitergetrieben.“ (Z. 36 ff.). Dieser Textstelle ist zu entnehmen, dass sich Redluff in der Menschenmenge unwohl und fremd fühlt.

Quellen dieser Regeln, wörtlich übernommen, korrigiert und ergänzt:

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/586/663.pdf

http://www.lehrerfreund.de/medien/deutschunterricht/zitiertechnik-regeln-v2.pdf

http://www.fachdidaktik-einecke.de/9c_Meth_Textproduktion/zitat_arguminterpret_form_9_13.htm

und natürlich mein alter Beitrag https://norberto68.wordpress.com/2010/10/18/zitieren-zitiertechnik/

Geprüft und aus unterschiedlichen Gründen nicht verwendet:

http://wikis.zum.de/zum/Zitieren

http://www.teachsam.de/arb/zit_woertl_reg.htm

http://www.teachsam.de/arb/zit_kurzinfo.htm

http://www.thg-radevormwald.de/wp_thg/wp-content/uploads/2011/06/Bibliographieren_Zitieren_Methodentraining.pdf

http://www.carolinum.net/files/caronet/files/redaktion_all/Fachschaften/Deutsch/Materialien/Zitiertechnik.pdf

https://www.wissenschaftliches-arbeiten.org/zitieren/direkte-und-indirekte-zitate.html

http://www.fh-potsdam.de/fileadmin/user_upload/bibliothek/Dokumente/Skripte/FB3/MaBau-Zitieren_2011.pdf

http://www.ub.uni-frankfurt.de/musik/tfm/zitate/zitieren.html

https://ilias.uni-konstanz.de/ilias/goto_ilias_uni_pg_1401_268.html

P.S. Das Problem, wie man Literaturangaben macht und wie man die benutzte Literatur verwaltet, muss gesondert behandelt werden.

Wortfamilie „ziehen“

Die Arbeit an Wortfamilien kann man sich durch den Rückgriff auf ein Deutsches Wörterbuch vereinfachen, etwa auf http://www.dwds.de/; dort findet man zusätzlich ein Etymologisches Wörterbuch und auch das von den Brüdern Grimm begründete DWB.

Ein besonders fruchtbares Wort ist „ziehen“, wofür das DWDS bereits 18 Bedeutungen angibt (über diese Aufteilung kann man natürlich streiten), dazu eine Reihe davon abgeleiteter Verben, Substantive und Adjektive. Ich halte mich i.W. an den Artikel aus dem DWDS (http://www.dwds.de/?qu=straff%20ziehen), dort ist die Liste noch ausführlicher:

ziehen – Verb (doppeltes Perfekt: hat gezogen/ist gezogen)

1

etw., jmdn. von der Stelle und hinter sich her bewegen hat

übertragen es zieht jmdn. wohin es drängt, lockt jmdn. wohin

2

etw., jmdn. (aus etw.) herausholen, hervorholen hat

3

an etw. ziehen: an etw. zerren, reißen hat

übertragen alle Register ziehen (alle Hebel in Bewegung setzen, alles aufbieten)

4

etw., jmdn. in einer bestimmten Richtung bewegen, in eine bestimmte Lage, Stellung bringen hat

übertragen gegen jmdn. vom Leder ziehen (zu schimpfen beginnen; jmdn. scharf angreifen)

5

einzelne Partien des Gesichts durch ein bestimmtes Mienenspiel verändern hat

6

eine (langgestreckte) Linie herstellen hat

bildlich die Affäre zog immer größere Kreise (verbreitete sich immer mehr)

b

eine Vertiefung graben

einen Graben, viele Furchen ziehen

c

eine Wand ziehen (errichten, mauern)

7

etw. in seine ganze Länge ausdehnen, strecken hat

bildlich der Prozeß müsse künstlich in die Länge gezogen werden (absichtlich verzögert werden)

8

etw. durch Strecken, Dehnen eines Werkstoffs erzeugen hat

bildlich die Spinne zieht Fäden (sondert sie aus ihren Spinndrüsen ab)

umgangssprachlich etw. zieht Fäden, Blasen etw. ist zähflüssig, bildet Fäden, Blasen

9

etw. zieht sich irgendwohin: etw. erstreckt sich irgendwohin hat

übertragen dieses Motiv zieht sich durch den ganzen Roman (geht)

10

etw. einsaugen, aufnehmen hat

bildlich die Pflanzen ziehen Nahrung aus dem Boden

11

Pflanzen anbauen, Tiere züchten hat

übertragen Ich ziehe ihn mir schon noch (ich werde ihn schon noch nach meinem Willen formen)

12

dient oft zur Umschreibung eines Verbalbegriffs; abgeblaßt hat;

in Verbindung mit Substantiven

Nutzen aus etw. ziehen (etw. für sich nützen)

aus etw. einen Schluss auf etw. ziehen aus etw. auf etw. schließen

etw. in Zweifel ziehen etw. bezweifeln

jmdn. ins Vertrauen ziehen (jmdn. in etw. einweihen)

13

sich auf verschiedenartige Weise irgendwohin begeben, fortbewegen ist

a

heimwärts, in die Fremde ziehen

übertragen mancherlei Gedanken zogen durch seinen Kopf (gingen)

b

umgangssprachlich seinen Wohnsitz ändern, umziehen

14 etw. zieht hat

a

ein Gerät arbeitet, funktioniert

b

etw. lässt die nötige Luft durch, hat Zug

15 hat

der Kaffee, Tee zieht (das Kaffee-, Teewasser nimmt das Aroma auf)

16

umgangssprachlich etw., jmd. zieht etw.: jmd. macht Eindruck, hat Erfolg hat

17

umgangssprachlich es zieht (jmdm.), es schmerzt (jmdn.) hat

18

umgangssprachlich es zieht es entsteht Zugluft hat

Dazu

abziehenanziehenaufziehenauseinanderziehenausziehen, beiziehenblankziehenbreitziehendaherziehendahinziehen, davonziehendurchzieheneinziehenentgegenziehenfestziehen, fortziehenglattziehengleichziehengroßziehenherabziehen, heranziehenheraufziehenherausziehenherbeiziehenhereinziehen, herumziehenherunterziehenhervorziehenherziehen, herüberziehenhinabziehenhinaufziehenhinausziehen, hindurchziehenhineinziehenhinterziehenhinziehenhinzuziehen, hinüberziehenhochziehenlangziehenlosziehenmitziehen, nachziehenniederziehenstraffziehenstrammziehenumherziehen, vollziehenvorbeiziehenvorziehenvorüberziehenwegziehen, zurechtziehenzurückziehenzusammenziehenzuziehenüberziehen

(und mit „ziehen“ metaphorisch:) beziehenentziehenerziehenverziehen,

Dazu Wörter mit „Zieh-„ und „-zieher“(s. im Wörterbuch!)

 

Ferner: „Zug“ und Wörter mit „-zug“ (Abzug, Anzug, Antwortzug, Auszug, Bezug, Eilzug usw., Einzug, Nachzug, Rückzug, Verzug, Vorzug – oft in mehreren Bedeutungen!), ferner: „Beziehung, Bezüge, Erziehung, Zögling“

Ferner Adjektive: abzüglich, anzüglich, bezüglich, rückbezüglich, ungezogen, vorzüglich, zuzüglich

Merkmale und Zweck der erlebten Rede

Zuerst nenne ich drei Links, wo man sich über die erlebte Rede, eine Form des personalen Erzählens, informieren kann:

http://www.li-go.de/prosa/prosa/erlebterede.html (Definition, Beispiele)

http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_epik/strukt/darb/darb_fig_erl_3.htm (Merkmale teilweise falsch!) Gut wird dort dagegen der Zweck der Verwendung erlebter Rede erklärt: Die erlebte Rede eignet sich besonders gut zur Vermittlung subjektiver, flüchtiger, in sich widersprüchlicher, affektiv geprägter Zustände, Phasen und Reflexe der Psyche (vgl. Vogt 1990, S.166-173). Diese „besondere Eignung der erlebten Rede zur Darstellung des Affektischen und Intimen macht ihren psychologischen Tiefgang aus. Sie will das zaghaft Gesprochene, das blitzartig durchs Bewusstsein Zuckende, das nicht zu Ende Gedachte erfassen. Alles scharf Umrissene, logisch Formulierbare, mit Bedacht Gesprochene ist ihr von Natur aus fremd und könnte besser in der Form der direkten oder indirekten Rede ausgedrückt werden. Dem Autor, der die erlebte Rede verwendet, ist es darum zu tun, ein direktes Schlaglicht auf die geistig‑seelische Situation seiner Figur zu werfen.“ (Hoffmeister 1965, S.22)

https://de.wikipedia.org/wiki/Erlebte_Rede (richtige Definition)

http://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/welcome.html?page=/EUROL/termini/9230.htm (allgemein: Erzählverhalten)

Wenn ich recht sehe, ist die erlebte Rede in ein neutrales Erzählverhalten eingebettet (und manchmal nicht exakt abzugrenzen). Das wichtigste Kennzeichen erlebter Rede ist die Modifizierung (d.h. abtönende Veränderung der einfachen Aussage) einer Äußerung. Als Modalwörter fassen wir unflektierte Wörter, mit denen der Sprecher oder Schreiber nicht nur etwas mitteilt, sondern zusätzlich zu einem Sachverhalt selber Stellung nimmt:

1. zum Geltungsgrad einer Aussage:

a) bestätigend, bekräftigend (bestimmt, tatsächlich, wirklich, zweifellos…)

b) einschränkend (allerdings, eigentlich, freilich)

c) vermutend (anscheinend, offenkundig, wahrscheinlich…)

d) zweifelnd (kaum, möglicherweise, vielleicht, scheinbar…)

e) sich distanzierend (angeblich, vorgeblich)

f) verneinend (keinesfalls, keineswegs)

2. gefühlsmäßig Stellung nehmend:

a) positiv (erfreulicherweise, hoffentlich, gottlob…)

b) negativ-bedauernd (bedauerlicherweise, leider…)

* Außer durch Modalwörter können auch Modalverben und die beiden Formen des Konjunktivs Äußerungen modifizieren.

* Fragen entsprechen oft den Modalwörtern des Zweifelns, der Unsicherheit – es sind dann aber keine rhetorischen Fragen!

* Wichtig sind Zeit- und Raumadverbien, die sich auf einen Ich-Standpunkt beziehen („hier – jetzt“) und somit „ich“ implizieren.

* Die Anteilnahme eines Ich zeigen auch emphatische Ausrufe (Interjektionen: „Ach Gott“; „nun“, wenn es nicht Zeitadverb ist) an, vielleicht auch ironische Untertöne – verallgemeinert gesagt: Alle Anzeichen oder Signale der Stellungnahme eines denkenden und erlebenden Ichs im erzählten Text (also von Subjektivität – die passt nicht zu einem neutralen Erzähler!) machen die erlebte Rede aus.

* Falsch ist es, redeeinleitende Verben und explizite Ankündigung von Gedanken als Merkmale erlebter Rede zu betrachten und die eine Unsicherheit bezeugenden Fragen „rhetorische Fragen“ zu nennen.

Sowohl bei Ralf Sudau (Franz Kafka: Kurze Prosa/Erzählungen. 16 Interpretationen, Klett 2007, S. 172 f.) wie bei teachsam finden sich Fehler in der Erklärung der erlebten Rede.

Vgl. auch https://norberto68.wordpress.com/2011/02/13/personales-erzahlen-zu-stanzel/!

Die Wortarten

Die Wortarten – laut Duden: Die Grammatik, 8. Auflage

1. Die flektierbaren Wortarten:

* das Substantiv (der Baum, die Frau, das Auto)

* Artikelwörter und Pronomen

– Personalpronomen (ich, du, ihr, sie…)

– Reflexivpronomen (ich → mich, ihr → euch, er → sich usw.)

– Possessivpronomen (mein, sein, euer…)

– Demonstrativpronomen (das betonte „der“ ohne Substantiv, dieser – jener, derjenige, deselbe)

– der bestimmte Artikel (der, die das)

– Relativpronomen (der, welcher, wer)

– Interrogativpronomen (wer, welcher, was für ein)

– Indefinitpronomen (all, beide, ein bisschen – ein wenig – ein paar, ein – irgendein, einige – etliche, -erlei, etwas, genug – genügend, irgend-, jeder – jedweder – jeglicher – jedermann, jemand – niemand, kein, man, manch, mehrere, meinesgleichen, nichts, sämtlich, solch, unsereiner, viel – wenig, welch, wer – was)

– der unbestimmte Artikel (ein, eine, ein)

* das Adjektiv (gut, rund, grün)

* das Verb (geben, sein, kaufen)

2. Die nicht flektierbaren Wortarten:

* das Adverb (hier, heute, so, folglich… – auch Adjektive können unflektiert als Adverbien gebraucht werden)

* die Partikel (aber, nicht, schon, sogar, bloß, vielleicht, nur, etwa, pfui…)

* die Präposition (in, vor, durch, wegen…)

* die Junktionen

– die Konjunktion (und, wie, sowohl – als auch, weder – noch, oder, doch, wenn auch, denn…)

– die Subjunktion [oft auch „nebenordnende Konjunktion“ genannt] (dass, ob, als, wenn, während, indem, als ob, zumal da…)

Die Lehre von den Wortarten ist nicht unproblematisch; ich habe hier die in der Duden-Grammatik aufgeführten Wortarten aufgezählt, damit Schüler nicht hilflos von „Wörtern wie…“ sprechen müssen, sondern die Wortarten benennen können.

Wer sich intensiver mit den Wortarten befassen will, kann das hier tun:

http://home.edo.tu-dortmund.de/~hoffmann/Wortart.html (schlau)

https://oberprima.com/deutsch/woerter-uberblick-einstieg-deutsche-grammatik/ (einfach)

https://is.muni.cz/el/1421/jaro2011/NJI_1101/Die_Wortarten.doc (schwer – eher für Leute, die es schon i.W. wissen)

http://dietrich-schaeckermann.de/html/Grammatik/wortarten.htm (ausführlich, aber mit der problematischen Kategorie „Zahlwort“ = Numerale)

https://norberto68.wordpress.com/2010/10/08/wortarten-wortklassen/ (alter Aufsatz von mir)

Zum einfachen Trainieren: http://www.palkan.de/d-zuordnung2.htm

Zum intensiven Üben: http://www.deutschunddeutlich.de/index.php?SUBJECT=&actualid=25&which_set=29

http://www.coli.uni-saarland.de/~tania/ws2010/Folien/VL_07.pdf (sehr klarer Einführungskurs)

http://www.germanistik.hhu.de/fileadmin/redaktion/Fakultaeten/Philosophische_Fakultaet/Germanistik/Germanistische_Sprachwissenschaft/Dateien/Busse/Text/Busse-1997-03.pdf (zur Problematik der WA)

http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/sysgram.ansicht?v_typ=d&v_id=244

http://www.germanistik.tu-dortmund.de/~hoffmann/Wortart.html

http://www2.uni-jena.de/philosophie/germsprach/syntax/Dokumente/Vorlesung/Skript/Skript_A.pdf (Gallmann)

http://www.eurac.edu/en/research/autonomies/commul/Documents/MEB/Montessori_Wortartenmaerchen_Pfeifer.pdf (Montessori)

http://www.uni-marburg.de/fb10/klassphil/studium/latein/lat_sprachkurse/pdf_versch/versch/Wortart-Satzteil.pdf (Wortarten und Satzglieder)

Im Wörterbuch canoonet (http://www.canoo.net/) wird zu jedem Wort die Wortart (hinter einem Doppelpunkt) angegeben. Man stellt dabei fest, dass die Liste der Wortarten im Duden: Grammatik mit der im Wörterbuch canoonet nicht übereinstimmt (z.B. bei „pfui“: im Duden eine Partikel, im canoonet Interjektion) – damit muss man leben; es ist eine Tatsache, dass es eine einheitliche und sichere Theorie der Wortarten nicht gibt und nicht geben kann, selbst wenn einzelne Kultusministerien (Bayern) verbindliche Listen von Wortarten vorgeben. Der Schülerduden Grammatik begnügt sich deshalb mit fünf bzw. sechs Wortarten (alle nicht flektierbaren Wörter werden unter „Partikel“ zusammengefasst), wogegen man natürlich auch wieder Einwände vorbringen kann…

Die Lehre von den Wortarten ist deshalb problematisch, weil sich bei der Einteilung verschiedene Kriterien überschneiden. Das sieht man gut im Skript „Grundlagen der deutschen Grammatik für DaF“:

Welche Wortarten gibt es? Wie werden sie unterschieden?

Klassifikationssysteme

inhaltlich: semantisch
Substanz
Eigenschaft
Prozess
Relation
formal: morphologisch
deklinierbar
konjugierbar
unveränderlich
distributionell: syntaktisch
Adjektive / Substantive; Adverbien / Verben
Substantive: + Artikel / Pronomen: – Artikel
Präpositionen: Substantiv / Pronomen

Man kann der Problematik der Wortarten teilweise entgehen, wenn man man bei der Textbeschreibung nicht Wörter, sondern Satzglieder benennt. Vgl. dazu: https://norberto68.wordpress.com/2011/02/14/satzlehre-der-deutsche-satz/

Einen anderen Versuch, Texte oberhalb der Wortebene zu erfassen und Elemente zu benennen, stellt die Theorie der Sprechakte oder des sprachlichen Handelns dar. Diese Theorie, die Bühlers Organon-Modell differenziert, zu kennen ist für jedes Verstehen von Äußerungen und Texten unerlässlich:

https://norberto68.wordpress.com/2011/02/14/sprechakte-sprachliches-handeln/

https://norberto68.wordpress.com/2013/09/10/textfunktionen-und-sprechakte/

https://norberto68.wordpress.com/2011/11/18/sprachliches-handeln/

 

Grundwortschatz – Listen

http://www.gut1.de/grundwortschatz/grundwortschatz_500.html

http://deutschlernen-blog.de/blog/2008/01/10/grundwortschatz-die-500-wichtigsten-woerter/ (mehrere Listen, eine mit engl. Übersetzung)

http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/faecher/sprachen/deutsch/Grundschule/2011_11_25_GWS_1_WEB.pdf (Wörter, mit method. Vorschlägen)

http://www.isb.bayern.de/download/1353/neuerungen-deutschlp-gs-07-01-12.pdf (dito, für Bayern)

http://www.hamburg.de/contentblob/4323100/data/neuer-inhalt.pdf (Basiswortschatz GS Hamburg, auch fürs Schreiben)

http://media.goethe.de/ins/gr/ath/B1_Wortschatz.pdf Wortschatzlisten B1

http://udel.edu/~weiher/Grundwortschatz.html (Grundwortschatz für ZDaF, mit passenden Äußerungen)

http://deutsch-als-fremdsprache-grammatik.de/Wortkarteien/wortkarteien.html (Karteien für 1.-3. Klasse)

https://de.wiktionary.org/wiki/Verzeichnis:Deutsch/Grundwortschatz

http://www.bildwoerterbuch.com/ (Bildwörterbuch, 17 Themen, 6000 Wörter)

http://www.hamsterkiste.de/ (Material Kl. 1-6)

http://wikis.zum.de/daf/Arbeitsbl%C3%A4tter_f%C3%BCr_DaF (Arbeitsblätter DaF)

http://www.languageguide.org/deutsch/vokabeln/ (Grundwortschatz, mit Aussprache)

https://www.goethe.de/de/spr/ueb/vok.html Vokabeltrainer-App des Goethe-Instituts

Zur Problematik solcher Listen: http://www.uni-jena.de/unijenamedia/Downloads/faculties/phil/inst_auslgerm/Mitarbeiter/Funk/GENFWortschatzFeld1.pdf

Siehe auch https://norberto68.wordpress.com/2016/02/14/alphabetisierung/!