Brambach: Känsterle – Aufgaben, Analyse

Überprüfe, was wirklich im Text steht:

  1. Streiche die falschen Sätze mit Bleistift durch;
  2. notiere zu den richtigen Sätzen die passende Textstelle (Zeilenangabe).

 

Sätze:

Das erzählte Geschehen spielt zwei Wochen vor dem Nikolaustag.

Das erzählte Geschehen spielt an einem Abend.

Känsterle zieht sich auf dem Speicher (Dachboden) um.

Familie Weckhammer besitzt ein vollständiges Nikolauskostüm.

Als er gestürzt ist, bleibt Känsterle lange liegen.

Als seine Frau verschiedene Reparaturen vorschlägt, hört Känsterle nicht zu.

Der „Held“ der Erzählung heißt Wallfried.

Frau Känsterle heißt mit Vornamen Elfriede.

Känsterle soll im Frühjahr Fenster anstreichen.

Im Fernsehen wird ein Fußballspiel gezeigt.

Känsterle stolpert als Nikolaus und fällt die Treppe hinunter.

Herr Hansmann wird Känsterle als Vorbild vorgehalten.

Känsterle ist schließlich so wütend, dass er seine Frau schlägt.

Er stopft Prospekte in seine Stiefel.

Seine Frau hat Geschirr gespült.

Sie hat unter anderem Coca-Cola und Äpfel gekauft.

Herr Hansmann hat Verständnis für Känsterles Zorn.

Die Nachbarn hören Lärm und kommen ins Treppenhaus.

Die Kinder freuen sich, dass auch die Eltern einmal Streit haben.

Herr Weckhammer ist kürzlich verstorben.

Känsterle will nicht für die Kinder Nikolaus spielen.

Das Nikolauskostüm ist Känsterle viel zu groß.

Frau Känsterle hat die Nikolausgeschenke eingekauft, ohne ihren Mann zu fragen.

 

Lösung

Richtige Sätze:

Das erzählte Geschehen spielt an einem Abend. (Zeile 1)

Der „Held“ der Erzählung heißt Wallfried. (1)

Känsterles Frau hat Geschirr gespült. (3 f.)

Känsterle soll im Frühjahr Fenster anstreichen. (6 f.)

Herr Hansmann wird Känsterle als Vorbild vorgehalten. (13 f.)

Herr Weckhammer ist kürzlich verstorben. (16 f.)

Familie Weckhammer besitzt ein vollständiges Nikolauskostüm. (20 ff.)

Känsterle will nicht für die Kinder Nikolaus spielen. (25 f.)

Frau Känsterle hat die Nikolausgeschenke eingekauft, ohne ihren Mann zu fragen. (29 f.)

Das Nikolauskostüm ist Känsterle viel zu groß. (33 ff.)

Känsterle zieht sich auf dem Speicher (Dachboden) um. (36 ff.)

Känsterle stolpert als Nikolaus und fällt die Treppe hinunter. (41 ff.)

Känsterle ist schließlich so wütend, dass er seine Frau schlägt. (49)

Die Nachbarn hören Lärm und kommen ins Treppenhaus. (54 ff.)

Herr Hansmann hat Verständnis für Känsterles Zorn. (57 ff.)

 

Falsche Sätze:

Im Fernsehen wird ein Fußballspiel gezeigt.

Als seine Frau verschiedene Reparaturen vorschlägt, hört Känsterle nicht zu. (Dieser Satz könnte wegen Z. 9 auch als richtig gelten.)

Das erzählte Geschehen spielt zwei Wochen vor dem Nikolaustag.

Frau Känsterle heißt mit Vornamen Elfriede.

Sie hat unter anderem Coca-Cola und Äpfel gekauft.

Känsterle stopft Prospekte in seine Stiefel.

Als er gestürzt ist, bleibt Känsterle lange liegen.

Die Kinder freuen sich, dass auch die Eltern einmal Streit haben.


Übung zum Wortschatz (Antonyme) – zu Brambach: Känsterle

Wenn man schreibt und ein Wort wählt, hat man viele andere nicht schreiben wollen. Vor dem Hintergrund des Gegenteils (eines nicht gewählten Gegenwortes, eines Antonyms) wird die Bedeutung eines Wortes erst richtig klar. – Oft gibt es mehrere mögliche Antonyme; oft wird erst im Kontext klar, welches Antonym wirklich passt.

 

Aufgabe: Suche zu aufgelisteten Substantiven der Erzählung Brambachs das im Kontext passende Antonym und schreibe es auf. Beginne mit den Antonymen, bei denen du dir sicher bist, dass sie passen:

der einfache Arbeiter: ______________________

Feierabend   ______________________

Buben   _______________________

Küche   ________________________

Frühjahr   ________________________

Parterre   ________________________

Ferien   ________________________

Schwarz   ________________________

Herzschlag   ________________________

Witwe   _________________________

Nikolauskostüm   __________________________

Redner   __________________________

Kopf   __________________________

Konsum   __________________________

trübes Licht   __________________________

Dachboden   __________________________

Stiefel   __________________________

Sack   __________________________

Backpfeife   __________________________

Scherben   __________________________

Türen   __________________________

 

Liste der möglichen Antonyme:

Weiß, Hintern, Beutel, Anzug, Mädchen, Geschirr, Ehefrau, Fenster, Arbeitszeit, ein geübter Redner, Keller, Wohnzimmer, Feinkostgeschäft, Herbst, Handwerker, Obergeschoss, Handschuhe, Zärtlichkeit, Unfall, strahlende Helle, Wochenende

___________________________________________________________________________________________________

Analyse

Welche Merkmale einer Kurzgeschichte findest du in Brambachs Erzählung „Känsterle“?

Ich finde folgende Merkmale:

  • Die Erzählung besitzt mit 59 Zeilen einen geringen Umfang.
  • Der Einstieg ins Geschehen ist unvermittelt, ein Mann sitzt vor dem Fernseher; nur die Angabe „ein einfacher Schlosser“ (Z. 1) kann als eine Art Einleitung angesehen werden, weil der Mann damit kurz vorgestellt wird.
  • Wir finden einen Zeitsprung (Z. 31). Das Geschehen spielt zunächst an einem Abend, zwei Tage vor dem Nikolausfest (Z. 15): ein Gespräch zwischen den Eheleuten Känsterle. Nicht erzählt wird, wie Känsterle das Kostüm abholt und wie er auf den Dachboden steigt. Dann wird wieder erzählt, wie Känsterle sich dort als Nikolaus ankleidet und handelt (Z. 31 ff.), wahrscheinlich einen Tag später, am Vorabend des Nikolaustages (5. Dezember); es ist nämlich unwahrscheinlich, dass der Nikolaus erst am Abend des 6. Dezember den Kindern etwas bringen soll. Die beiden Ereignisse werden der Reihe nach erzählt.
  • Das Gespräch der Eheleute dauert höchstens 3-5 Minuten; die Nikolausaktion und das Zertrümmern der Einrichtung dauern etwa 15-30 Minuten. Die Dauer des erzählten Geschehens ist also ziemlich kurz.
  • Von den Charakteren ist nur bekannt, dass sie Schlosser und Hausfrau sind; die Frau erweist sich als sehr herrisch gegenüber ihrem Mann; sie gibt ihm dauernd Befehle oder Aufträge (Z. 3; Z. 6 ff.; Z. 11; Herr Hansmann als Vorbild,  Z. 13 f.; sie erteilt ihm den Auftrag, das Kostüm zu holen, ohne ihn zu fragen, Z. 22 f.; sie hat schon entschieden, dass er den Nikolaus spielt, wieder ohne ihn zu fragen, Z. 28 ff.).
  • Schauplatz des Geschehens ist die Wohnung der Eheleute Känsterle (Z. 1 ff.), der Dachboden (Z. 31 ff.), das Treppenhaus und der Flur in einem Mehrfamilienhaus (Z. 54 ff.). Wo das Haus steht, wird nicht gesagt.
  • Thema ist das Verhältnis der Eheleute Känsterle und die Herrschsucht der Frau (s.o. zu „Charaktere“), die ihn zur Verzweiflung treibt.
  • Die Eheleute sind kleine Leute, also ganz normale Personen.
  • Der Schluss ist offen – es wird nicht einmal angedeutet, wie es nach dem Zornesausbruch Känsterles und der Verwüstung der Wohnung weitergeht, ob die beiden sich also versöhnen oder nicht.
  • Der letzte Satz hat vermutlich eine symbolische Bedeutung; der kalte Wind (Z. 59) zeigt nämlich auch an, wie die Stimmung der Personen ist.
  • Gelegentlich werden Känsterles Empfindungen und Gedanken berichtet, da wird also auktorial erzählt (evtl. der Kommentar „Wo denn sonst?“, Z. 2; „hilflos“, Z. 25; sein Gemüt verdüstert sich, Z. 31; evtl. „In Känsterles Ohner trillert’s“,  Z. 44; er fühlt sich elend, Z. 58); insgesamt wird neutral erzählt, also aus der Perspektive eines unbeteiligten Beobachters.
  • Die Bedeutung des Geschehens kann man aus dem Auftreten Rosas (s.o.) und dem Einverständnis Herrn Hansmanns mit Känsterles Wutausbruch (Z. 57 f., vgl. dagegen die Sicht der Frau, Z. 13 f.!) als Frage erschlossen werden: Wie muss man miteinander umgehen, wenn man in Frieden leben will?
  • Der Erzähler bewertet das Geschehen nicht; der Leser ist also völlig frei, ob er den Wutausbruch Känsterles versteht und billigt oder den Mann als unbeherrscht verurteilt.
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