Gender-Sprache

Auf einem Parteitag der Grünen wurde beschlossen:

Die Partei der Grünen achtet hier schon lange auf sprachliche Genauigkeit und verwendete bei Schriftstücken bislang gegenderte Formen wie das Binnen-I (ÄrztInnen) oder beide Formen (Ärztinnen und Ärzte). Auf ihrem Parteitag haben sie nun beschlossen, dass das nicht genug ist. „Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen würden so unsichtbar gemacht und diskrimiert“, heißt es in dem entsprechenden Antrag, dem der Parteitag am Sonntag mit großer Mehrheit zustimmte. Abhilfe soll das Gendersternchen schaffen – und das funktioniert dann so:

Antrag der Grünen zum Gendern in der Sprache

Im Kommentar dazu schreibt Matthias Kohlmeier in der SZ (online 22.11.2015):

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zum Beispiel 2008 nachgewiesen, dass Menschen, wenn sie in einem Satz ein vermeintliches generisches Maskulinum lesen, eher zur Schlussfolgerung neigen, es sei auschließlich von Männern und nicht von Personen beiderlei Geschlechts die Rede (eine detaillierte Analyse der Studie hat der Blogger Anatol Stefanowitsch verfasst). Andere Experimente zeigen, das Texte mit geschlechterneutraler Sprache von Probandinnen und Probanden ebenso gut verstanden und erinnert werden wie Texte im generischen Maskulinum.“

Interessant ist hier der zweite Link, der Beitrag A. Stefanowitschs und die darauf folgende Diskussion. – Von Herrn Neitzke bin ich auf zwei Links hingewiesen worden, wo Stefanowitschs Argumente auseinandergenommen werden:
http://sciencefiles.org/2014/02/04/kann-man-so-dumm-sein-teil-ii-generisches-maskulinum-und-wikipedia/
http://sciencefiles.org/2014/03/29/uber-unsinn-kann-man-nicht-diskutieren/

P.S. Ich nenne noch drei Links, zwei informierende und die klare Stellungnahme einer Frau:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Gap_%28Linguistik%29 (Das Schild „Radfahrer absteigen“ besagt selbstverständlich, dass auch Frauen absteigen müssen – wer das nicht begreift, ist blöde, und wer es nicht begreifen will, einfach verstockt.)

https://de.wikipedia.org/wiki/Feministische_Linguistik

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113305194/Der-Gender-Krampf-verhunzt-die-deutsche-Sprache.html

Und ganz lustig: http://www.sueddeutsche.de/leben/genderismus-in-flensbug-von-computerinnen-und-papierkoerbinnen-1.3179801

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3 thoughts on “Gender-Sprache

  1. Ich bin ja auch kein Freund der meisten Blüten gendergerechter Sprache. Und was ich von Stefanowitsch weiß und gelesen habe, macht ihn mir ziemlich unsympathisch. Aber die beiden verlinkten Beiträge sind unsäglich, strotzend vor Unsinn. Haben Sie die wirklich gelesen? (Das ganze Blog ist nicht besonders.) Gleich am Anfang wird da behauptet, „dass alle Kollektivbegriffe im Deutschen weiblichen grammatikalischen Geschlechts sind“, weil der Artikel (im, nicht erwähnt, Nominativ Plural) „die“ lautet. Das ist Quatsch, und nichts deutet darauf hin, dass das lustig gedacht sein soll.

    Außerdem funktionieren die Links nicht, sie sind aus einer Mail von web.de herauskopiert und enthalten keinen direkten Link, sondern einen über die Seite von web.de, damit die mitzählen können, wer den Link anklickt.

  2. Herr Rau,
    danke für den Hinweis. Hier der korrekte HTML-Code als Kopiervorlage:

    <a href="http://sciencefiles.org/2014/02/04/kann-man-so-dumm-sein-teil-ii-generisches-maskulinum-und-wikipedia/">Link 1</a>
    
    
    <a href="http://sciencefiles.org/2014/03/29/uber-unsinn-kann-man-nicht-diskutieren/">Link 2</a>
    
    

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