Namen der Wochentage

Erklärung nach Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Aufl. 2002:

Die Wochentage wurden in der Antike mit den Namen der Planeten benannt, die mit denen der zugeordneten Götter übereinstimmten. Von den Germanen wurde diese Namengebung übernommen, wobei aber entsprechende einheimische Götter eingesetzt wurden.

Sonntag, mittelhochdeutsch sunne(n)tac, suntac, althochdeutsch sunnuntag – übersetzt aus lat. dies solis, dieses wiederum aus griech. heméra helíou. Die Lehnübersetzung ist alt (vor dem 4. Jh.), weil im 4.Jh. der christliche Name dominicus dies (Tag des Herrn, wird zu franz. dimanche) eingeführt wurde. [Sonntag war in Rom der erste Wochentag! Bei uns ist seit dem 1. Januar 1976 der Montag als erster Wochentag amtlich festgelegt.]

Montag, mhd. mantac, eine Lehnübersetzung aus lat. dies lunae (Tag des Mondes bzw. der Luna), das seinerseits aus griech. hemera selenes übersetzt ist.

Dienstag, lat. dies martis; mit dem römischen Gott Mars wurde der german. Gott *Teiwa gleichgesetzt. Dazu gehört altnord. tysdagr, ahd. ziestag. Stattdessen wurde am Niederrhein mittelniederdt. dingesdach, dinsedach gebraucht, nach einem germanischen Gott Mars Thingsus, von dem aber sonst nichts bekannt ist.

Mittwoch, ahd. mittitag, mhd. mitt(en)tac, mittertag; wenn man mit dem Sonntag zu zählen beginnt, ist der Mittwoch der vierte (mittlere) Tag.

Donnerstag, im Lat. dem Jupiter geweiht (Iovis dies), der durch den Donner- und Wettergott Donar ersetzt wurde; ahd. donarestag, mhd. donerstac, dunrestac.

Freitag, mhd. vritac, ahd. fri(j)atag; eine Nachbildung des lateinischen Veneris dies, wobei Venus der germanischen Freia gleichgesetzt wurde.

Samstag, mhd. sam(e)ztac, ahd. sambaztag,samiztag. Entlehnt aus dem lat. sabbatum, das auf dem hebr. schabbat beruht. Der Samstag ist der einzige Tag, in dessen Name kein germanischer Gott auftaucht. Vielmehr ist mit Saterdag das lat. Saturni dies entlehnt; außerdem ist mit Sonnabend eine germanische Bezeichnung eingeführt.

Sonnabend, mhd. sun(nen)abent, ahd. sunnunaband, sunnunabund; eigentlich „Vorabend des Sonntags“, so im östlichen Mittel- und in Norddeutschland.

Das Pfeifer’sche Wörterbuch („Etymologisches Wörterbuch des Deutschen“) können Sie mit seinen Erklärungen im DWDS finden.

http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/useelbach/STUD/wochentage.pdf Namen der Wochentage und Monate (u.a.)

http://www.wissen-info.de/kalender/wochentage.php Wochentage

http://www.ura-linda.de/buecher/wochentag2.pdf Wochentagsnamen im germanischen Vergleich (Vorlesung 2002, solide)

http://www.nornirsaett.de/gottliche-wochentage/ „Göttliche Wochtentage“ – sehr ausführlich!

http://www.kms16.at/html/wochentage.htm (mit Ausflug in andere Sprachen)

http://www.heinrich-tischner.de/22-sp/7sprv/woche.htm (dito, sehr ausführlich)

http://www.zeno.org/Goetzinger-1885/A/Wochentage Reallexicon der Dt. Altertümer, 1885

http://www.stupidedia.org/stupi/Wochentag mehr oder weniger witzige Pseudoerklärung

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