Cruscantismus – Neologismus des 19. Jh.?

Cruscantismus: Vielleicht von Levin Schücking (als Übersetzer der „Bekenntnisse“ Rousseaus) erfundenes Wort, was andere Übersetzer ohne Erklärung übernommen haben und wofür man heute im Internet keine Erklärung (und keine Belegstellen außerhalb der „Bekenntnisse“) findet. Schücking hat dem Text eine Anmerkung des Übersetzers hinzugefügt: C. = „Eifer für die Tendenzen der Academia della Crusca. Der Abbé Dangeau war Mitglied der französischen Akademie in der Mitte des vorigen [d.h. des 18., N.T.] Jahrhunderts und Verfasser grammatikalischer Arbeiten über die französische Sprache“. – Da Schückings Übersetzung in Fraktur gedruckt ist, findet man die Anmerkung nur, wenn man im Buch selber nachschaut.

Zu Academia della Crusca siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Accademia_della_Crusca.

P.S. „Cruscantismus“ ist eine schlichte Übernahme des Rousseauismus „cruscantisme“ ins Deutsche, vgl. http://fr.wiktionary.org/wiki/cruscantisme; die Anmerkung des Übersetzers entlastet Schücking allerdings – und wie sollte man es auch übersetzen?

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