Arbeitszeugnis: die Sprache des Bewertens

Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts hat wieder die Bedeutung der Formulierungen in Arbeitszeugnissen ins Bewusstsein gerufen: Eine Angestellte war mit ihrer Beurteilung durch den bisherigen Arbeitgeber nicht zufrieden; sie ist mit ihrer Klage in letzter Instanz gescheitert.

Beurteilungen (Bewertungen) in Arbeitszeugnissen sollen sowohl wohlwollend formuliert wie wahr sein – das ist eine letztlich unlösbare Aufgabe; weil die Aufgabe nicht lösbar ist, nehmen die Arbeitgeber zu Formulierungen Zuflucht, die schön („wohlwollend“) klingen, aber etwas anderes besagen. Wie das gemacht wird, kann man an folgenden Beispielen studieren:

http://arbeits-abc.de/formulierungen-im-arbeitszeugnis-und-ihre-bedeutung/ (Formulierungen zu den einzelnen Notenstufen)

https://www.mediaintown.de/fileadmin/user_upload/pdf_dokumente/MUSTER_Denkvermoegen_Urteilsvermoegen.pdf (schönes Beispiel für differenzierte sprachliche Bewertungen im Arbeitszeugnis)

http://www.arbeitszeugnisgenerator.de/ (Generator für Formulierungen zu einzelnen Notenstufen)

http://www.arbeitszeugnisse.de/arbeitszeugnis-formulierungen/geheimcode/beispiele-fuer-formulierungen/ (40 Formulierungen entschlüsselt)

http://www.stern.de/wirtschaft/job/arbeitszeugnis-was-hinter-den-formulierungen-wirklich-steckt-1656703.html (ab S. 2: Beispiele und Erläuterungen)

http://www.arbeitszeugnisse.de/arbeitszeugnis-formulierungen/geheimcode/formulierungen/ (die Verschlüsselungstechniken)

 

Solche Feinheiten der Bewertung sollten auch Schüler kennen; das Arbeitszeugnis ist etwas, das später für sie wichtig sein wird – wichtiger vermutlich als die politischen Reden, an denen man sonst eventuell die Sprache des Bewertens untersucht; wichtiger auch als die Sprache der Werbung, die nur Positives kennt und die man ohnehin leichter durchschaut.

Eine schöne produktive Übung: Positive Selbstdarstellung (etwa in Heiratsanzeigen) in ihrer negativen Wahrheit ausdrücken (umformulieren).

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