Pädagogische Arroganz: moderne Sexualpädagogik

Im Feuilleton der SZ steht heute (24.04.14) ein großer Aufsatz Christian Webers über das, was moderne Sexualpädagogik den Kindern anderer Leute zumutet („Was Sie noch nie über Sex wissen wollten“). Die Beispiele stammen weitgehend aus dem Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ von Elisabeth Tuider u.a. (Beltz/Juventa 2012). Da sollen 15-jährige Schüler einen Puff für alle konzipieren und Siebtklässler sollen diskutieren, ob Sadomasochismus und Fetischismus eigentlich nur sexuelle Vorlieben oder auch Identitätsbausteine sind. 13-jährige sollen öffentlich vor dem Plenum ihr „erstes Mal“ in einer frei gewählten künstlerischen Form vortragen; dazu sollen sie Kärtchen ziehen: „Das erste Mal ein Kondom überziehen, das erste Mal ein Tampon einführen, das erste Mal Analverkehr.“ Und der Sexualpädagoge Uwe Sielert hat bereits 2002 öffentlich (Informationsdienst der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) erklärt, Ziel dekonstruktiver Sexualpädagogik sei es, „Heterosexualität, Generativität und Kernfamilie zu ‚entnaturalisieren’“ und die Jugendlichen in ihrer Geschlechtsidentität zu verunsichern, zu verwirren.

Es ist erschreckend und unverschämt, wie diese Apostel der sexuellen Vielfalt ihre privaten Wertungen den Kindern anderer Leute als verbindlichen Lernstoff vorsetzen. Zweifellos handelt es sich hier um normative Fragen; richtig ist es, gegenüber Menschen anderer Einstellung tolerant zu sein; falsch ist, die eigenen Normen fremden Kindern im Unterricht als die einzig richtigen zu vermitteln. Was Sielert, Tuider und ihre Gesinnungsgenossen anrichten, ist an Arroganz nicht zu überbieten und hat nichts mit der Toleranz zu tun, zu der Schule erziehen soll.

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