Abschied von der 6a im Sommer 2007

Im Sommer 2007 habe ich schweren Herzens von der 6a Abschied genommen, weil ich pensioniert wurde. Da studioD bei http://www.bloghof.net, wo ich den Kontakt mit den Schülern zu pflegen versucht habe, anscheinend in den letzten Zügen liegt, möchte ich meinen beiden Abschieds-Posts hier aufbewahren:

Montag, 18. Juni 2007

Abschied

Meine Lieben, der Abschied von euch fällt mir schwer, weil wir uns gemocht haben; das ist nicht selbstverständlich, weil ich als Lehrer ja auch (oft strenge) Noten erteilen musste bzw. erteilt habe. Was mir an euch gefallen hat, war unter anderem die Offenheit, mit der ihr eure Lösungen, Fragen und Einwände vorgebracht habt; dafür, aber auch für eure Liebenswürdigkeit und euren Charme möchte ich mich bei euch bedanken. Meine guten Wünsche für eure weitere Schullaufbahn und für die Schritte zum Erwachsenwerden begleiten euch! Auch wenn ihr euch natürlich in den nächsten Monaten und Jahren verändert, bleibt ihr in meiner Erinnerung die nicht nur vergangene, sondern vollendete 6a: Ihr seid die 6a gewesen (Perfekt – was hieß das noch?).

Was auch immer ihr von meinem Nachfolger erwarten könnt, er ist sicher anders als ich, und das ist sein gutes Recht. Gebt ihm die Chance, euer Lehrer zu werden bzw. zu sein! In der Schule stehen wir ja in einem Arbeitsverhältnis auf Zeit – wenn man Glück hat, wird daraus mehr als ein Arbeitsverhältnis, auch wenn es immer ein solches bleiben muss; das heißt, eigentlich sollte es von Seiten des Lehrers auch von Wohlwollen und Sorge um den einzelnen bestimmt sein… Aber lassen wir die pädagogische Theorie auf Seite: Seid einfach fair zu meinem Nachfolger!

Mittwoch, 20. Juni 2007

Immer, wenn’s am schönsten ist,

muss man Abschied nehmen…

und manchmal zeigt sich das Schönste erst dadurch ganz, dass man Abschied nimmt; ich habe das Buch, das ihr mir gemacht habt, gestern Abend in Ruhe gelesen – sehr viel Persönliches habe ich darin gefunden, vieles, das mich berührt, viele gute Beobachtungen von euch. Katharina und Christian haben einen meiner Sprüche zitiert: „Ich kann es nicht ändern.“ Daran merke ich, dass ich älter geworden bin; vor 30 Jahren hat dieser Spruch noch nicht zu meinem Repertoire gehört – damals hieß es vor allem: „Präziser, bitte!“

Auch ich muss fair gegenüber meiner Nachfolgerin sein, das heißt, ich muss mich aus eurem Deutschunterricht raushalten; es heißt aber nicht, dass ihr nicht im kulando-blog nachschauen dürftet, was master Tholen zu einer Frage zu sagen wusste. Ihr wisst, dass das Internet viele Möglichkeiten bietet, Fragen zu beantworten, wenn man sie richtig stellt; in dem Sinn solltet ihr im kulando-blog in der Kategorie „Methodisches“ gelegentlich den Artikel „Im Internet suchen“ durcharbeiten, dort könnt ihr eine Menge lernen. In der Kategorie „Methodisches“ könnt ihr, wenn ihr (schulisch) älter werdet, ohnehin viele Anregungen finden; doch auch hier gilt, dass eine gute Schule sich dadurch auszeichnet, dass sie die Schüler letztlich vom Lehrer unabhängig macht.

Vielen Dank also für das liebe Buch und alles Gute für euch auf dem Weg, der durchs FMG hindurch in die weite Welt führt!

Euer master Tholen

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