Gottfried Keller über Erziehung

Reflexion des grünen Heinrich:

„Diese beiden Vermögen bilden ja das Geheimniß aller Erziehung: unverwischte lebendige Jugendlichkeit und Kindlichkeit, welche allein die Jugend kennt und durchdringt, und die sichere Ueberlegenheit der Person in allen Fällen. Eines kann oft das Andere zur Nothdurft ersetzen, wo aber beide fehlen, da ist die Jugend eine verschlossene Muschel in der Hand des Lehrers, die er nur durch Zertrümmerung öffnen kann. Beide Eigenschaften gehen aber nur aus Einem und demselben letzten Grunde hervor: aus unbedingter Ehrlichkeit, Reinheit und Unbefangenheit des Bewußtseins.“ (Keller: Der grüne Heinrich, 1. Fassung, Kap. 2.05)

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