Stern – Neubauer: Intelligenz – statt einer Besprechung

Elsbeth Stern – Aljoscha Neubauer: Intelligenz. Große Unterschiede und ihre Folgen, 2013

Heute stand in der SZ eine große Besprechung des neuen Buches von Elsbeth Stern und Aljoscha Neubauer, die aber leider online nicht greifbar ist. Ich halte das Buch für bemerkenswert und habe deshalb gesucht, was man dazu finden kann:

Die Autoren haben den Ertrag ihres Buches in zehn Thesen zusammengefasst und diese erläutert (http://www.zeit.de/2013/13/Elsbeth-Stern-Aljoscha-Neubauer-Intelligenz). Ich präsentiere hier die Thesen und bitte, die Erläuterungen selbst nachzulesen: Ein Klick genügt.

Erstens: Wir müssen den besonders intelligenten Nachwuchs fördern, denn wir brauchen ihn.

Zweitens: Intelligenz ist messbar.

Drittens: Intelligenz ist wichtig, andere Fähigkeiten werden überschätzt.

Viertens: Das Zusammenwirken von Genen und Umwelt macht den Unterschied.

Fünftens: Die Bedeutung der Frühförderung wird gleichzeitig überschätzt und unterschätzt.

Sechstens: Die Schule macht den Unterschied.

Siebtens: Die Unterrichtsqualität entscheidet, nicht die schulischen Rahmenbedingungen.

Achtens: Schlaue Kinder brauchen gute Lehrer.

Neuntens: Die Universität braucht die Intelligentesten.

Zehntens: Wir brauchen mehr Intelligenztests.

http://www.rezensions-seite.de/rezensionen/kulturwissenschaft/elsbeth-stern-aljoscha-neubauer-intelligenz/ (kurze Besprechung)

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/2127747/ (Vorstellung in dradio, kritisch)

http://www.educ.ethz.ch/pro/litll/psychologie_heute_2013 (Rezension)

http://www.der-zauberberg.eu/sachbuch/223-intelligenz.html (kritische Rezension)

http://cdvolko.blogspot.de/2013/03/kommentar-zu-wir-brauchen-die-schlauen.html (Kritik der zehn Thesen)

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/elsbeth-stern-nur-ein-fuenftel-der-schueler-soll-aufs-gymnasium-a-898282.html (Interview mit Elsbeth Stern)

http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/wellness/sn/artikel/mehr-als-die-halbe-intelligenz-ist-vererbt-58504/ (Gespräch mit E. Stern, 2013)

http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-forum/elsbeth-stern-sendung100.html (Gespräch mit E. Stern, 2011  – sehr ausführlich!)

http://www.psychologiederschule.de/Episode-32-Intelligenz-Unterschiede-in-der-Hardware_Gene_Gehirn_Schulerfolg.php (Film zum Thema)

http://www.educ.ethz.ch/pro/litll (Literatur zum Thema: Links)

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4 thoughts on “Stern – Neubauer: Intelligenz – statt einer Besprechung

  1. Frau Stern sagt: „Der Glaube, dass Kinder je nach Intelligenz in eine Schublade, also in einen bestimmten Schultyp, passen, führt in die Irre. Das mehrgliedrige Schulsystem schafft nur künstliche Grenzen und wird den bestehenden Unterschieden nicht wirklich gerecht. Länder wie Japan oder Finnland machen uns vor, dass Kinder bis zum Alter von 15 Jahren durchaus gemeinsam eine Schule besuchen können. Danach wird es schwierig, dann kommen Inhalte wie Differential- und Integralrechnung, die nicht für jedes Intelligenzniveau geeignet sind. Aber bis dahin brauchen wir keine institutionelle Aufteilung.“

  2. Es gibt ja viele Ursachen für mangelnde sogen. temporäre Intelligenz.
    Pubertät zählt dazu oder auch ein Phänomen, bekannt unter der Bezeichnung Idi_jod_en.

    Deutschland droht wieder Jodmangelgebiet zu werden: Auf Dauer leidet sogar die Intelligenz.
    ….
    Nach 28 Wochen hatten sich die Blutwerte in der Jodgruppe deutlich verbessert, in der Placebo-Fraktion waren sie gleich geblieben. Bemerkenswert war: Die zusätzlich mit Jod versorgten Kinder lieferten in verschiedenen Intelligenztests bessere Ergebnisse. Die Wissenschaftler schließen daraus: „Ein Jodmangel könnte Kinder davon abhalten, ihr volles intellektuelles Potential zu erreichen.“
    (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/jodmangel-kinder-unterversorgt-in-deutschland-a-893546.html)

    Und doch, man muss Frau Stern sogar im politischen Tageskrampf heranziehen, denn sonst wird sie v.a. im bayerischen Kollegium als Legitimation der flächendeckenden Selektion missbraucht. (Leider sind viele Gymnasiallehrer nicht nur nicht geeignet, nein, sie sind sogar ziemlich schädlich für begabte Schüler!)

    • Lieber Tobias,

      leider hast du recht, viele Gymnasiallehrer schaden begabten Schülern.
      Das Schlimme ist: Auch viele Lehrer an Gesamtschulen (vermutlich auch an den Grundschulen!) schaden begabten Schülern (und fördern die schwachen nicht) – ich kenne beide Systeme sehr gut.
      Und damit hat Frau Stern gegen jeden politischen Tageskampf recht: Wir brauchen nicht mehr Gesamtschulen (und auch nicht mehr Gymnasien), sondern vor allem bessere Lehrer. Das „linke“ schulpolitische Gerede lenkt von den Problemen der Lehrerauswahl und -ausbildung ab (ich könnte dazu für NRW einiges sagen), inklusive Arbeitsbedingungen, Aufstiegschancen und Besoldung.

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