Zentralabitur Deutsch NRW 2012 – 2. Thema Gk

2. Thema (Koeppen)

Aufgabenstellung:

1. Analysieren Sie … unter besonderer Berücksichtigung der Lebenssituation und der Wünsche der beiden dargestellten Figuren. Gehen Sie dabei auch auf die Erzähltechnik und sprachliche Gestaltungsmittel ein.

2. Stellen Sie den zeitgeschichtlichen Hintergrund … in seinen wesentlichen Zügen dar. Erläutern Sie, welche Auswirkungen dieser historische Kontext auf die Beziehung zwischen dem Fräulein und dem GI hat und wie er in weiteren Paarbeziehungen des Romans reflektiert wird.

Kommentar:

1. Das ist zunächst pure inhaltliche Darstellung von 40 Zeilen Text, also simpel; das gilt auch für die Lebenssituation und die Wünsche der beiden Figuren.

Zur erzähltechnischen Gestaltung: „Sie war nicht krank. Sie war auch kein Straßenmädchen. Richard hatte Glück gehabt.“ Das ist m.E. ganz klar ein Erzählerkommentar. Die Wendung „die völkischen Ressentiments, das nationale Unbehagen, das moralische Mißvergnügen“ kann nicht unter „reduzierte und karge Sprache“ fallen, passt übrigens als Gedanke auch nicht zu dem einfachen Mädchen „Fräulein“ – eine Schwäche des Autors. Dass Wörter in variierender Bedeutung gebraucht werden, sehe ich nicht.

2. Der zeitgeschichtliche Hintergrund sollte aus dem Unterricht bekannt sein: reine Reproduktion; die Attraktivität des GI für das Mädchen lässt sich aus dem zeitgeschichtlichen Hintergrund erklären, aber was in der Lösungserwartung zur Vorbelastung der Beziehungen steht, lässt sich im gewählten Textauszug kaum oder nicht finden. Im Übrigen ist diese Teilaufgabe i.W. eine Wiederholung des in der 1. Teilaufgabe zum Inhalt Gesagten.

Was zu weiteren Paarbeziehungen zu sagen ist, müsste aus dem Unterricht resp. der eigenen Lektüre bekannt sein: Reorganisation des gelesenen Textes.

Fazit: Das 2. Thema des Gk ist eher anspruchslos.

Für Schüler: Die beiden Teilaufgaben erfordern jeweils eine kleine Einleitung und einen Schluss, der dann „reflektierte Schlussfolgerung“ heißt, ohne dass er seinen Charakter als der übliche Schluss eines Aufsatzes verlöre. Die Einleitung der 2. Teilaufgabe muss von der 1. zur 2. Teilaufgabe überleiten. Wie im vergangenen Jahr wird die Quelle Koeppen wieder nach einer Ausgabe von 1980 zitiert; der Roman ist aber 1951 erschienen – sollte man wissen.

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