Zentralabitur Deutsch NRW 2012 – 1. Thema Gk

Aufgabenstellung:

1. Analysieren Sie den Artikel … im Hinblick auf die Position des Verfassers. Stellen Sie dabei die zentralen Aussagen dar und untersuchen Sie, mit welchen rhetorischen und sprachlichen Mitteln der Verfasser seine Absicht realisiert.

2. „Darf eine Sprache keine fremden Wörter übernehmen?“ – Erläutern Sie verschiedene Standpunkte in der Debatte zum Thema Sprachwandel und prüfen Sie, wie Gawlittas Position in diese Diskussion einzuordnen ist. Nehmen Sie abschließend Stellung zu Gawlittas Sicht auf den Sprachwandel.

Kommentar:

Laut Lösungserwartung ist es eine selbständige Teilaufgabe, neben der Analyse noch die Position des Verfassers darzustellen. „Stellen Sie dabei die zentralen Aussagen dar …“ ist eine weitere Aufgabe.

Zu untersuchen sind dann die rhetorischen und sprachlichen Mittel des Verfassers; dabei fällt auf, dass „rhetorisch“ in einem weiten Sinn verstanden wird und auch „Art und Weise/Besonderheiten der Argumentation“ umfasst, was ich normalerweise nicht zu den rhetorischen Mitteln zähle.

Die 1. Teilaufgabe ist insgesamt nicht besonders anspruchsvoll, kann angesichts des zugrundeliegenden Textes auch nicht anspruchsvoller sein; immerhin verbirgt sich unter dem Stichwort der rhetorischen Mittel die Aufgabe, die Eigenart des Argumentierens zu untersuchen.

Bei der 2. Teilaufgabe wird auf niedrigerem Niveau weitergearbeitet: Die verschiedenen Standpunkte in der Debatte zum Thema Sprachwandel reduzieren sich wie immer auf die drei Positionen pro / contra / teils-teils, die man in Grundzügen aus dem Unterricht kennen muss (Reproduktion). Eine fundierte Erklärung oder gar mehrere Theorien zur Erklärung des Sprachwandels zu kennen wird nicht eingefordert; es bleibt beim „Diskutieren“ (Schwafeln).

Gawlittas Position in diese Debatte einzuordnen ist nicht schwer; ihn als gemäßigten Sprachpfleger zu betrachten halte ich für sehr gewagt.

„Nehmen Sie abschließend Stellung …“ – da kann man sich für die Position entscheiden, von der man die besten Argumente referiert hat (s.o.); die abschließende Aufgabe wiederholt also i.W. die Teilaufgabe „Erläutern Sie verschiedene Standpunkte …“, nur dass man gelegentlich „Ich denke“ oder „Ich finde“ nebst kausalen Konjunktionen oder Phrasen einflicht.

In der Lösungserwartung zu den zentralen Aussagen fehlt die These, der Ausbau des Wortschatzes müsse als öffentliche Dienstleistung betrachtet werden, also sozusagen von Amts wegen betrieben werden. Deutschtümelnde Formulierungen kann ich in Gawlittas Text nicht erkennen.

Für Schüler: Alle Teilaufgaben erfordern jeweils eine kleine Einleitung und einen Schluss, der dann „reflektierte Schlussfolgerung“ heißt, ohne dass er seinen Charakter als der übliche Schluss eines Aufsatzes verlöre. Die Einleitung zur 2. Teilaufgabe muss von der 1. zur 2. Teilaufgabe überleiten.

Sprachwandel:

(Von den ersten 10 Nennungen bei google sind brauchbar:)

http://wiki.zum.de/Aspekte_des_Sprachwandels_in_der_Gegenwart#Aspekte_des_Sprachwandels_in_der_Gegenwart

http://coral.lili.uni-bielefeld.de/Classes/Summer98/Grundkurs98/Vorlesung/grundkursvorlesung/node4.html (Uni Bielefeld: sehr allgemein, für Schüler nicht brauchbar)

http://www.christianlehmann.eu/ling/ling_theo/index.html?http://www.christianlehmann.eu/ling/ling_theo/sprachwandel.php (linguistische Theorie, für Schüler zu anspruchsvoll)

http://www.fb10.uni-bremen.de/homepages/wildgen/pdf/sprachevolution_und_sprachwandel.pdf (Theorie: Wildgen, für Schüler zu anspruchsvoll)

http://bildungsserver.hamburg.de/sprachwandel/ [umfangreiche Linksammlung zu verschiedenen Aspekten des Sprachwandels, u.a. mit http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/uploads/media/Sprachwandel.pdf (Keller: Sprachwandel)]

Andere Suchwörter: „Sprachwandel pro contra“, „Sprachwandel Sprachverfall“, „Sprachwandel der deutschen Sprache“ u.ä., dort z.T. brauchbar:

http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/gjaeger/lehre/ws0708/grundkurs/sprachwandel.html

[Wenn man aber „Kurt Gawlitta“ in der Suchmaschine eingibt, bekommt man viele Texte zum Thema Sprachwandel angeboten, wo er sich (neben anderen) geäußert hat.]

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