Brainstorming – Methode und Mode

Ein Artikel Sebastian Herrmanns in der SZ vom 8. März 2012 zur Frage, warum Brainstorming nicht funktioniert: http://www.sueddeutsche.de/wissen/warum-brainstorming-nicht-funktioniert-windstille-im-kopf-1.1303668-3 – Schluss des Artikels: „Irgendwie ist das eine komische Sache mit diesem Brainstorming: Die Technik funktioniert nicht besonders gut, trotzdem lieben die Menschen sie. Und vor dem, was tatsächlich wirken würde – individuelle Arbeit sowie Kritik – scheuen sie zurück.“ Dieser Artikel hat mich veranlasst, mich im Internet umzuschauen, ob da etwas von der Kritik am viel verteidigten und gepriesenen Brainstorming zu finden ist. Ergebnis der Suche: Man muss intensiv suchen, um Kritik am Brainstorming zu finden; einige Autoren greifen Kritik auf, um sie im Sinn der Methode zu entkräften.

Kurzdarstellungen des Brainstorming:

http://www.zmija.de/brainstorming.htm

http://widawiki.wiso.uni-dortmund.de/index.php/Brainstorming

http://www.teachsam.de/arb/krea/krea_brainst_0.htm

http://www.artm-friends.at/am/km/WM-Methoden/WM-Methoden-278.htm

http://www.sowi-online.de/methoden/dokumente/weberho.htm (im Kontext anderer Methoden)

Große Verteidigung des Brainstorming:

http://methodenpool.uni-koeln.de/download/brainstorming.pdf

Kritik an der Methode:

https://tricider.com/de/Brainstorming-Critics/ (referiert und behoben)

http://www.grauezelle.de/gz_brain.html (nur immanente Kritik)

http://www.die-erfinder.com/kreativitat/bloss-nicht-zu-viele-ideen-kreativitatsmethode-auf-abwegen (immanente Kritik)

https://www.xing.com/net/innovationsmanagement/ideen-kreativitat-226430/anleitung-zum-unkreativsein-38012360/ (beinahe fundamental: >Paradoxien lassen sich gezielt zum Unkreativsein einsetzen, nämlich sogenannte „Sei spontan“-Paradoxien. Eine „Sei spontan“-Paradoxie geht zurück auf den österreichischen Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick, der sie in seinem Buch „Menschliche Kommunikation“ als eine „Aufforderung zu bestimmtem Verhalten, das seiner Natur nach nur spontan sein kann“ definiert. „Diese Art von Aufforderung versetzt den Empfänger in eine unhaltbare Situation, da er, um ihr nachzukommen, spontan in einem Kontext von Gehorsam, von Befolgung, also von Nichtspontaneität sein müsste.“ In unserem Fall ist die Aufforderung denkbar einfach. Sagen Sie zu Ihren Mitarbeitern lediglich: Nun seien Sie doch mal kreativ. Sie werden sehen, wie der Schuss nach hinten losgeht und alle plötzlich in dem verkrampften Bemühen, kreativ zu sein, absolut unkreativ werden.<, danach jedoch wieder etwas milder)

http://www.creativeexplosion.de/brainstorming-in-der-kritik-ii/ (immun gegen Kritik, obwohl sie bekannt ist!)

http://www.stangl.eu/paedagogik/artikel/brainstorming.shtml (echte Kritik)

http://www.business-wissen.de/artikel/ideenfindung-warum-sie-mit-brainstorming-ihre-zeit-verschwenden/ (fundamentale Kritik)

Eine schöne Abrechnung mit viel modischem Schnickschnack durch Prof. Reinhard Franzke: http://www.didaktikreport.de/Methodengruppen.pdf

Fazit: Was einmal als Methode Mode und modern geworden ist, hält jeder Kritik Stand – für mich ist das Propagieren und Festhalten am Brainstorming ein Paradigma für die Unbelehrbarkeit echter Didaktiker und Überzeugungstäter!

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