Gerhard Roth: Bildung braucht Persönlichkeit. Wie Lernen gelingt (2011) – Besprechung

Dieses Buch des Neurobiologen G. Roth hat Tanjev Schultz in der SZ vom 10. Juni 2011 unter der Überschrift „Hirnforscher lehrt: Gute Lehrer brauchen keine Hirnforschung“ sehr positiv besprochen. Ich referiere kurz dessen Besprechung:

Bemerkenswert ist die Einsicht, dass der Längsschnitt eines Gehirns noch nicht viel über die an ihm angeblich demonstrierte pädagogische These besagt. Hauptthese Roths sei es, dass es beim Lernen und Lehren auf die Persönlichkeit ankomme, also auf die individuelle Art des Denkens, Fühlens und Wollens wie auf die Bindungs- und Kommunikationsfähigkeit (des Schülers und auch des Lehrers). Das ergibt die fruchtbare oder auch schwierige Konstellation: die Beziehung des Lehrers zu den Kindern. Roth fordert, dass Schüler ihre Lehrer jeden Tag persönlich unter vier Augen sprechen können müssten [eine Utopie – N.T.]. Neben den Inhalten seien drei Faktoren ausschlaggebend: Intelligenz, Motivation und Fleiß [der Schüler, nehme ich an, aber ich würde das auch für die Lehrer sagen, N.T.].

Insgesamt: ein vernünftiges Buch, wo man auch etwas über das Gehirn erfährt, wo aber solide pädagogische Einsichten nicht neurobiologisch begründet werden. Zugleich ein Appell an die Lehrer, stärker zusammenzuarbeiten und von den Vorgängern und Kollegen das zu lernen, was sich bei denen bewährt hat, statt alle Jahre das Rad neu erfinden zu wollen. – Das Buch ist bei Klett-Cotta erschienen und kostet 19,95.

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