Wortfeld sprechen, sagen, reden

1. Aus der Umgangssprache sollten jedem Schüler des Gymnasiums bekannt sein:
antworten, befehlen, begründen, begrüßen (2), behaupten, belehren, beschreiben, sich beschweren, besprechen (2), bestellen (2), bitten, brüllen, danken (?), diktieren (2), drohen, erklären, erlauben, erläutern, erzählen, flüstern, fordern, fragen, genehmigen, grüßen, heißen, loben, lügen, meckern, nennen, reden, rufen, sagen, schimpfen, schreien, schwätzen, sprechen, tadeln, telefonieren, trösten, unterbrechen, sich unterhalten, unterrichten (2), verbieten, vermuten (?), versprechen, (sich) verteidigen, verurteilen, vorlesen, vorsagen, vorschlagen, vorwerfen, warnen, widersprechen, wiederholen.
[Erläuterung: Eine Klammer mit Fragezeichen hinter einem Verb besagt, dass ich mir nicht sicher bin, ob das Verb wirklich zum Wortfeld des Sprechens gehört. Eine (2) an gleicher Stelle besagt, dass ich zwei Bedeutungen des Verbs kenne.]

Zum Aufbau dieses Wortfeldes – ein Vorschlag von September 2004:

  1. sagen (vor dass-Satz, vor wörtlicher oder indirekter Rede);

– auch im Kontrast zu „nicht sagen“: etwas sagen;

– sprechen (vs. schweigen);

  1. reden (vs. handeln);
  2. Bezeichnung dessen, wie jemand spricht:
  • nach der Lautstärke (oder Höhe) der Stimme;
  • nach der Stimmung, die dabei zum Ausdruck kommt;
  • nach dem Stil (durch Funktion des Sprechens bestimmt);
  • zur Kennzeichnung der Geltung des Gesagten (in der Argumentation);
  • nach dem beim bzw. zum Sprechen benutzten Medium;
  1. Bezeichnung für einen Aspekt der Kommuunikation als solcher;
  2. Versuch, den anderen durch Worte zu etwas zu bewegen;
  3. im Verhältnis der Über- bzw. Unterordnung sprechen;
  4. in der Situation des Belehrens sprechen
  5. Bezeichnungen, die eine Stellungnahme (Urteil) einschließen:
  • dem Sprechen oder Handeln des anderen zustimmen;
  • das Gesagte bzw. das Sprechen kritisieren;
  • Handlungen bzw. Handeln kritisieren;
  1. der Akt der Benennung (Namengebung);
  2. sprachliches Handeln in anderen Situationen [Restkategorie].

2. Beim Abitur sollte jeder Schüler außerdem verstehen:
ablehnen, ableiten (?), absagen, absprechen, abstrahieren (?), abstreiten, abwägen (?), analysieren, analysieren, anbeten, anbieten, anbrüllen, andeuten, anerkennen, anfahren, angeben (2), anklagen, ankündigen, anmelden, anmerken, annehmen (?), anordnen, ansagen, anschreien, anspornen, ansprechen (2), anstacheln, anvertrauen, anweisen, anzeigen (?), anzweifeln, argumentieren, auffordern, aufhetzen, aufklären, aufmuntern, aufsagen, aufschwatzen, auftragen, auftrumpfen, aufwiegeln, aufzählen, ausdrücken, ausführen, ausplaudern, ausrichten, ausrufen, aussagen, ausschließen (?), äußern, aussprechen, beantragen, beanspruchen, sich bedanken, befragen, befürworten, begründen, beichten, beipflichten, bejahen, bejammern, bekanntgeben [oder: bekannt geben], bekannt machen [oder: bekanntmachen] (2), bekennen, (sich) beklagen, belegen (?), beleidigen, bemerken, benachrichtigen, benennen, beraten, berichten, berichtigen, beruhigen (?), besänftigen(?), beschimpfen, beschließen (2), beschuldigen, beschwatzen, beschwichtigen (?), beschwören, bestätigen, bestimmen, bestreiten, bestürmen, beten, beteuern, betteln, beurteilen, beweisen, bewerten, bewundern (?), bezeichnen, beziehen (?), bezeugen, bezweifeln, billigen, brummen, sich brüsten, darlegen, darstellen, dazwischenreden, debattieren, definieren, dementieren, deuten, dichten, diskutieren, drängen (?), durchsagen, eingestehen, einleiten, einlenken (?), einreden (etwas/auf jem.), einweisen (?), einwenden, einwerfen, entgegnen, entscheiden, entschlüpfen, (sich) entschuldigen, erinnern, ermuntern, ermutigen, erörtern, erwähnen, erwidern, exemplifiziren, falsifizieren, faseln, feststellen, fluchen, folgern (?), fordern, formulieren, fortfahren, freisprechen, gebieten, geloben, genehmigen, gestehen, grölen, gutheißen, heißen (2), sich herausreden, herunterrasseln, herunterspielen, hervorheben, hervorstoßen, hetzen, hineinreden, hinterfragen (?), hinweisen, hinzufügen, interpretieren, interviewen, jammern, jauchzen, johlen, jubeln, jubilieren, klagen, klarmachen, klarstellen, klassifizieren, (klatschen (= Klatsch erzählen), kommandieren, kommentieren, kondolieren, konfrontieren, konkretisieren, krächzen, kreischen, kritisieren, kundgeben, lachen (?), lallen, lamentieren, lästern (2), lehren, leugnen, lispeln, lospoltern, sich lossagen, meinen, (sich) melden, missbilligen, mitteilen, moderieren, munkeln, murmeln, nachgeben (?), nachplappern, nachsagen (2), nachsprechen, nebenordnen, negieren, nörgeln, offenbaren, paraphrasieren, plappern, plaudern, postulieren, präzisieren, predigen, preisen, protestieren, quengeln, radebrechen, raten (2), raunen, referieren, reklamieren (?), richtigstellen, schildern, schließen (?), schmeicheln, schwatzen, schwätzen, schwören, seufzen, spezifizieren, spotten, stammeln, staunen, sticheln, stocken, stöhnen, stottern, strukturieren (?), subsumieren, tadeln, tuscheln, übermitteln, überordnen (?), überreden, übertreiben, überzeugen(?), sich unterhalten, unterordnen, sich unterreden, untersagen, unterstellen, unterstreichen, unterteilen (?), unterweisen, urteilen, (sich) verabschieden, verallgemeinern, sich verbitten, verdeutlichen, vergleichen, verheißen, verhören, verifizieren, verkünden, verleugnen, verneinen, versichern, verspotten, sich versprechen, (sich) verständigen, verteidigen (?), verweigern, verweisen (2), verzeihen (?), voraussagen, vorbringen, vorhalten, vorhersagen, vorschreiben, vorstellen, vortragen, vorwerfen, sich weigern, weitersagen, widerlegen, widerrufen, wiedergeben, wimmern, sich wundern, würdigen, zanken (?), zerreden, zitieren, zugeben, zugestehen, zurechtweisen, zurückgeben, zurückweisen, zusagen, zusammenfassen, zustimmen, zutexten, zuweisen (?).

3. Aus der niederen Umgangssprache dürften bekannt sein:
anschnauzen, antippen, aufschwatzen, auspacken, ausspucken, babbeln, bequatschen, beschwatzen, blöken, blubbern, brabbeln, durchkauen, faseln, herummotzen, labern, lallen, mosern, motzen, nuscheln, quaken, quakeln, quasseln, quatschen, ratschen, schleimen, schwafeln, stänkern, tratschen.

4. Ferner (z.T. metaphorisch, z.T. Bildungssprache):
abschließen, abschwören, aufmuntern, bedeuten, beeiden, bellen, beweinen, deklamieren, durchhecheln, flöten, gurren, kundtun, lossprechen, piepsen, radotieren [veraltet], schluchzen(?), wispern.

Anmerkungen:
* Die Einteilung nach „1./2./3./4.“ habe ich rein gefühlsmäßig vorgenommen.
* Manche Verben werden auch metaphorisch verwendet (z.B. „anbeten“).
* Es fehlen die feststehenden Wendungen: einen Antrag stellen, ins Wort fallen, Mut zusprechen usw.; zu bedenken geben, zu verstehen geben, gut zureden usw.
* Manchmal ist schwer zu entscheiden, ob ein Wort (auch) zum Wortfeld des Sprechens gehört, z.B. „ärgern, zanken, überzeugen“ u.a.; viele Tätigkeiten, die mit einem Verb benannt werden, gehen nämlich sprachlich vor sich, während das Verb eher die Tätigkeit als solche, weniger die sprachliche Seite ausdrückt. Diese Verben sind mit einem (?) markiert.
Da Sprechen wesentlich Tätigkeit, Handlung ist, kann es analog wie jede Handlung anheben, beginnnen, kann man damit fortfahren, es fortsetzen und unterbrechen. Wenn solche Verben speziell einen Aspekt des Sprechens bezeichnen, wird ihre Valenz anders: jemand unterbrechen (statt: etwas u.), „fortfahren“ und „hinzufügen“ (absolut, ohne Angaben).

Vgl. auch http://www.mikes-media.com/Download/Material-L/UV-D5-Wortfeld%20sagen.pdf

Wie man die Wörter eines Wortfelds mit Hilfe eines guten Wörterbuchs ermitteln kann, wird hier erklärt (einschließlich Wörterbuch-Link): https://norberto68.wordpress.com/2013/06/07/wortfeld-untersuchen-z-b-fahren/

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