Kommunikation, Kommunikationsmodelle – Anmerkungen, Links

1. Die alten Modelle (z.B. Shannon-Weaver) machen bewusst, dass Kommunikation über ein Medium mittels eines Codes erfolgt.
Sie gelten vielen als Modelle technischer Kommunikation, aber das ist eine vordergründige Auffassung. Denn auch die „natürliche“ Kommunikation durch Sprache ist nicht natürlich, sondern künstlich: Sprache muss erlernt werden, es gibt unterschiedliche Kompetenzen im Sprachgebrauch. – Ich halte es auch für problematisch, mit Watzlawick für die nonverbale Kommunikation den Begriff „analog“ einzuführen, da diese nicht erlernt sei; es ist zweifelhaft, ob es das von ihm postulierte Repertoire archaischer Kommunikationsformen gibt.
Diese alten Modelle machen bewusst, dass beim Codieren/Decodieren (wie auch bei der Übermittlung der Botschaft) Fehler auftreten können und dass beide Teilnehmer den gleichen Code gleicherweise beherrschen und verwenden müssen, soll Kommunikation gelingen.
2. Für Kommunikation unter Menschen ist eine Einsicht, was unter Tieren ohnehin klar ist: dass es (auch) um Beziehungen geht. Wichtig ist also die Einsicht, dass in jeder Äußerung „etwas“ auf der Sachebene und „etwas“ auf der Beziehungsebene getan wird (geschieht bzw. geschehen kann).
Die Ereignisse auf der Beziehungsebene werden in Modellen unterschiedlich benannt oder interpretiert, was nicht so wichtig ist wie die Tatsache, dass es eine Beziehungsebene gibt.
3. Man kann nicht nur über „Dinge“ sprechen, sondern auch über Äußerungen; das ist vermutlich eine besondere menschliche Fähigkeit, die an Sprache gebunden ist. Sie ist die Basis des Begriffs „Wahrheit“ und jeder rechtlichen und wissenschaftlichen Arbeit.
Man kann auch den „Gang“ der Kommunikation unterbrechen und sich zum Vorgang der aktuellen Kommunikation äußern (fragen, bitten, mahnen…). Wer sich an Begriffen erfreuen kann, sollte sich den Begriff der Metakommunikation merken.
4. Die Menschen können ihre Sprache(n) auch spielerisch verwenden, also die eingeübte Bedeutung der Worte unterlaufen, ironisch sprechen, metaphorisch sprechen, bewusst lügen, mit den Lauten spielen, rhythmisch sprechen, über bloß Erdachtes sprechen… Ob man hier mit Jakobsen von einer „poetischen Funktion“ sprechen soll, ist eine Frage für sich. Wichtig ist die Einsicht, dass wir die Bindung der Zeichen an „die Sachen“ lockern und uns einen Freiraum des im weiten Sinn „uneigentlichen“ Sprechens schaffen können.
5. Es ist falsch, sich nur auf die definierte (erlernte) Bedeutung der sprachlichen Zeichen zu verlassen; es gibt viele Faktoren, welche die „Bedeutung“ der Zeichen in einer bestimmten Situation (!) mitbestimmen. Das beginnt bei der Intonation der Sätze, der Art des Sprechens, der Körperhaltung usw. – hier ist das leitende Stichwort: nonverbale Kommunikation.
6. Die Konjunktur des Modells des Herrn Schulz von Thun beruht nicht auf dessen überragender theoretischer Bedeutung, sondern auf der Bedeutung, welche Therapeuten (und Lehrer mit ihrem sozialpädagogischen Blick, ihren Beziehungskisten und –problemen) auf den Aspekt der potenziell gestörten Beziehung legen. Auch sind seine Beispiele oft nicht überzeugend (TTS, S. 96: „Du wirst es wissen.“ Das hat wirklich nichts mit Beziehung zu tun!)
Dass aktuelle Kommunikation möglicherweise in einer Geschichte der Beziehung der Gesprächsteilnehmer steht oder dass sie sozial geregelt ist (Arzt – Patient, Fahrer – Fahrgast, Verkäufer – Kunde usw.), wird in den normalen Modellen nicht hinreichend erfasst.
Theoretisch sind die Aspekte, die Prof. Sager in seiner Gesprächsethologie ansetzt, radikaler und wesentlich umfassender als die des Modells von Schulz von Thun.

Kommunikationsmodelle:
http://www.slm.uni-hamburg.de/ifg1/Personal/Sager/Gespraechsethologie.html (Gesprächsethologie)
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/
http://www.schulz-von-thun.de/mod.html
http://www.uni-due.de/buenting/01_Kommunikationsmodelle_neu_Netz.ppt
http://www.mnu-kommunikation.de/integrative-kommunikation-3.php
(http://www.lehrer-online.de/kommunikationsmodelle-ppt.php)
http://is.uni-sb.de/studium/handbuch/exkurs7.html
http://blutorange-diplom.blogspot.com/2007/10/06recherche-kommunikationsmodelle.html
http://www.fo-net.de/Kommunikation/Kommunikationsmodelle/kommunikationsmodelle.html
nonverbale Kommunikation:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nonverbale_Kommunikation
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/KommNonverbale.shtml
http://www.payer.de/kommkulturen/kultur04.htm
http://www.isl.uni-karlsruhe.de/publikationen/pfail/050103-nonverbal.html
www.system2teach.de/hfg/re_ressources/1819/KMC_nonverb_Kommunikation%20(Schaefer).pdf
http://blog.my-skills.com/2007/10/18/mythos-93-der-kommunikation-ist-nonverbal.html (kritisch)
http://www.sollmann-online.de/ (nette Übersicht)
http://home.arcor.de/bognas/grundlagen.htm (kurze Ü.)
http://www.fo-net.de/Kommunikation/Rhetorik/Nonverbale_Kommunikation/nonverbale_kommunikation.html
http://www.uni-tuebingen.de/cog/teaching/ss2007/sem_language/02_HumNonverbCom/Nonverbale%20Kommunikation%20ohne%20Bilder.ppt
Statt „nonverbale Kommunikation“ sagt man auch: Kinesik
http://www.mediamanual.at/mediamanual/workshop/kommunikation/bedeutung/index05.php
http://www.fbi.fh-koeln.de/institut/personen/tappenbeck/material/ws05/NwogwugwuKlostermann.ppt (Vorsicht, Beispiele!)
http://www.artikel32.com/deutsch/1/krpersprache-kinesik.php oder http://www.jbt.de/erfolg-tipp-koerpersprache.html (der weiß es zu genau!)
Ein anderes Stichwort wäre Paralinguistik, aber für den Anfang langt das wohl…
Körpersprache üben:
http://www.gulp.de/kb/org/selbstmark/koerpersprache_f.html
http://www.schule.at/dl/Lehrerbegleitheft.pdf
http://www.ellviva.de/Tests-Persoenlichkeit/Konflikte-Konflikt.html oder http://www.lernorte-im-dialog.de/methoden/diverse_Uebungen.pdf
http://fineflirt.wordpress.com/2010/10/16/5-tricks-koerpersprache-fuer-maenner/ und zum Anschauen http://www.focus.de/finanzen/karriere/management/koerpersprache_did_15495.html

Vgl. auch https://norberto68.wordpress.com/2016/08/21/kommunikationsmodelle/!

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