Das Redekriterium: die drei Grundformen poetischer Rede

Man kann (mit Dieter Lamping: Das lyrische Gedicht, 1989, S. 88-90) drei verschiedene Arten poetischer Rede unterscheiden. Die Kriterien sind
– die Anzahl der Äußerungen (eine – mindestens zwei),
– die Anzahl der Situationen (eine – mindestens zwei),
– die Anzahl der Sprecher (einer – mindestens zwei).

Damit kann man die drei Grundformen poetischer Rede (in struktureller Hinsicht) unterscheiden:
1. Einzelrede liegt dann vor, wenn kein Sprecherwechsel erfolgt.
[Ein lyrisches Gedicht ist Einzelrede in Versen.]
2. Wechselrede liegt vor, wenn zwei Äußerungen (zweier Sprecher) in einer Situation nacheinander getan (dargeboten) werden.
3. Vermittelnde Rede liegt vor, wenn mindestens zwei Äußerungen mindestens zweier Sprecher in mindestens zwei Situationen dargeboten werden, wobei die zeitlich frühere Äußerung durch die spätere vermittelt wird.

Ich weise auf den klugen Aufsatz von Jörg Schönert hin: Empirischer Autor, Impliziter Autor und Lyrisches Ich

Viele Arbeiten Jörg Schönerts findet man unter http://www.icn.uni-hamburg.de/search/node/J%C3%B6rg%20Sch%C3%B6nert

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