Zitieren, Zitiertechnik

Allgemeine Hinweise zur Zitiertechnik:
1. Der Beleg gehört zum Satz; der Punkt steht hinter der Klammer.
2. Zitieren geschieht buchstäblich genau! Was man nicht in seinen Text einbauen kann, auch wenn man ihn grammatisch umformt, soll man nicht einbauen!
3. Anführungszeichen macht man unten, Schlusszeichen oben.
4. Das Zeichen + ersetzt nicht das Wort „und“. Dieses kann man allenfalls als „u.“ abkürzen.
5. Ein Punkt hinter einer Zahl macht aus dieser eine Ordnungszahl („5. Strophe“ heißt: „fünfte Strophe“). „5“ ist nicht „5.“!
6. Die meisten Abkürzungen brauchen zum Schluss einen Punkt (f., S., V., Z. usw.).
7. Je allgemeiner ein Hinweis ist, desto weniger belegt er.
8. Wörter kann man durch ihre Wortart benennen: das Nomen „Duft“. Wenn man von Wörtern spricht, setzt man sie in „ “.
9. Wenn man einen ganzen Satz zitiert und dann mit einer inquit-Formel fortfährt („sagte der König“), wird das Zitat als „Nebensatz“ durch ein Komma abgetrennt; der Schlusspunkt am Satzende des Zitats fällt fort – er wird aber gemacht, wenn mit dem Zitat der ganze Satz abgeschlossen wird.

Zitieren – ein Beispiel aus F. Schiller: Wilhelm Tell I 4:
W a l t e r F ü r s t :
„Wäre ein Obmann zwischen uns und Östreich,
so möchte Recht entscheiden und Gesetz,
Doch, der uns unterdrückt, ist unser Kaiser
Und höchster Richter – so muß Gott uns helfen
Durch unsern Arm – Erforschet Ihr die Männer 705
Von Schwyz, ich will in Uri Freunde werben.“

Die einfachste vieler Formen, sich auf den Text zu beziehen, ist
1. der Hinweis oder Verweis:
Walter Fürst spricht vom Recht der Notwehr, als er die rechtlose Situation der Schweizer darstellt (V. 701-706).
Dazu zwei Hinweise: Der Beleg gehört zum Satz, also vor den Punkt. Leserfreundlich ist es, auch das Ende des Textabschnitts abzugrenzen (also: – 706); wenn ohnehin klar ist, wo die gemeinte Textstelle aufhört, kann auch (V. 701 ff.) geschrieben werden. „f.“ bedeutet „und ein(e) folgende(r) Vers/Zeile/Seite“, „ff.“ bedeutet „und die folgenden Verse/Zeilen/Seiten“; eine Form der textbezogenen Begründung ist „vgl.“: (vgl. V. 701 ff.).
2. das wörtliche Zitat:
Wenn man zum Beleg seiner Analyse ein Stück des fremden Textes buchstäblich genau in den eigenen Text einbaut, spricht man von einem Zitat. Es wird durch Anführungs- und Schlusszeichen markiert und durch die Fundstelle ausgewiesen:
Walter Fürst behauptet das Recht der Schweizer, im äußersten Fall rechtloser Not auf Gottes Hilfe zu vertrauen und „durch unsern Arm“ (V. 705) das Recht zu erkämpfen.
Hinweis: Wenn man das Zitat nicht grammatisch korrekt einbauen kann, muss man den eigenen Satz dem Zitat anpassen, sich mit einem Verweis begnügen oder das Zitat in Klammern beifügen.
3. Wenn man einen ganzen Satz zitiert, muss vorher oder nachher ein Bezug des Zitats zum eigenen Text hergestellt werden:
„Erforschet Ihr die Männer von Schwyz, ich will in Uri Freunde werben.“ (V. 705 f.) Mit dieser Aufforderung gibt Walter Fürst den Anstoß dazu, dass auf dem Rütli die Volksvertreter sich treffen.
[Man könnte auch schreiben: „Erforschet Ihr die Männer / Von Schwyz, ich will in Uri Freunde werben.“ (V. 705 f.)]
4.Man kann ein Zitat auch sinngemäß grammatisch korrekt kürzen, was durch drei Punkte markiert wird: „Wir wollen hören, was die edeln Herrn (…) raten.“ (V. 685 f.)
5. Bitte nie schreiben: „Walter Fürst spricht in V. 701 ff. vom Recht auf Notwehr”, sondern: „Im Gespräch mit Melchtal und Stauffacher erklärt er das Recht auf Notwehr (V. 701 ff.)“; auch wird Geßler nicht im IV. Akt erschossen, sondern in einem Hohlweg (IV 3); und nie „Zitat“ schreiben – das sagt man nur, weil man Anführungszeichen nicht sprechen, nur zeichnen kann!

Zitieren – zweites Beispiel
Wenn man einen literarischen Text analysiert, muss man seine Behauptungen am Text belegen. Dies kann man durch Verweise und Zitate tun. Am Beispiel der Novelle „Der Schimmelreiter“ soll gezeigt werden, wie man das macht.

1. Verweis (Hinweis):
Man verweist auf den Text und setzt den Hinweis mit oder ohne „vgl.“ in Klammern; der Verweis gehört zum Satz, also vor den Punkt:
Der einzige, der im Haus des Deichgrafen gegen Hauke arbeitet, ist Ole Peters (vgl. 29/14 ff.). oder:
Der einzige, der im Haus des Deichgrafen gegen Hauke arbeitet, ist Ole Peters (S. 29, Z. 14 ff.).
2. das wörtliche Zitat:
Wenn man zum Beleg seiner Analyse ein Stück des fremden Textes buchstäblich genau (!) in den eigenen Text einbaut, spricht man von einem Zitat. Es wird durch Anführungs- und Schlusszeichen markiert und durch Angabe der Fundstelle ausgewiesen:
Elke hilft Hauke gegen Ole; denn sie „konnte ihren Kameraden in der groben Arbeit nicht verderben sehen“ (30/3 f.).
Wenn man das Zitat nicht grammatisch korrekt einbauen kann, muss man den eigenen Satz dem Zitat anpassen oder darauf verzichten; man kann es aber auch in einer Klammer nachtragen, ohne dass es in den Satz passte:
Elke stellt sich auf Haukes Seite gegen Ole (wollte ihn „nicht verderben sehen“, 30/3 f.).
3. Wenn man einen ganzen Satz zitiert, muss vorher oder nachher das Zitat an den eigenen Text angeschlossen werden (durch einen Doppelpunkt oder ein Nomen):
Elke lehnt es zunächst ab, sich förmlich an Hauke zu binden: „Ein tiefes Rot schoss unter die dunkeln Brauen des Mädchens. ‚Warum? Ich lüg ja nicht!‘, rief sie.“ (36/28 f.) oder
„Ein tiefes Rot schoss unter die dunkeln Brauen des Mädchens. ‚Warum? Ich lüg ja nicht!‘, rief sie.“ (36/28 f.) Mit dieser Bemerkung lehnt Elke es zunächst ab, sich förmlich an Hauke zu binden.
4. Man kann ein Zitat auch sinngemäß, aber grammatisch korrekt kürzen, was durch drei Punkte (evtl. in Klammern) markiert wird:
Elke gibt das Lob des Oberdeichgrafen an Hauke allein weiter und rechtfertigt das auch: ‚Nein, Hauke; (…) du hast mich ausgestochen!‘“ (36/14-18) oder
Elke freut sich für Hauke über das Lob des Oberdeichgrafen: Sie „ging … mit leisem Lachen aus der Stubentür“ (35/26-28).

Positiver Bezug auf diesen Artikel mit zwei Korrekturen:  http://mrwieland.wordpress.com/category/schule/ubungen/;

andere Seiten: http://www.uni-graz.at/amer1www_zitierblatt_stylesheet_long_version1.dochttp://www.fsg.un.in.hagen.de/projekte/facharbeit12/handreichung/6.pdf oder hier. Der größere Rahmen wird durch das Suchwort „(Anleitung) wissenschaftliches Arbeiten“ abgesteckt.

Dieser Beitrag zum Zitieren ist hier fortgeschrieben: https://norberto68.wordpress.com/2016/03/04/zitiertechnik-regeln-des-zitierens/

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