So lautet das Motto des Katholikentags 2012, der im Mai in Mannheim stattfindet. Angesichts des langanhaltenden Bremsvorgangs, den Papst Benedikt durchsetzt, ist das Motto objektiv ein Witz. Mit geht es hier aber primär nicht um den Katholizismus, sondern um die nebulöse Semantik solcher Mottos. Da ist erstens die Verbform „wagen“, ein Infinitiv, der völlig unbestimmt [...]
Ich möchte hier eine Tabelle vorstellen, an der ich lange gebastelt habe. Es geht um sprachliche Handlungen, wie sie in Sachtexten geläufig sind; sie genau zu bestimmen macht einen Teil der Analyse von Sachtexten aus. Sie können viel genauer erfasst werden, als dies gewöhnlich geschieht – das ist meine Einsicht und meine Hoffnung. Hier also [...]
18. November 2011 – 16:17
Sprachliches Handeln – eine kurze Einführung (zugleich Skizze eines planmäßigen Unterrichtens im Analysieren und Verfassen von Sachtexten, früher “Aufsatzunterricht” genannt) Was sich kompliziert anhört, ist in Wirklichkeit einfach – und wir kennen es alle: Wenn der Lehrer zu Anja sagt: „Anja, du bist eine tüchtige Rechnerin.“, dann hat er Anja gelobt. Dass er mit seiner [...]
Als allgemeine Stilregel kann gelten, dass das Deutsche den (Neben)Satz statt nominaler Konstruktionen liebt. Warum das so ist, möchte ich am Beispiel der Wörter “verraten – Verrat” erklären. Ich führe zuerst die Artikel aus dem Bertelsmann-Wörterbuch vor, wie sie im Netz unter http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/suche/wbger/index.html zu finden sind, und werte den Befund anschließend aus. Ver|rat [m. -(e)s; nur Sg.] [...]
Von norberto42
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Verschlagwortet mitNomen, Stil, Substantiv, Valenz, Verb, Verrat, verraten, Wörterbücher
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Die Landtagswahlen am 27. März 2011 haben zu katastrophalen Ergebnissen für die FDP geführt; die Kommentatoren machen dafür auch die Bundespolitiker der Partei verantwortlich. Der Parteivorsitzende Westerwelle lehnte bald nach der Wahl seinen Rücktritt als Konsequenz dieser Niederlage ab. Er begründete seine Entscheidung mit dem Satz: “Wer Verantwortung hat, hat Verantwortung.” Dieser Satz ist so [...]
Analysieren heißt, einen Text als „gemacht” ansehen und in Thema und Aufbau zu begreifen suchen. Bei Sachtexten tut der Autor etwas, bei Erzählungen unmittelbar „der Erzähler“, erst mittelbar der Autor. Die alte Frage nach der Intention des Autors (Wozu?) stellen wir zurück hinter die Frage, was die sprachlich handelnde Größe tut / getan hat und [...]
Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht? Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht. (Theodor Storm) Ist der eine der Freie oder der andere? Ist es also Zeichen der Freiheit zu fragen: Was kommt danach? Oder ist es Zeichen der Freiheit, nur zu fragen, ob etwas recht [...]
1. Einen Text hervorbringen heißt, Unbestimmtes näher zu bestimmen. Das möchte ich an zwei Beispielen vorführen: (1) „Es war einmal eine alte Geiß, die hatte sieben junge Geißlein (…). Eines Tages wollte sie in den Wald gehen…“ Am Ende haben sie alle ein großes Abenteuer erlebt, sind gerettet worden und haben den Wolf getötet. Am [...]
Im direkten Vergleich wird verbindlich ausgesagt, in welchem Verhältnis zwei oder mehr Größen zueinander stehen: * Hanno ist so groß wie deine Schwester. * Butter ist teurer als Margarine. * Die Universität Heidelberg, 1386 gegründet, ist die älteste Universität Deutschlands. * Atome galten lange Zeit als die kleinsten Teile der Materie. Wenn nicht messbare „Größen“ [...]
vorgeführt an Rätseln: Wie man Bilder nur versteht, wenn man sie nicht einzeln „deutet“, sondern sie im Zusammenhang sieht. (Vgl. den folgenden Aufsatz über surreale Bilder und den übernächsten über Gleichnis und Fabel!) 1. Am einfachsten ist ein solcher Bildzusammenhang zu verstehen, wenn es an einer Stelle einen wörtlich (statt bildhaft) gemeinten Bezug zur Welt [...]